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Starker Auftritt

PascalGeiserKonzert 11_2013

Pascal Geiser erzählt gerne Geschichten und steht damit in einer langen Tradition des Blues. «Ich persönlich empfinde die Musik fast als sekundär, als Transportmittel für Gedankengut, im Zentrum jedoch soll die Geschichte stehen». So steht es auf der Frontseite seines Webauftritts. Am 29. November 2013 konnte man sich seine Geschichten in der Variobar in Solothurn anhören. Bassist Claudio Berla verspätete sich wegen eines Staus. Das Konzert konnte deshalb erst mit einer halben Stunde Verspätung beginnen und die Band brauchte einige Zeit, bis sie sich beruhigt hatte, fand aber etwa nach dem dritten Songs ihre Form wieder. Der Rezensent musste allerdings wegen der Verschiebung das Konzert früher verlassen. Der Bericht bezieht sich auf das erste Set des Abends.

Nach dem Intro ging es mit Willie Dixons I'm Ready los, gefolgt von DER Geschichte Geisers: First Time I Felt The Blues, die erzählt, wie schon sein Vater den Blues spielte und er nach dem frühen Tod seines besten Freundes zum Blues kam – oder der Blues zu ihm. Ein feiner Song, gradliniger Blues mit interessanten Rhythmuswechseln und schönem, gerade richtig langem Gitarrensolo und sehr persönlichem Text. Persönlich ging es weiter mit dem berührenden Song That's The Way Life Goes, den Geiser eben diesem Freund widmete. Er berichtete über seinen Verlust, spielte dazu eine klagende Gitarre, steigerte das Gefühl der Trauer mit einer gefühlvollen Harpeinlage und endete auf dem Höhepunkt mit dem Aufschrei nicht zu trauern, sondern wie es der Freund wollte, zu leben. Shanky Wyser unterstrich dies mit einem heiteren Pianosolo. Geiser strebte mit einem längeren Solo einen zweiten dramatischen Höhepunkt an, bevor der Song versöhnlich endete. Geiser zeigt gutes Songwriting und ein Gespür für Dramaturgie. Gleich anschliessend eine schwungvolle Version von Dylans Dirt Road Blues irgendwo zwischen Countryblues und Rockabilly angelegt, hier konnte Slobodan Stojic ein inspiriertes Solo abliefern. Dann erklärte erklärte Geiser seine Überzeugung, dass auch ein glückliche Mann den Blues spielen kann: A Lucky Man Can Play The Blues, eine R&B Nummer die in die Beine geht. Wyser emulierte eine Hammond, der Schlagzeuger Fabian Studer hätte sich ruhig etwas mehr trauen sollen, sein Spiel blieb in diesem ausgelassenen Song etwas eintönig. Als nächstes gab es einen Cover von Tom Waits Jersey Girl. Tom Waits Songs sind schwierig. Zu reduzieren gibt es sowieso nichts, eine eins zu eins Kopie geht eh nicht, allein schon wegen Waits Stimme. Geiser löst es unbekümmert, legt den Song so einfach an wie er ist, unterlegt mit der Slide Gitarre und singt einfach fröhlich los – und es gelingt. Er bringt die Stimmung des Songs auf den Punkt. Vielleicht liegt es daran, dass es nach seinem Bekunden einer der schönsten je geschriebenen Songs sei. Ausserdem merkt man bei dieser Art von Song: der Mann kann singen. Mit einem butterweichen Restless Soul schloss das erste Set.

«All I want to do in my life is playing the blues» gestand Pascal Geiser seinem Publikum im Laufe des Abends. Das hoffen wir! Alles ist da: eine kräftige, interessante Stimme; schöne Songs; hörenswerte Gitarre und Bühnenpräsenz, sowie eine Band, die Potenzial hat. Ich wäre gerne beim zweiten Set dabei gewesen. . .
 

 

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