Basler Veranstaltungskalender
Groove Now
Jazz 'n' More
Grossartiger Auftritt

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Idaho bringt man eher mit Kartoffeln in Zusammenhang, als mit Blues. Aber solche Kategorien gelten je länger, je weniger. Ein Name aus Boise, der Hauptstadt des nordwestlichen Bundesstaates ist in aller Munde, geht es um zeitgenössischen Blues: John Neméth. In der High School wurde der 1976 geborene Mann aus Idaho durch einen Mitschüler auf Little Walter, Freddie King und Blind Willie McTell aufmerksam, die er damals noch nicht kannte. Das war der Urknall seiner Karriere als Bluesmusiker, die steiler kaum sein kann. Mit 16 oder 17, man ist sich da nicht ganz einig, begann er in lokalen Clubs zu singen und Harmonika zu spielen, mit 18 bereits war er Profi. Inzwischen ist er in Kalifornien zuhause und gilt als einer der Stars in der modernen Blues, Soul und R&B Szene. Die Zeitschrift Livin‘ Blues wählte ihn 2010 zum «Bedeutendsten Bluessänger» und 2011 war er gleich zweimal für einen Blues Award nominiert. Blues Now! holte den talentierten Sänger, Harpspieler und Songwriter am 17. Mai 2011 nach Basel ins Sudhaus.

 

Ein gutes Händchen bewies John Nemeth mit der Wahl seiner Band Aktuell besteht sie aus A.C. Myles, Gitarre und Gesang, kein Unbekannter in der Schweiz, er war hier verschiedentlich zu erleben; Smokey Davis, Bass und Gesang und Nick Fishman, Schlagzeug. Eine junge Band, die den Eindruck bestärken, es handle sich definitiv um die Zukunft des Blues, wie jede Menge Fachleute behaupten. Natürlich keine unerfahrenen Greenhorns, sondern mit 200 plus Auftritten pro Jahr in den USA und Europa erfahrene und aufeinander eingespielte Leute, die wissen, wie man dem Publikum einen schönen Abend bereitet und das taten sie denn auch ausgiebig. Das Publikum, bei den Konzerten im Sudhaus nach unseren Beobachtungen eher zurückhaltend, war schon nach dem zweiten Song hörbar begeistert.

John Nehméth bewegt sich meist zwischen Soul und R&B, mischt eine Prise Country rein, alles in allem ausgewogen und mit viel Gespür fürs Wesentliche. Dabei versteht er es, dass man sich an Stax Records grosse Zeit erinnert, an Soulgrössen wie Percy Sledge, James Carr oder Otis Redding, ohne dass es nach Retro klingt, sondern als sei der Stil eben erst von ihm entwickelt.

Wer aber annimmt, er habe nur Schmusenummern drauf, irrt sich gewaltig. Wenn es passt, klingt er swampy, als wäre er im Delta aufgewachsen. Obwohl er in der Stadt lebe, so meinte er zwischen zwei Songs, sei er doch das geblieben, was er immer gewesen sei: ein Country Boy. Dann legte er mit dem gleichnamigen Titel los und spielte eine siedend heisse und tiefblaue Harp. Erstaunlich, wie er dem Instrument in einem ausgedehnten Solo  wunderbare und kraftvolle Riffs entlockt und gleich darauf aus vollem Rohr singen kann. Dazu klagt, grollt, knurrt und heult er mit beidem, seiner Stimme und der Harmonika. Mit A.C. Myles hat er einen ebenbürtigen Partner, der furiose Gitarrensoli beisteuert. Die Rhythmusgruppe ist untadelig.

Ein Höhepunkt der bisherigen Blues Now! Konzerte, ohne Zweifel. Mit Musikern seines Schlages brauchen wir uns um die Zukunft des Blues keine Sorgen zu machen. Sie ist schon da.

John Nemeths Website: www.johnnemethblues.com
John Nemeths Videos auf Youtube

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