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Das Chamäleon
SummerstageBuehne2016Man kann sich darauf verlassen, Joe Bonamassas Konzerte sind immer grundverschieden, sowohl in punkto Besetzung, als auch inhaltich. Nachdem er sich im vergangenen Jahr auf der Suche nach den Wurzeln mit Delta- und Chicagoblues beschäftigt hatte, befasst er sich 2016 mit dem Britischen Blues der Sechzigerjahre und nennt seine aktuelle Tour «A Tribute To The British Blues Explosion». Es ist die Musik, die ihn nach seiner Aussage am meisten beeinflusst hat. Am 15. Juli 2016 war er am «Summerstage Basel zu erleben. 
Mit dabei hatte er eine gut besetzte Band mit dem Gitarristen und Keyboarder Russ Irwin, dem Keyboarder und Hammondspieler Reese Wynans, dem Bassisten Michael Rhodes und dem Schlagzeuger Anton Fig. Sie spielten, wie zu erwarten war, Titel aus der Zeit des British Blues und Bluesrock.
 
Der Platz vor der Bühne war dicht gepackt, das Konzert ausverkauft. Das Publikum war gemischt mit einem Schwerpunkt bei den älteren Semestern, was wohl an dem für junge Menschen eher gepfefferten Ticketpreis gelegen haben mag. Beim Eintritt wurden Papphüte im Migros-Orange verteilt, als Folge sah man ein Meer von leuchtenden Hüten, wenn man über die Menge blickte. Ein etwas skurriles Bild, wie der als Support aufgetretenen Mark Kelly sich nicht verkneifen konnte zu bemerken.
 
Bonamassas Konzerte sind nicht für üppige Showeinlagen bekannt, alles ist seriös und nüchtern, aber den Auftritt inszeniert er jeweils sorgfältig. Zu den Klängen von Johnny Cashs Ring Of Fire kam die Band auf die Bühne und begann das Konzert mit dem Jeff Beck Titel Beck’s Bolero. Dabei hielt er sich weitgehend an das Original. Es folgte George Terrys Mainline Florida, das durch Claptons «461 Ocean Boulevard» bekannt geworden ist, dann kam der Led Zeppelin Song Boogie With Stu und schliesslich mit Let Me Love You Baby ein weiterer Jeff Beck Song.
 
So ging es dann weiter. Bonamassa stand mal links, mal rechts, mal in der Mitte, aber immer hochkonzentriert auf sein Spiel fokussiert. So interpretierte er alle Songs auf seine Weise, das heisst nahe am Original, aufgepeppt mit seinen eigenen Ideen. Dabei mäanderte er durch Songs von Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page. Beeindruckend an seinen Konzerten ist immer wieder das schier unerschöpfliche Repertoire, auf welches er zurückgreifen kann. Es gelang ihm mühelos, die musikalische Essenz der Songs zu bewahren und damit einen Hauch von Sechzigerjahre in den Park zu holen. Herausragend auch seine technischen Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, jeden beliebigen Einfall umzusetzen. Selten lässt er sich dabei von Effekten irgendwelcher Art unterstützen.
 
Mit dieser Virtuosität lauert stets die Gefahr, dass die Musik zu perfekt wird. Das Resultat ist dann ein steriles Konzert ohne Seele. Das war hier ganz und gar nicht der Fall. Bonamassa versteht es zweifellos, Perfektion und Gefühl zu koppeln. Alles in allem ein wunderbares Konzert, dargeboten von einem der zurzeit besten Gitarristen auf der Tour. Publikum und Chronist waren begeistert.
 
Lineup
Joe Bonamassa (git, voc)
Russ Irwin (git, kb, voc)
Reese Wynans (kb)
Michael Rhodes (b)
Anton Fig (dr)
 

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