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Smokin‘ Joe Kubek / Bnois King Band begeistern

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Das zweite BluesNow! Konzert der Saison 2011 fand im komplett umgebauten Sudhaus in Basel statt. Die Konzertbestuhlung wurde entfernt, der Barbereich im oberen Teil als VIP Zone umgebaut und mit einem verglasten, abgetrennten Bereich ergänzt. Die Bar befindet sich nun auf der Seite des unteren Konzertbereichs, wo die Besucher nur noch ein paar Sitzplätze auf einigen verstreuten Sofas finden. Der Umbau ist gelungen, das Sudhaus erhielt durch den Umbau eine angenehme Clubatmosphäre. Der verglaste Teil ist zwar etwas wuchtig geraten, was aber nicht stört, da er sich beim Zusehen im Rücken befindet.

BluesNow! holte mit Smokin‘ Joe Kubek / Bnois King Band eine der heissesten Texas Roadhouse Bluesrock Acts auf die Bühne und zwar in der zurzeit aktuellen Originalbesetzung: Joe Kubek, Gitarre; Bnois King, Gitarre / Gesang;  Coco Henderson, Bass und Larry Nanny, Schlagzeug.

Joe Kubek stammt aus Pennsylvania, ist aber in Irving, TX aufgewachsen und war schon als Vierzehnjähriger in den Clubs in und um Dallas zu erleben und hatte mit siebzehn seine erste eigene Band. Kurz darauf spielte er Rhythmusgitarre in Freddie Kings Band bis zu dessen Tod 1976. über Bnois King ist nicht allzuviel bekannt. Er ist nicht verwandt mit den anderen «Kings», stammt aus Louisiana und tingelte durch Texas, Oklahoma und Colorado, bevor er 1979 nach Dallas zog. Er spielte dort in lokalen Jazzbands, bis er 1989 Joe Kubek traf. Seither spielen sie zusammen. 1991 brachten sie ihr Debutalbum Stepping Out Texas Style heraus. In der Schweiz waren sie bisher nicht besonders bekannt. Das dürfte sich mindestens für das Basler Publikum nach diesem Gig ändern.

Kubek steuert beim Begleiten hypnotische Licks bei, die sich sofort im Ohr einnisten und die Songs unverkennbar machen (Payday in America, Burnin‘ To The Ground, Healthy Mama). King setzt filigrane Kontrapunkte zu Kubeks rauhem Stil. Kubek erklärte es in einem Interview so: «Ich entlocke Bnois den Blues und er mir den Jazz.»

Dazu kommt Kings warme, soulige Stimme, die leider für mein Gehör zu wenig zur Geltung kam, wie ich überhaupt die Mischung suboptimal fand: der Ton war auf das akustische Zentrum eingeengt und die Balance zum Nachteil der Stimme verschoben, sodass sie vom Klang der Gitarren fast zugedeckt wurde. Ausserdem war die gesamte Aussteuerung viel zu laut. Allerdings ist der Tonmeister entlaste, die Soundeinstellungen entsprachen den Wünschen der Musiker.

Sie eröffneten das erste von zwei Sets mit My Heart's In Texas, rockiger Blues mit einem Hauch Hillbilly,  gefolgt von Payday In America, Kubek liess das erste Mal Slide hören, dann Shadows In The Dark. Sie demonstrierten damit gleich die Gründe für ihren Erfolg: Die Kombination von Kubeks rauhem «down and dirty» Gitarrenstil und Kings präzisem Spiel ergänzen sich perfekt. Die Band spielt ein breites Repertoire, mehrheitlich aus eigenen Songs und beschränkt sich dabei nicht auf heissen Bluesrock und stampfenden Texasblues, sondern beherrscht auch die leiseren Töne (The Pleasure was all Mine).

Nahtlos fügten sie die weiteren Songs aus ihrem umfangreichen Oeuvre an und begeisterten in kurzer Zeit das Publikum. Besonders aufgefallen sind mir: Burning to the Ground,  RU4 Real, Healthy Mama und Must Be Karma.) Die Stücke mit grossem Druck,  mochte ich weniger, als die eher jazzig inspirierten Call and Response Songs, bei welchen die musikalischen und interpretativen Fähigkeiten der beiden Gitarristen optimal zur Geltung kommen. Die Rhythmusgruppe war untadelig.

Ohne Zweifel ein erster Höhepunkt der diesjährigen Blues Now! Konzertreihe. Der Veranstalter bleibt seinem eigenen Qualitätsanspruch treu. Das nächste Konzert wird am 11.5.2011 die John Németh Band präsentieren.

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