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Let's Go To Lucerne
Der erste Hauptabend des Bluesfestivals Luzern, das heuer in die neunzehnte Runde geht, ist gelungen. Eröffnet wurde der Reigen im Panoramasaal des Casinos durch das Duo Michael van Merwyk und Larry Garner. Der deutsche Van Merwyk war bereits früher in Luzern aufgetreten, damals als aussichtsreicher Newcomer. Damit bewiesen die Veranstalter einen guten Riecher, denn im Frühling 2013 konnte van Merwyk mit seiner Band Bluessoul an der prestigeträchtigen International Blues Challenge (IBC) in Memphis den zweiten Rang belegen. Der Mann mit den knallroten Turnschuhen ist bekannt für seine unverkrampfte Beziehung zu allen möglichen Instrumenten, Gitarre, Ukulele, Lapsteel, akustisch oder elektrisch, hauptsache, es hat Saiten. Vor allem sein Slidespiel fällt auf, er legt dabei seine Lapsteel auf den Schoss. Larry Garner, der Bluespoet aus Baton Rouge steht für zeitgemässen Südstaatenblues. Auch er ist ein vielfach ausgezeichneter Musiker mit einem Gewinn der IBC 1988, fünf Nominationen für den Blues Award und seinem Eintrag in die Louisiana Blues Hall of Fame. Zudem war er drei mal Blues Songwriter des Jahres. Die beiden treten seit Jahren ab und zu gemeinsam auf.

 

 

Das akustische Set glänzte durch Spielfreude und einen für ein Akustikduo erstaunlich üppigen Klang. Beide Musiker ergänzten sich grossartig und brillierten mit anspruchsvollen Soli. Gegen Ende des Sets gesellten sich Rick Estrin und Bob Margolin mit ihren Bluesharps dazu und halfen mit, die Stimmung im brechend vollen Saal noch einen Tick zu steigern. Vollends begeistern konnten sie dann mit ihrem Song Going To Lucerne, den sie eigens als Hommage an das Festival für die Promo CD geschrieben hatten, eine swampige, langsame und fröhliche Plauderei zwischen Garner und Merwyk. Ein kleiner Song, der das Zeug hat, zur Hymne des Festivals zu werden. Hier auf der Website des Festivals ist der Song zu hören.
 
Chicago Blues vom feinsten konnte man anschliessend hören. Die Zusammensetzung der als Chicago Blues All Stars angekündigten Band aus Bob Margolin (g,voc), Bob Stroger (b), Kenny Smith (dr) und Zora Young (voc) entsprach dem Wunsch der Veranstalter. Sie legten ein knochtrockenes Set hin, das eindrücklich demonstrierte, dass der Chicagostil noch immer die Leute begeistern kann, jedenfalls sahen wir niemanden, der stillsitzen oder -stehen konnte. Bob Margolins Spiel ist beeindruckender denn je, sein Gitarrenton ist klar und schneidend, seine Soli routiniert , Bob Strogers Bass präzise und Kenny Smith' Fähigkeiten an den Trommeln sind sowieso über jeden Zweifel erhaben. Zusammen mit der etwas später dazugestossenen Zora Young brachten sie den Saal zum dampfen.
 
Die Dramaturgie bewährte sich weiterhin. Nach dem akustischen Kabinettstück zu Beginn und der folgenden, treibenden Chicago Session folgte nun Soul. Der ungemein charmante Multiinstrumentalist Johnny Rawls und seine Destiny Rawls Mississippi Soul Blues gehört ebenfalls zu den arrivierten Musikern. Als Ace Of Spades begleitete die ehemalige O.V. Wright's Band unter seiner Leitung während mehr als einem Jahrzehnt Grössen wie B.B. King und Bobby Bland, erhat aber auch ein Dutzend eigene Alben veröffenlicht. 2009 erhielt er einen Blues Music Award für das beste Soulalbum, nachdem er zehn Mal für diesen Preis nominiert worden war. Er ist ein begabter Songwriter und Arrangeur und schreibt frischen, modernen Soul. Dazu ist er mit einer Stimme gesegnet, mit der er . . .sogar mittelmässiges Material überzeugend darbietet, wie ein Kritiker meinte. Nun - es gab kein mittelmässiges Material, vielmehr überzeugte die Gruppe mit weitgehend eigenen Songs und einer begeisternden Performance, unterstützt von einer soultriefenden Hammondorgel.
 
Ein ermutigender, erster Abend!

 

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