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Nomen est Omen

Seit seinem Start im März 2010 hat sich Blues Now! in 22 Konzerten einen ausgezeichneten  Namen erarbeitet und ist  zu einem Garant für qualitativ hochstehende Acts geworden. Mittlerweile sieht man deshalb an den Konzerten im Volkshaus in Basel Bluesfreunde aus allen Gegenden der Schweiz, die sich darauf verlassen können, dass sie ein bemerkenswerter Abend erwartet, der auch eine weite Anreise rechtfertigt. Auch das zweite Konzert dieses Jahres vom 19. April 2013 mit Karen Lovely reiht sich in die erfreuliche Serie ein.

Lovely war bisher in der Schweiz noch nicht aufgetreten.  Die Sängerin aus Portland, OR tauchte 1987 das erste Mal während ihres Aufenthaltes in London auf, unterbrach aber ihre Karriere zeitweise bis sie 2007 wieder in der Bluesszene in den USA aktiv wurde und mächtig Staub aufwirbelte. Ihre Alben Lucky Girl (2008) und  Still The Rain (2010) erreichten vordere Positionen in diversen Charts. 2009 und 2010 gewann sie den «Muddy Award» in zwei Kategorien: Best Female Vocalist und Performance Of The Year. 2010 belegte sie mit ihrer Band den zweiten Platz in der «International Blues Challenge» und wurde 2011 in 3 Kategorien für den «Blues Music Award» nominiert: Best Contemporary Blues Album, Best Contemporary Blues Female Artist und Best Song «Still The Rain». Man konnte also gespannt sein.

Wer ist diese Karen Lovely und was macht ihren Erfolg aus? Im Grunde genommen ist es ganz einfach, sie vereinigt mehrere Eigenschaften, die selten alle aufs Mal in einer Person zu finden sind: Eine erfrischend natürliche Persönlichkeit, leichten Zugang zum Publikum, grosse Musikalität und ein Gespür für die Dramaturgie eines Songs. Dazu ist sie mit einer gewaltigen Stimme gesegnet. Das findet man ab und an. Sie kann aber damit auch umgehen, dass einem der Atem still steht.

Karen Lovely ist ein Wirbelwind auf der Bühne. Sie steht kaum je still, wechselt vom Mikro in den Hintergrund, tanzt, feuert ihre Band an, provoziert ihre Musiker zu Soli. Es ist keine Sängerin, deren Band nur dazu dient, ihren Auftritt zu tragen. Vielmehr ist es ein Ganzes und Karen Lovely fügt sich nahtlos in die Band ein. Sie singt, so wie ihr Bandmitglieder spielen, nur ist ihr Instrument halt ihre Stimme. Aber wenn sie singt, geht die Post ab. Sorgfältig setzt sie ihr Können ein, faucht wie ein Raubtier, singt dann wieder sanft, zärtlich oder klagend. Wenn nötig kann sie laut werden, sehr laut, wobei ihre Stimme nie kippt. Oft hält sie das Mikro eine Armlänge vom Mund weg und ihre Stimme füllt immer noch den Saal. Einfach perfekt, wie sie jede Gefühlsnuance ausdrücken kann. Ob rasanten Boogie, stampfenden Shuffle, gefühlvollen Soul oder schmachtenden Lovesong, sie hat sie alle überzeugend drauf. Sie protzt aber nicht mit dem Gesang, lässt den Songs viel Raum zur Entwicklung mit Soli ihres Gitarristen Leonard Griffe und des Keyboarders Dave Fleschner. Dazu die Bassistin Lisa Mann, auch sie eine dreifache Muddy Preisträgerin (2012) mit ihrer eigenen Band und als Bassistin.

Ihr zur Seite stand in Basel der Gitarrist Leonard Griffe, mit dem sie seit drei Jahren unterwegs ist. Griffie ist auch Kunstmaler und spielte den ersten Teil des Konzerts auf einer selbst bunt bemalten Telecaster. Der auffallende Musiker ist sowohl als Begleitmusiker, wie auch als Solist solide und begleitet seine Soli gerne mit stumm gesprochenen Worten. An den Tasteninstrumenten sass Dave Fleschner , der als Keyboarder auch mit Curtis Salgado und John Németh tourt und mit einem eigenen Trio, sowie einem Quintett auftritt. Ergänzt wurde die Band durch Lisa Mann, der Bassistin und Frontfrau ihrer Really Good Band, sowie dem noch jungen Schlagzeuger Taylor Murphy. Eine augewogene Gruppe, die hervorragend aufeinander eingespielt ist.

Das Songmaterial stammte weitgehend aus den Federn von Dennis Walker und dem Gitarristen, Sänger und Komponisten Alan Mirikitani, der auch als B.B. Chung King in seiner Band BB Chung King & The Buddaheads bekannt ist. Der Produzent, Komponist und Bassist  Dennis Walker, dreifacher Grammy Gewinner, hat sich mit über 250 weitgehend erfolgreichen Songs für (unter anderem) BB King, Frankie Lee und vor allem Robert Cray einen guten Ruf erworben. Für Philipp Fankhauser hat er die letzten drei Alben produziert und den 1988 geschriebenen und mit einem Grammy ausgezeichneten Song «Don’t Be Afraid Of The Dark» mit Fankhauser neu arrangiert. Daneben haben auch Klassiker des Bluesrepertoire Platz in ihrem Set. Besonders aufgefallen sind «Glad You’re Gone» mit furiosen Gitarrensoli , eine emotionale Version von «Too Little, Too Late» und das wunderbare «Still The Rain», das nicht umsonst preisgekrönt worden ist.

Alles in allem eine überzeugende Vorstellung einer Vollblutsängerin, die bald sehr hell am Blueshimmel strahlen wird. In einem Satz: Karen Lovely - Nomen est Omen.

Website Karen Lovely
Facebook Karen Lovely

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