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Southern Bluesrock in Pratteln

WarrenHaynesKarikaturSein Terminkalender zeigt es, er ist äusserst fleissig und ständig unterwegs. Auf seiner Europatour führte sein Weg ihn auch ins Z7 nach Pratteln: Warren Haynes. Er war mit der Ashes & Dust Band unterwegs, die neben der Besetzung seiner Gov’t Mule durch die Mitglieder des Bluegrass Trios Chessboxer verstärkt wurde:  den Banjospieler Matt Menefee, den Violinisten Ross Holmes und den Bassisten Royal Masat, sowie dessen Bruder, den Mandolinenspieler Sterling Massat. Am Schlagzeug sass Jeff Sipe.

Der Urknall der Southern Rock Szene, die Allman Brothers Band, hatte eine Menge von Musikern und Projekte hervorgebracht, eines davon die Band Gov’t Mule, die von Warren Haynes, Matt Abts und dem 2000 gestorbenen Allen Woody Anfang der Neunzigerjahre gegründet worden war. Ab 1997 verliessen Haynes und Moody die Allmann Brothers Band, um sich auf die Gov’t Mule zu fokussieren. Der Name «Government Mule» bezeichnet im Süden der USA eine Frau mit fettem Hintern und fetten Sound bot die Band durch das ganze Set.

Warren Haynes ist bekannt dafür, die Setliste während der Auftritte teilweise oder ganz zu modifizieren, sodass man nie weiss, was einem an Konzerten erwartet. Ausser einem: es ist immer praller Southern Rock / Bluesrock vom feinsten. Das war auch im Z7 nicht anders. Nicht umsonst überschlägt sich die Presse mit Superlativen, wenn es darum geht, Haynes als Gitarristen einzuordnen. Seine Soli sind extravagant und versiert. Dazu kommen die Chessboxer mit ihrem grossartigen Violinisten, der jeden Standard Country Fiddler alt aussehen lässt. Sie sorgen für eine grosse Portion Bluegrass der anspruchsvollen Sorte. Dies vermischt sich mit dem immer wieder durchschimmernden Allman Brothers Sound und ist gewürzt mit einer Prise psychedelischem Rock. Daraus entsteht eine interessante Mischung, die Haynes selbst als «Newgrass» beschreibt. Viel 12 Takte Blues ist da nicht zu hören. Dass die Band aber auch dies meisterlich beherrscht, stellte sie mit einer tollen Interpretation des Johnson Klassikers «Come On In My Kitchen» unter Beweis. Sonst gab es Songs aus dem Repertoire der Allman Brothers (Jessica, Dusk Till Dawn, Blue Sky) und eigenes Material. Zur Zugabe kam Simo für Can’t You See, einem Marshall Tucker Cover, nochmal auf die Bühne.

Eine grosse Show war nicht zu erleben. Nach jedem Song gab es ein «Thank you very much», das war’s dann mit dem Kontakt zum Publikum. Hoch konzentriert spulte die Band ihr Programm ab. Bei der Dichte der Arrangements gab es auch kaum Raum für Firlefanz. Aber auch das Zuhören war anstrengend, was durchaus als Kompliment gemeint ist. 

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