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Lebensfreude pur - Ruthie Foster

 

Der Donnerstag brachte Ruthie Foster auf die Bühne, die damit zum ersten Mal in Basel zu erleben war. Sie tritt oft im Trio mit der Schlagzeugerin Samantha Banks und der Bassistin Tanya Richardson auf, diesmal hatte sie den Bassisten Larry Fulcher dabei. Er spielte mit einem wunderschönen Bass von Madera Guitars, der mit den im Griffbrett eingelassenen LEDs an ein Jedi Schwert erinnerte. Larry ist ein erfahrener Musiker, der unter anderem mit den Wailers und Andrew Tosh unterwegs war. Für seine Arbeit mit Taj Mahal gewann er einen Grammy und einen W.C. Handy Award (heute Blues Music Award). Samantha Banks ist zu unrecht hierzulande weniger bekannt, sie legte eine überzeugende Performance hin, mit filigraner Schlagzeugarbeit und komplexen Rhythmuswechseln. In Mississippi John Hurts «Richland Woman Blues» spielte sie den Takt mit dem Löffelschlagzeug, das ja nicht nur im Blues, sondern in der Volksmusik weit verbreitet war – und es groovte!

 

 

 

Ruthie Foster hat Musik und Tontechnik studiert, erfuhr aber im Gospelchor ihre erste Ausbildung als Sängerin, was man ihrem Gesang und ihrer Musik anhört. Ihre Stimme ist phänomenal und füllte locker den Saal des Volkshauses bis in die hinterste Ecke. Son Houses «Grinnin In Your Face» beginnt sie a capella, später wird sie von Bass und Schlagzeug sanft getragen, es bleibt aber ein gefühltes a capella Stück. Es ist mucksmäuschenstill im Saal und man kann die Gänsehaut fast sehen, die das Publikum spürt.Für ihre Songs mischt sie alle Stilarten der Rootsmusik und kombiniert daraus etwas neues. Gecoverte Songs werden radikal umgebaut, wie etwa Johnny Cashs «Ring of Fire» oder Pete Seegers «If I had a Hammer». So verwendet sie im Grunde genommen bekannte Bausteine, versteht es aber, daraus Songs kreieren, die gleichzeitig vertraut und neu klingen. Unbekümmert pendelt sie zwischen den verschiedenen Schattierungen des Blues, Gospels, Soul und auch Reggae und verströmt eine unbändige und ansteckende Lebensfreude. Das Publikum dankte mit stehendem Applaus.
 
Als Support spielte die Gewinnerin der letztjährigen Promo Blues Night, die Transatlantic Band mit Theresa Stucki ein uninspiriertes Set, das weitgehend aus Covern bestand und mit wenig Leidenschaft vorgetragen über die Rampe kam. Zwar hat Theresa Stucki eine beeindruckende Stimme, wir hatten jedoch den Eindruck, dass sie sich nicht voll entfaltete, zudem genügt es nicht, sich auf die gute Stimme der Sängerin abzustützen. Die Songs waren kaum arrangiert, es fehlte an Feuer und Ideen. So plätscherte das Set vor sich hin, ein Funke sprang nicht über und entsprechend unterkühlt fiel die Reaktion des Publikums aus.
(Foto: Ivan Kartschmaroff)

 

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