Basler Veranstaltungskalender
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Überzeugende Performance

Zweiter Gig der Konzertreihe Blues Now am 14. April 2010 im Sudhaus Basel. Als Geheimtipp kündigte Patrick Kaiser den texanischen Soul Blues Musiker Darrell Nulisch an und verband die Vorstellung mit der Hoffnung, das mit diesem Konzert zu ändern. Gut möglich, denn auch das zweite Blues Now Konzert fand vor ausverkauftem Haus statt und war ganz einfach gut.

Darrell Nulisch hat viele Facetten. Seine letzte CD „Just For You (2009)“ demonstriert eindrücklich, dass der 57 jährige Sänger und Harpspieler aus Dallas zu Recht als einer der besten weissen Soulblues Musiker bezeichnet wird. Diese CD ist als bestes Soul Blues Album des Jahres nominiert, er selbst als bester männlicher Soul Blues Interpret. Nulisch bezeichnet Otis Redding oder auch Al Green als seine früheste Inspiration, daneben gehören aber auch Freddie King und Jimmie Vaughan, der in seiner Nachbarschaft aufwuchs, zu seinen Einflüssen.

Auf vielen seiner CDs wird er von teilweise von üppigen Bläserarrangements unterstützt und seine Musik lässt seine frühen Vorbilder deutlich erkennen. Heute kommt er bluesiger daher. Das liegt auch am schlanken Lineup, das aus Borny Walberg (Gitarre), Steve Gomes (Bass) und Robb Stupka (Schlagzeug), besteht. Letztere sind beide langjährige Weggefährten Nulischs. Ausser dem Youngster also ein eingespieltes Team. Wer diese Seite Nulischs mag, sollte sich Going Back To Dallas anhören, seine vorletzte CD.

Über Borny Walberg weiss man wenig. Ein in den USA lebender Gitarrist der aus Oslo stammt und der offenbar Darrell Nulisch so sehr imponiert hat, dass er ihn auf seiner Tournée dabei haben wollte, die ihn zuerst mal nach Basel führte. Dort spielte die Band am Nachmittag zum ersten Mal mit dem jungen Gitarrero zusammen, wie Nulisch bei der Vorstellung der Band erwähnte. Dass Nulisch ein gutes Gespür für junge Talente hat und diese fördert, hat er merhfach unter Beweis gestellt. Auch mit Borny Walberg stellt er ein vielversprechendes Talent vor. Er gibt seinem jungen Gitarristen Gelegenheit zu ausgedehnten Soli, scheint ihn motivieren zu wollen und zu können.

Tatsächlich schien Borny Walberg zunächst etwas nervös, was aber auch mit kleinen technischen Problemen zu tun hatte, gegen die er kämpfen musste. Wenn mir auch seine Leistung nicht darunter zu leiden schien, kam er mir im zweiten Set entspannter vor. Er ist ein Könner an der Gitarre und unterliegt für einen so jungen Musiker mit so viel Talent nur gelegentlich der Versuchung, zuviel seines Repertoires in seine Soli zu packen.

Steve Gomes ist Mitautor der meisten Songs. Daneben liefert er einen stetigen, eindrücklichen Bass ohne Firlefanz ziemlich streng entlang dem klassischen Bluesschema. Robb Stupka - er war 2008 als Bester Blues Instrumentalist Schlagzeug nominiert - zaubert durch das ganze Konzert einen antreibenden Groove aus einfach erscheinender Rhythmusarbeit. Er ist ein Meister des Weglassens, spielt sparsam und mit einem fantastischen Gefühl für Drive.

Darrell Nulisch ist kein Musiker der grossen Show. Ruhig und unspektakulär agiert er auf der Bühne. Alles scheint aus dem Handgelenk zu kommen. Er wirkt auf eine Weise sehr «laid back» und gleichzeitig tief emotional, wenn er seine souligen Titel, wie Leaving on the Morning Train oder Pouring Water On A Drowning Man singt. Auch sein Harmonikaspiel ist makellos, vor aber allem überzeugt er mit seiner Stimme, die in den weniger souligen Titel wie Ninety Nine, After All oder Worried genau so überzeugt.

Blues Now überzeugt auch mit seinem zweiten Konzert und hat bisher die von den Veranstaltern selbst gesetzten hohen Erwartungen erfüllt. Als nächstes steht im Mai mit Mike Morgan & The Crawl der dritte Texaner auf der Bühne, danach ist Sommerpause und die Konzertreihe wird im September mit dem Chicagoer Dave Specter & The Bluebirds fortgesetzt.

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