Jazz 'n' More
Jazz 'n' More
Basler Veranstaltungskalender
Basler Veranstaltungskalender
Groove Now
Groove Now
Bluespower aus Nashville
Seit Mitte März sind sie auf Tour durch ganz Europa. Es war auch die Vorstellungstour ihres ersten Longplayers: Death Letter Jubilee. Ende April gab es einen Gig im Gare De Lion in Wil und nun, zum Ende der Tour einen gut besuchten Auftritt im Plaza in Zürich. Obwohl ein paar Häuser weiter Robbie Williams mit entsprechendem Getöse angekündigt war, gaben Viele der noch nicht allzu bekannten Gruppe aus Nashville den Vorzug. The Delta Saints, das sind Ben Ringel (voc/dobro), Dylan Fitch (g), David Supica (b), Ben Azzi (dr) und Nate Kremer (kb).
 
Es ist nicht einfach, den Stil der Gruppe zu beschreiben. Nashville führt sowieso in die Irre, Country ist allenfalls eine Zutat, wie auch Swap Blues, Funk, Rock. . . Irgendein Werbefuzzi hat ihnen scheinbar den Ausdruck «Bourbon-Fueled Bayou-Rock» empfohlen, was auch nicht weiter hilft. Am besten stellt man sich einen Werkzeugkasten vor, der so ziemlich alles enthält, was sich seit Anbeginn je aus dem Blues entwickelt hat. Daraus bedient sich die Band und stellt aus den Stil-Bausteinen ihre Songs zusammen. Damit gelingen attraktive Songs, die auf eigentümliche Weise unverkennbar neu und vertraut zugleich wirken. Dazu fünf offensichtlich leidenschaftliche, noch sehr junge Musiker, die erstaunlich reif klingen. Ben Ringel, der Leadsänger und Dobro Spieler ist mit einer Stimme gesegnet, die nach einem klingt, der seit fünfzig Jahren in allen Kneipen südlich von Memphis zuhause ist. Mit seinen breiten Hosenträgern erinnert er etwas an eine Landpomeranze, im Gegensatz zum Bassisten David Supica, dessen Dreadlocks wild flattern, wenn er mit ganzem Körper spielt und wie ein Derwisch auf der Bühne herumtanzt. Ben Azzi spielt lässig sein Schlagzeug und beherrscht auch die komplexen New Orleans Rhythmen, Dylan Fitch variiert Verzerrungen in allen Schattierungen und sieht aus wie der nette Junge von nebenan. Nate Kremer tobt sich an den Tasten aus und ist mehr als Ersatz für den erkrankten Harpspieler Stephen Hanner, den er ersetzt.

 

Mit Cigarette als Intro legten sie los, einem druckvollen swampigen Bluesrock, der auch gleich tüchtig einheizte. Danach kam der erste Titel aus der neuen CD: The Devil’s Creek. Es folgte Steppin‘ das als ruhiger Delta Blues begann und sich langsam zu einer dampfenden Swampblues entfaltete, dann der Song Death Letter Jubilee, der dem Album auch den Titel gegeben hatte. Spätestens jetzt wurde klar, was die Band ausmacht: Solides Handwerk, gepaart mit einem unverkrampften Verhältnis zu Stilfragen und einem gutem Gespür für die Dramaturgie eines Songs. Dazu kommt eine lockere Spielfreude, die sich auch im vollen körperlichen Einsatz zeigt. Da wird getanzt und gesprungen, geklatscht und gestampft und der Funke springt auch sofort auf den Saal über, es ist kaum möglich, still zu sitzen. Der Sound ist üppig, zusammen mit Ringels Dobro lieferte Fitch mit meist verzerrtem, dreckigem Gitarrenspiel das erdige Louisiana Aroma. Die meisten Songs sind selbst geschrieben, ab und an spielen sie wenige Covers. Die Texte sind interessant und weichen vom üblichen Blues Schema ab, beschäftigen sich mit Grundsätzlichem. Leider war es streckenweise schwer zu verstehen, wie überhaupt der Sound besser eingestellt hätte sein können. Mit Out To Sea zeigten sie, dass sie auch die leisen, poetischen Töne beherrschen. Anderthalb Stunden dauerte das Konzert inklusive drei Zugaben und im Grunde genommen war jede Minute hörenswert.

 

 

Kommentare powered by CComment

Facebook Button

Diese Auszeichnungen haben wir erhalten:

SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

bluesnews ist Mitglied dieser Organisationen: