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Blues Now! bringt die Supergruppe ins Volkshaus

SouthernHospitalityDie Mütze rutschte Victor Wainwright immer wieder bis zur Nasenspitze über’s  Gesicht und Damon Fowler musste nach wenigen Takten im ersten Song, Why Do You Treat Me So Bad eine neue Saite aufziehen. Das waren aber auch die einzigen kleinen Probleme an diesem 25. September 2015 im Volkshaus in Basel. Der Rest war eine Demonstration der musikalischen Vielfalt der amerikanischen Südstaaten. Blues Now! hatte die Supergruppe zu ihrem ersten Auftritt in die Schweiz geholt und damit seine Konzertsaison 2015/16 eröffnet.

 

2011 trafen sich die Gitarristen J.P. Soars und Damon Fowler und der Pianist Victor Wainwright bei einer Nach-Festival Party in Florida zu einer Jam Session. Der Gig war so erfolgreich, dass es zu einer Minitournee kam. Man hatte nicht einmal einen Bandnamen und nannte das Ganze die «Southern Hospitality Tour», daraus entstand der Name der Gruppe. Alle drei sind Bandleader und mit eigenen Projekten unterwegs. Deshalb sind die gemeinsamen Auftritte eher spärlich. Am Bass stand Matt Walker und am Schlagzeug sass Chris Peet, der auch in Soars’ Band The Red Hots für den Beat sorgt.

Geboten wurde ein feuriges musikalisches Gumbo mit den Hauptzutaten Delta Blues, Country, Southern Roots Rock, Boogie Woogie, Soul und Gospel. Die Songs waren komplex und anspruchsvoll arrangiert, die meisten dauerten mehr als zehn Minuten und gaben Raum für üppige Soli, teilweise gerieten sie fast zu lang. Abwechslungsreich und voller Überraschungen: Manchmal wurde die Grenze zum Jazz überschritten, dann gab es wieder bodenständige Zwölftakter und auch Gospelklänge und Reggae waren zu hören..

Die Gitarristen zeigten beide Spitzenleistungen und kamen sich nie ins Gehege. Fowler demonstrierte seine Slide Fähigkeiten unter anderem damit, dass er eine Fiedel nahezu perfekt emulierte. Soars packte für Gangster Of Love seine Zigarrenkisten Gitarre aus, die sein Bruder ihm gebaut hatte. Wainwright, der sich zu Anfang des Abends zurückhielt,  zeigte  bald, dass er nicht nur zu Recht zweifacher BMA Gewinner als «Pinetop Perkins Piano Player» ist, sondern auch als Soulsänger zu dem ganz grossen gehört. In Same Old Blues überzeugte er auch a capella. Dazu gab es eine grossartige Version des Jordan/Foster Songs I’d Rather Go Blind, der vor allem in der Erstaufnahme mit Etta James berühmt wurde, deren Intensität von kaum jemandem erreicht wird. Ihm gelang es scheinbar mühelos.

Ein grossartiger Konzertabend, der drei Spitzenmusiker zeigte, die sich gegenseitig ergänzten und zu Hochform antrieben. Unterstützt wurden sie von einer makellosen Rhythmusgruppe. Die Gruppe spielt nicht sehr oft zusammen, ein Auftritt in der Nähe dürfte eher selten sein. Wenn doch: unbedingt hingehen!

Damon Fowler – Gitarre, Gesang
J. P. Soars – Gitarre, Gesang
Victor Wainwright – Keyboard, Gesang
Matt Walker – Bass
Chris Peet – Schlagzeug

Hier kann man ein Ohr voll nehmen:

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