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Blues Made in Italy

Das Chabah ist ein Lokal im ehemaligen Bahnhofbuffet Kandern im Wiesental, das eine lange Geschichte als Ort kultureller Veranstaltungen hat. Neben allerlei gemischten Aktivitäten wie Public TV, Quiznight, Bingo und Karaoke macht das Lokal seit Jahren mit regelmässigen Blueskonzerten namhafter Bluesmusiker auf sich aufmerksam. Rund 25 km von Basel entfernt, finden sich auch viele Bluesfreunde aus der Schweiz zu den Gigs ein. Am 6. Oktober 2010 stellte sich dort Morblus mit einem zweistündigen Konzert vor. Hier gibt es ausserdem ein Interview mit Roberto Morbioli.

Morblus ist die italienische Band um Roberto Morbioli, die seit 1991 unterwegs ist und sich nicht nur in Italien, sondern auch international einen guten Ruf erworben hat. Morblus hat mit Künstlern wie Lucky Peterson, Paul Orta, Robben Ford oder  John Mayall zusammen gearbeitet. Die Band spielt einen Mix aus Klassikern und Eigenkompositionen in den Stilartens Blues, R&B, Funk und Soul.

Der Gig im Chabah war Teil einer Tournee durch Deutschland, Belgien und den Niederlanden, welche die Band auch nördlich der Alpen bekannt machen soll. Gleichzeitig wurde die neue CD «On The Way Back» vorgestellt und das Konzert übernahm viele der aktuellen Titel der CD. Gegenüber früheren CDs und Auftritten wurden mehr Klassiker ins Repertoire aufgenommen, was wohl auch der Titel der CD reflektiert.

Aktuell besteht die Band aus Roberto Morbioli (Gitarre und Gesang), Daniele Scala (Hammond und Keyboards), Robertos langjähriger Weggefährte, der manche der Eigenkompositionen beigesteuert hat, Stefano Dallaporta (Bass) und Diego Pozzan (Schlagzeug). Die beiden letzten sind junge Musiker und spielen auch an anderen Orten in anderen Formationen zusammen. Stefano Dallaporta beschäftigt sich dabei mit Experimental und Nu Jazz, Diego Pozzan mit Fusion, Jazz und Rock. Ein gutes Team, wie sich zeigen sollte.

Die vorgetragenen Klassiker waren nicht einfach gecovert, sondern Grundlage für eine eigene Interpretation und Ausgangspunkt für Robertos und Danieles ausgedehnte Soli, weshalb sie locker 14 Minuten (Stormy Monday, Boom Boom), oder auch 19 Minuten (Black Cat Bone) dauerten.  Das Konzert dauerte so weit über 2 Stunden und es gab 16 Songs zu hören. Zum Einstimmen gab es Live It Up, eine Eigenkomposition, gefolgt von einer sehr funkigen Version von Got My Mojo Working die nur noch am Text zu erkennen war. Publikum und Band waren nun einigermassen eingespielt und mit Stormy Monday folgte ein erstes Beispiel der Improvisationen an Gitarre und Keyboard. Getragen von einer soliden Rhythmusgruppe wechselten sich Roberto Morbioli und Daniele Scala ab, letzterer eröffnete mit einem dreiminütigen Feuerwerk an der Hammondorgel, gefolgt von einem etwa ebenso langen sanften Gitarrenpart. Alles sanft, bluesig. Gutes Timing für die Stimmung.

Das war dann auch der Tarif für den weiteren Verlauf des Abends. Solides Engagement aller Bandmitglieder. Starke Präsenz und toller Einsatz Robertos und das trotz heftiger Kopfschmerzen, wie er uns nach dem Set verriet. Die Songs sind funky angerichtet und kraftvoll vorgetragen wie (My Shoes), sanft und. Soulig wie (Ain’t Nobody’s Business), wo Roberto zeigt, wie gut er singen kann. Daniele Scala liefert ein Gänsehautsolo.

Groovig dann der Jumpblues Start It Up. Frisch, als wäre es ein Jam, um gleich darauf eine ausgedehnte Version des Albert King Klassikers l'll Play The Blues For You nachzuschieben. Als Zugabe gab es unter anderem Purple Rain.

Ein toller Abend mit einer Band, die ohne Zweifel zum Besten gehört, was Italien derzeit zu bieten hat. Das nächste Jahr wird die Band auch in der Schweiz auftreten. Nicht verpassen!

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