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Groove Now
Das musikalische Chamäleon

LukeWinslowKingDie Temperatur im Atlantis liess einen glauben, das Lokal liege nicht in Basel, sondern irgendwo im French Quarter in New Orleans. Dort ist Luke Winslow-King zu Hause, der auch musikalisch für einen heissen Abend sorgte. Der Sänger, Gitarrist und Komponist ist seit Mitte Juni und bis Ende Juli auf einer ausgedehnten Europatour und hatte am 23/24, Juni seine beiden einzigen Auftritte in Basel. Die Konzertreihe Groove Now ist bekannt dafür, immer wieder noch wenig bekannte, aber dafür qualitativ hochstehende Acts zu präsentieren, was ihr mit Luke Winslow-King einmal mehr gelungen ist.

 

Seit 2001 lebt der in Cadillac (MI) geborene Musiker in New Orleans, wo er auch am Konservatorium für klassische Musik Musiklehre und Komposition belegte. Zuvor hatte er auf der Interlochen Arts Academy Jazzgitarre studiert. Bereits sein erstes 2009 veröffentlichtes Album Old/New Baby wurde von der Zeitschrift American Songwriter zu den Top 10 Alben des Jahres erkürt. Zwar war er 2016 auf einer grösseren Europatour, während der er auch in Lugano zu erleben war. Trotzdem ist er bisher nur wenig bekannt.

Es fällt schwer, die Musik zu beschreiben, die er spielt. Wir kennen vermischte Stile, wir können Einflüsse erkennen, wir haben auch bestimmt viele Konzerte gehört, deren Stil unter irgendeinem, oder auch mehreren Einflüssen steht. Winslow-King geht darüber hinaus. Er ist die Inkarnation dessen, was New Orleans ausmacht: die enorme Vielfalt an musikalischen Einflüssen. Er bedient sich virtuos bei Blues, Gospel, Jazz, Folk, Country, Rock’n’Roll, karibischer Musik, oder auch aus der Klassik und mischt die Stile von Song zu Song neu, um etwas zu kreieren, das zugleich vertraut und neu wirkt. Manchmal mischt er auch gar nicht und spielt einen Song stilistisch pur, aber auch dann klingt das Ganze frisch und neu und nie krampfhaft oder gar museal. Es ist ein wenig wie beim Kochen. Man kann ein Gericht so lange kochen, bis ein neuer Geschmack entsteht, ohne dass man die einzelnen Zutaten noch erkennen kann. Oder die Ingredienzien werden nur gemischt und kurz in der Pfanne geschwenkt, so dass man jederzeit sieht und schmeckt, aus welchen Bestandteilen das Gericht besteht.

Jeder Song ist erfrischend und überraschend. Mal klingt ein Echo Muddy Waters durch, dann gibt es einen waschechten Countrysong und handkehrum rockt es drauflos, dass kein Bein stillsteht, oder es erklingt ein besinnlicher Gospelsong. Seine Texte haben Inhalt und sind persönlich, vor allem in den Songs seiner aktuellen CD I’m Glad Trouble Don’t Always Last, in welcher er die Trennung von seiner Bühnen- und Lebenspartnerin Esther Rose aufarbeitet. Dazu hat er eine angenehme, einschmeichelnde Stimme und sieht auch noch unverschämt gut aus.

In Basel wurde er vom grossartigen italienischen Gitarristen Roberto Luti begleitet, der unter anderem als Mitglied im Projekt Playing For Change bekannt geworden ist. An den Keyboards sass Nicola Venturini, den man zusammen mit Dana Fuchs schon kennenlernen konnte. Für den Groove sorgten der Bassist Christian Carpenter und der Drummer Chris Davis.

Groove Now Youtube Kanal

Website Luke Winslow-King

Aus der letzten CD I'm Glad Trouble Don't Last Always

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