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Eine Herzensangelegenheit

MorrisonRollWithPunchesCDCoverGeht Van Morrison hier zu seinen Wurzeln zurück? Ist das ein Bekenntnis? Solche Fragen sind nebensächlich angesichts der puren Spielfreude, die der unverwüstliche Ire auf seinem neuen Album Roll With The Punches zur Schau stellt. Unterstützt von einem Who is Who des Blues kommt dieses Album kräftig und frisch daher, mit Humor werden Klassiker ein weiteres Mal zelebriert, aber auch gegen den Strich gebürstet. Und alles wird zusammengehalten von dieser einzigartigen Stimme und Gesangeskunst von Van Morrison, der ein weitere Mal als Bluessänger brilliert. Das neue Album ist auch eine Fortsetzung von Pay The Devil, indem es Americana feiert, ohne Genregrenzen allzu ernst zu nehmen. Das neue Album ist aber nur Blues, zumeist der Chicago-Variante, mit Piano und Mundharmonika, und insbesondere mit wunderbaren Slide-Passagen. Morrison hat sich auf Roll With The Punches auch die Zusammenarbeit mit Gitarrist Jeff Beck, dem Pianist Jason Rebello und den Sängern Chris Farlowe und Paul Jones (Ex-Manfred Mann) gesichert. Das sind – nebenbei bemerkt – alles Briten. 

Der Titel des Albums auf Roll With The Punches bedeutet soviel wie «Go with the Flow», wie im Titelsong klar wird, also eine Aufforderung, sich nicht gegen den Lauf der Dinge zu stellen. Es klingt so, als ob Van Morrison nach dem mehr Country-lastigen Album Pay The Devil nun sagte: «Tu doch, was Dir am nächsten ist: Blues», und so kommt der Irische Sänger und Gitarrist, der bekanntlich ein musikalisches Chamäleon ist, hier zu seiner alten Liebe zurück: dem Blues. Im Leben eines Musikers gibt es anscheinend diese Jahre der Karriere, da die niemandem mehr etwas beweisen müssen, und wo man sich lange gehegten Herzensprojekten zuwendet. Das gilt für Dee Dee Bridgewaters jüngstes Album Memphis und auch für die Rolling Stones mit ihrem Blue & Lonesome. Paul McCartneys Kisses on the Bottom lässt sich ebenso in diese Reihe stellen wie mehrere der letzten Studioalben Eric Claptons. Morrisons jüngste Veröffentlichung klingt nach Herzensangelegenheit: Blues und nochmal Blues.

Die Titel sind eine Mischung aus eigenem Material, bzw. umgetexteten Musikklassikern und Blues-Standards. Roll With The Punches kann seine enge Verwandschaft zu Hoochie Coochie Man nicht abstreiten. Interessante Text (Fame) gibt es ebenso wie die bekannten Blues-Klagen über Frauen, Tränen, Job und das Leben im Allgemeinen. Und Van Morrison singt natürlich seit jeher den Blues. Seine Duette mit John Lee Hooker kommen ebenso in den Sinn wie der Song Ordinary Life auf seinem Uralt-Album Hymns to the Silence.

Was hier neu und anders klingt, ist die Instrumentierung: Slide-Gitarren-Passagen, vielleicht gespielt von Morrison selbst, wahrscheinlicher aber von Dave Keary, der auf dem Album für die Gitarren zuständig ist. Paul Moran heisst der Hammond-Organist, dessen Einsätze aber deutlich spärlicher sind als auf früheren Alben Morrisons. Herausragend sind auch die Rhythmiker: Mez Clough am Schlagzeug und Laurence Cottle am Bass. Jeff Beck ist zu hören auf Bring it on Home to Me und Ordinary People.

Roll With The Punches ist wirklich ein wunderbares Album, ein Beweis, dass der Blues unsterblich ist, und selbst Lonely Avenue oder Bring it On Home werden wieder abgestaubt und neu präsentiert.

1

Roll With The Punches

3:59

2

Transformation

3:32

3

I Can Tell

3:51

4

Stormy Monday / Lonely Avenue

5:31

5

Goin' To Chicago

5:22

6

Fame

5:07

7

Too Much Trouble

3:05

8

Bring It On Home To Me

5:39

9

Ordinary People

4:42

10

How Far From God

3:48

11

Teardrops From My Eyes

3:54

12

Automobile Blues

3:40

13

Benediction

3:12

14

Mean Old World

5:00

15

Ride On Josephine

3:03

            

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