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Stedtli Blues Laufen BL, 04.07.2026

Stedtli Blues 999x627

Charmant und bodenständig nennen die Laufener ihre Altstadt «Stedtli». Und ebenso charmant und bodenständig zeigt sich jeweils die Stimmung auf dem Helye-Platz, wenn Anfang Juli wieder «Stedtli-Blues» angesagt ist. Auch die 19. Ausgabe des Events lockt mit einem aufgestellten Programm.

Der Nachmittag ab 16 Uhr gehört den Darbietungen der Musikschule Laufental-Thierstein. Wer weiss, vielleicht findet sich unter den dortigen Youngstern ein zukünftiger Swiss Blues Award-Träger? Noir & Gerber kennen dieses Gefühl: Gitarrist/Sänger Simon Gerber und Bassistin/Keyboarderin/Sängerin Sophie Noir wurden dieses Jahr gleich mit zwei Awards ausgezeichnet – zum einen für das  Best Selfproduced Album («Partout Partout»), zum anderen  als Songwriter/Composer Of The Year. Im Trio mit dem Schlagzeuger Claude Kamber eröffnen Noir & Gerber um 19:00 das Abendprogramm.

Um 21 Uhr steht eine der beliebtesten Formationen des modernen, europäischen Rootsrock/Rhythm’n’Blues auf der Bühne. Thorbjörn Risager & The Black Tornado haben während der letzten gut 20 Jahre ihr Handwerk in hunderten von Konzerten quer durch den Kontinent geschliffen. Das dänische, mit einem zündenden Bläsersatz gespickte Oktett überzeugt sowohl live, wie auch im Studio – 14 hochgelobte Alben lügen nicht!

In der Kategorie «Band» der German Blues Awards schwangen 2022 der Gitarrist Andreas Diehlmann und seine Mitmusiker Jörg Sebald (b) und Tom Bonn (dr) obenaus. Das Powertrio mit auch schon neun Alben im Rucksack zählt mittlerweile zu den Aushängeschildern des deutschen Bluesrock und wird in Laufen von 23:00 bis tief in die Nacht den Energielevel hoch halten.

Alle weiteren Angaben finden sich unter www.stedtli-blues.ch.

Krissy Matthews & The Vikings - Rock And Roll Soldier

Krissy Matthews The Vikings Rock and Roll Soldier

Der norwegisch-britische Gitarrist Krissy Matthews, Jahrgang 1992, breitet auf seinem neuen Album eine bunte Palette an Stilen aus. Da versteht er unter anderem gekonnt wie Chuck Berry und Konsorten zu rocken («Mormor», «Rock’n’Roll Soldier»). Mit dem Song «Tore Hund» dann führt er den Zuhörer in die gute alte Gitarren-Instrumental-Zeit der Shadows zurück. Besonders inspiriert zeigt sich Matthews beim «44 Blues»: seine energiegeladene Version zieht respektvoll den Hut nicht nur vor dem Original von Roosevelt Sykes von 1929, sondern auch vor dem donnernden 1954er Remake von Howlin’ Wolf.

Stark an den Mega-Hit «Fever» (Little Willie John, Peggy Lee, Elvis Presley) – inklusive Bass-Intro und Fingerschnippen – erinnert die knisternde Ballade «Fell In Love With A Girl», die unter dem Titel «Fell In Love With A Boy» gleich ein zweites Mal auf der Scheibe erscheint. Einmal als Duett mit einer auf dem beiliegenden Publicity-Blatt leider nicht näher genannten Sängerin, und einmal mit reinem Solo-Gesang genannter Dame. Tief in die Mississippi-Kiste greift Matthews dann mit Robert Petways’s unsterblichem Klassiker «Catfish Blues», und auch ein handfester Texas Shuffle plus ein treibender Guitar Boogie dürfen mit «Pharo Blues», resp. «Sjitfest» (ein norwegischer Ausdruck, den wir hier lieber nicht übersetzen wollen) nicht fehlen.

Dieses Album lebt von Abwechslung, augenzwinkerndem Charme und Krissy Matthew’s flottem Gitarrenspiel.

Krissy Matthews (voc, g), Trond Hansen (b), Kare Amundsen (dr) plus guests

(CD, DL, www.rufrecords.de)

Gabe Stillman - What Happens Next?

Gabe Stillman What happends next

Gabe Stillman ist uns zum ersten Mal an der International Blues Challenge 2019 in Memphis begegnet, als er – noch blutjung – mit seiner Band die Finals erreichte, dort mit einer beachtlichen Bühnenpräsenz sowie versiertem Gitarrenspiel auffiel und folgerichtig mit dem Gibson Best Guitarist Award ausgezeichnet wurde.

Der auch neben der Bühne aufgestellte und sympathische Youngster hat sich seither stetig weiterentwickelt und legt nun mit «What Happens Next?» ein reifes Rootsrock-Statement mit erfreulich hohem Blues-Anteil vor. Gabe Stillman hat seine Hausaufgaben definitiv gemacht – wobei diese wohl kaum zu Hause, sondern eher unermüdlich tourend stattgefunden haben müssen. Schon vor sieben Jahren als emotionaler Sänger und feiner Gitarrist unterwegs, überzeugt Stillman mittlerweile ebenfalls als gewiefter, ehrlicher Songwriter, der textlich clever zu formulieren und seinen Lyrics spannende musikalische Elemente zu unterlegen weiss.

Eckpfeiler dieses durchs Band weg anregenden Albums ist der knisternde Slowblues «The Man I’m Supposed To Be», bei welchem Stillman impulsiv und dynamisch zu zeigen vermag, was er an den sechs Saiten zu sagen hat. Ferner aufgefallen: Die mit einer klagenden Slidegitarre verzierte Soulballade «Someone In My Mirror» und der Texas Shuffle «Shame Shame» – ein heisses Gitarrenduell mit Anson Funderburgh, welcher für die Produktion und das Abmischen der Scheibe im Studio besorgt war. Eine abgeklärte Reife legt Stillman ausserdem mit seiner gefühlvollen Interpretation des Gladys Knight-Hits «I’ve Got To Use My Imagination» von 1973 an den Tag. Das würdige Schlussbouquet des Albums bildet das melodiös-folkige «Gentle On My Mind», einst vor bald 60 Jahren ein Charts-Climber für Glen Campbell. Gabe Stillman gilt es im Auge zu behalten!

Gabe Stillman (voc, g), Colin Beatty (b), Ray Hangen (dr), Eric Roberts (keys), Alice Spencer (b-voc) plus Anson Funderburgh (g, prod,mix), Mark «Kaz» Kazanoff (sax)

(CD, Vinyl, DL, Gulf Coast Records/Proper/Bertus)  

Groove Now! Blues Weeks, 28.05. – 13.06.2026, Antikenmuseum Basel

Groove NowNeun Nächte mit «The Very Best in American Roots, Soul and Blues Music» verspricht das Programm 2026 der Groove Now Blues Weeks in Basel. Musikalische Schwergewichte wie Nick Moss, Victor Wainwright, Sugaray Rayford oder Mike Zito stechen aus dem abwechslungsreichen Line Up heraus.

Eines der Markenzeichen von Groove Now besteht darin, dass die Verantwortlichen zusammen mit den Musikern aufsehenerregende Projekte kreieren, welche über den normalen Bandrahmen der jeweiligen Künstler hinausgehen. All Stars-Formationen, Tribute für wegweisende musikalische Vorbilder oder gar ein Aufgreifen legendärer Konzerte des Rootsmusic-Geschichte stehen auf dem diesjährigen Spielplan im Basler Antikenmuseum.

Nick Moss, einer der führenden Persönlichkeiten des Chicago Blues, ist für die ersten drei Nächte vom 28.-30.05. gebucht – einerseits mit seinen All Stars, dann mit seiner Back Porch Blues Band, und schliesslich mit einer Chicago Blues Revue. Zu seinen Mitstreitern gehören Willy Jordan (voc,  dr), Bob Welsh (g, keys), Andrew Duncanson (voc, g), Victor Puertas (harm,  keys), Rodrigo Mantovani (b) und Pierce Downer (dr). 

Victor Wainwright, der mit seiner eigenen Formation «The Train» am 06.06. auf dem Programm steht, interpretiert tags zuvor mit Special Guest Damon Fowler «Music From The Last Waltz», jenem aussergewöhnlichen Abschiedskonzert von The Band anno 1976 im Winterland Ballroom von San Francisco. Ein weiterer Abend ist für Wainwright’s und Fowler’s Supergroup Southern Hospitality reserviert, bei welcher auch J.P. Soars mittut.

Gespannt sein darf man auf Sugaray Rayford. Der stimmgewaltige Texaner mit der überwältigenden Bühnenpräsenz widmet seinen Auftritt vom 11.06. speziell dem unvergessenen Otis Redding. Unterstützt wird er dabei von den beiden gitarristischen Blutsbrüdern Mike Zito und Albert Castiglia, dem Saxofonisten Jimmy Carpenter, dem Keyboarder Alberto Marsico sowie von Richard  Watts (tp), Willy Barber (b) und Jimi Bott (dr). 24 Stunden später erweisen Zito und Castiglia der Musik von Creedence Clearwater Revival die Ehre, bevor die Beiden am 13.06. zum Abschluss der Groove Now Blues Weeks mit Sugaray Rayford The Blues Giants wiederauferstehen lassen.

Alles Wissenswerte zu den Groove Now Blues Weeks (Spielzeiten, Formationen, Location, Tickets, etc.) finden sich unter www.groovenow.ch

15. Swiss Blues Challenge, 26.05. 2026, 18:00, Theaterplatz Baden Die 4 Finalisten sind bekannt!

15. Swiss Blues Challenge 26.05. 2026

Amaury Faivre, Dime Blend, Golden Vultures und Ronny Rast werden am Dienstag, 26.05.2026 im Rahmen des Bluesfestival Baden das Finale der Swiss Blues Challenge 2026 bestreiten.

Nicht leicht ist es der rund 30-köpfigen Nominationsjury aus Musikern, Medienschaffenden und Veranstaltern gefallen, aus den 24 Bewerbern für einen Finalplatz bei der diesjährigen Swiss Blues Challenge die vier herausstechenden Acts zu bestimmen. Die Qualität der eingesandten Soundfiles zeigte sich erfreulich hoch.

Vor Publikum und Jury werden nun Ende Mai in Baden Amaury Faivre aus der welschen Schweiz, Dime Blend und Golden Vultures aus dem Tessin und der Luzerner Ronny Rast mit je einem 25-minütigen Live-Set ihr Können unter Beweis stellen. Benoten wird die Jury nach den bewährten Vorgaben der Blues Foundation. Dabei werden der Blues Content, die  Originalität, die Bühnenpräsenz plus die gesanglichen und instrumentalen Fähigkeiten der vier Finalisten beurteilt.

Der Sieger wird die Schweiz 2027 an der European Blues Challenge (obligatorisch) und der International Blues Challenge in Memphis (fakultativ) vertreten können. Zudem verpflichtet er sich zur Swiss Blues Tour, welche Auftritte an den führenden Schweizer Blues Festivals beinhaltet.

Im Anschluss an die Rangverkündigung um ca. 20:45 wird mit der Eve Gallager Band die Siegerformation der letztjährigen Swiss Blues Challenge einen 90-minütigen Set spielen.  

Swiss Blues Challenge: Dienstag 26.05.2026, 18:00, Theaterplatz, Baden

www.swissblues.ch                   www.bluesfestival-baden.ch

Selwyn Birchwood - Electric Swamp Funkin’ Blues

Selwyn Birchwood Electric Swamp Funkin Blues

Es erscheint wie erst gestern, als der Alligator Records-Boss Bruce Iglauer an der IBC 2013 spontan den Sieger des Wettbewerbs, einen 28-jährigen musikalischen Rohdiamanten namens Selwyn Birchwood, unter Vertrag nahm. Wie doch die Zeit vergeht! Mittlerweile hat der talentierte Gitarrist und Sänger aus Florida schon sein sechstes Album auf dem Markt. Und das Faszinierende ist: Birchwood ist es jeweils auf jedem neuen Werk gelungen, die Grenzen des modernen Blues organisch weiter zu expandieren.

Electric Swamp Funkin’ Blues bildet da keine Ausnahme. Birchwood versteht es, das Essenzielle aus 80 Jahren elektrischem Blues’n’Roots herauszuschälen und perfekt für seine musikalische Vision zu kanalisieren. Selwyn Birchwoods Musik gleicht einem unerschöpflichen Kaleidoskop. Da schimmern querbeet etwa die Bottleneck-Vorgaben eines Elmore James, die unbändige Energie eines Freddie King, das clevere Songwriting eines Percy Mayfield, der trockene Funk der Meters, die Psychedelic Rock-Seite eines Jimi Hendix und auch die jubilierenden Sacred Steel-Ansätze Robert Randolphs oder der Lee Brothers durch.

Ein wichtiger, herausragender Punkt im Sound von Selwyn Birchwood stellt zudem seine langjährige, top eingespielte Band dar, aus welcher Regi Oliver herausragt. Dessen Saxofon-Stil, ob mit Bariton, Alto, Tenor oder gar Bass-Sax, prägt die Musik ausserordentlich und gibt ihr einen ureigenen Touch. Herausgehoben hier seien Oliver’s Beiträge – Begleitung sowie Solo – in der atmosphärischen Ballade «Labour Of Love». Als weitere Anspieltipps drängen sich auch «Soulmate», ein dynamischer, unter die Haut gehender Slowblues im Stile des von Jimmy Witherspoon bekannt gemachten Standards «Ain’t Nobody’s Business», und das verträumte, folkige «The Struggle Is Real» auf, bei welchem Birchwood’s tiefe, rauchige Stimme bestens zum Tragen kommt.

Wer auf zeitgenössischen, innovativen Blues der Sonderklasse steht, kommt einmal mehr an Selwyn Birchwood nicht vorbei. Der inzwischen 41-Jährige hat sich hier ein vielschichtiges und gleichwohl äusserst direkt-unterhaltsames Album auf den Leib produziert, welches nicht nur musikalisch, sondern auch textlich zum genauen Hinhören auffordert und immer wieder neue Nuancen offenbart.

Selwyn Birchwood (voc, g, lap steel), Regi Oliver (bari-ten-alto-bass sax, fl), Donald «Huff» Wright (b), Henley Connor III (dr, perc), John Hetherington (b-3, keys, p), Eli  Bishop (v, viola, cello), Briana Lutzi & Taylor Oprie (b-voc)

(CD, Vinyl, DL, www.alligator.com)

Das National Blues Museum in St.Louis, Missouri, muss seine Pforten schliessen!

National Blues Museum in St.Louis

Die Blues-Welt ist um eine wichtige Attraktion ärmer. Der Vorstand des National Blues Museums in St. Louis, Missouri, hat bekannt gegeben, dass das Museum seinen Betrieb am Freitag, dem 27. März 2026, eingestellt hat. Das Museum ist ab diesem Datum für die Öffentlichkeit geschlossen.

Hier ein Auszug aus dem offiziellen Statement: «Die wirtschaftliche Lage in der Innenstadt von St. Louis hat die Möglichkeiten des Museums beeinträchtigt, nachhaltig zu arbeiten. Die Besucherzahlen konnten in den letzten Jahren nie wieder das Niveau wie vor der Pandemie erreichen. Der Rückgang war erheblich. Der kürzliche Wegfall von Bundesmitteln hat diese Herausforderungen über das Mass hinaus verschärft, welches die Organisation verkraften kann. Nach sorgfältiger Abwägung musste der Vorstand diese schwierige Entscheidung treffen.»

Diese Nachricht macht betroffen, denn dies ist kein Einzelfall. Und besonders der zweite angeführte Grund für die Schliessung gibt zu denken. Kultur, Geschichte, Tradition und Unterhaltung sind für gewisse Kreise nicht oder nicht mehr unterstützenswert. Auch andere spezifischen Museen, Festivals, Blues Societies oder Fachzeitschriften wurden Bundesmittel abgewürgt.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2016 an der 615 Washington Avenue im Herzen der Innenstadt von St. Louis hat das National Blues Museum den tiefgreifenden kulturellen Einfluss des Blues gewürdigt und als Treffpunkt für Musik, Bildung und Gemeinschaft gedient. Das Museum hat Tausende von Besuchern, Pädagogen und Künstlern empfangen und damit die Legenden, die unbesungenen Helden und die Wegbereiter geehrt, die durch ihre Musik Generationen eine Stimme gegeben haben. Das Museum widmete sich der Bewahrung des Erbes und der Würdigung der Geschichte des Blues – jener Musik, die als Wurzel aller amerikanischen Musik gilt. Mit interaktiven Ausstellungen, Live-Auftritten und pädagogischen Programmen würdigte das Museum, wie der Blues jeden Winkel der Vereinigten Staaten und darüber hinaus die Welt  allgemein berührt und geprägt hat.

Blues Rules Festival, Parc de Montassé, Crissier-Lausanne 05./06.06.2026

Crissier

Während viele Bluesfestivals langsam zu Rockfestivals mutieren, bleiben andere fast zu sehr in der Tradition verhaftet. Blues Rules Crissier ist «weder – noch». Das Open Air Festival in der Agglomeration Lausanne gibt sich zwar das Grundlagen-Motto «North Mississippi Hill Country Blues», doch interpretieren die Organisatoren diese Vorgabe sehr offen. Neben legendären Künstlern aus dem Magnolia State wie etwa Super Chikan sind in Crissier immer auch junge, hierzulande noch kaum bekannte Interpreten aus der Gegend des Ole Man River zu hören. Zudem stehen stets auch einheimische und europäische Musiker auf der Bühne, die einen starken Bezug zu Mississippi in ihrem Sound verarbeiten. Dies ergibt jedes Mal eine ganz spezielle, zeitlose Mischung im Programm, welche auch viele junge Zuschauer anlockt.

Aus den USA sind dieses Jahr, abgesehen von James «Super Chikan» Johnson, angesagt: The Too Bad Jims, Bevery Davis, Mark Muleman Massey, Rachel Ammons und Lone Wolf. Aus Grossbritannien stammen Kitty, Daisy & Lewis, aus Tschechien Ptaszek and Buzma, aus Frankreich die Shaggy Dogs, und aus der Schweiz Bluesugar, The Bluecyclettes und DJ Phil. Die belgische Band Boogie Beasts wird als offizielle Backing Band für den einen oder anderen Festival-Act fungieren und zudem die grosse Abschluss-Jam leiten.

Auch das Rahmenprogramm des Events kann sich sehen lassen. Neben Blues-Filmvorführungen gibt es einen Meet & Greet mit den US-Musikern, drei Masterclasses (Guitar, Groove, Harmonica) mit anwesenden Festival-Künstlern, einen Oldtimer Caravan und einen Spirituals-Sonntagmorgen im Temple de Crissier.

Weitere Angaben zum Blues Rules Festival  Crissier finden sich auf www.blues-rules.com

Sierre Blues Festival 18. – 20.06.2026

Sierre Blues

Das Sierre Blues Festival zählt seit Längerem schon zu den herausragenden Open Air Events in unserem Land. Nicht nur der herrliche Blick vom grosszügig angelegten Festival-Gelände auf die  Berge und Reben, auch das vielfältige Programm, welches immer auch einheimische Künstler berücksichtigt, ist jeweils eine Reise ins Wallis wert. Neun Acts plus das charmante Sierre Blueskids-Projekt, welches jedes Jahr einer stolzen Anzahl Jugendlichen die Chance gibt, gemeinsam auf einer grossen Bühne zu stehen, sind diesen Juni angesagt.

Eine Tradition in Sierre besteht darin, den Swiss Blues Challenge-Sieger und den European Blues Challenge-Sieger zu präsentieren. Heuer sind dies am Donnerstag 18.06. gleich zwei faszinierende Musikerinnen. Zum einen die stimmgewaltige Singer/Songwriterin Alice Armstrong aus Grossbritannien, welche den Europäischen Wettbewerb im kroatischen Split für sich entscheiden konnte. Auch die Schweizer Gewinnerin besitzt ursprünglich britische Wurzeln und steht gesanglich mindestens auf dem gleich hohen Level: Die schon länger im Raum Zürich wohnhafte Sängerin Eve Gallagher gewann mit ihrer Band letzten Juli in Giumaglio die SBC. Den Eröffnungsabend abrunden wird der einheimische Paul Mac Bonvin mit seinem Americana-Sound.

Mindestens drei Bands mit dem Namen Spoonful Of Blues spuckt das Internet auf Anfrage aus. In Sierre wird die routinierte norwegische Bluesrock-Formation dieses Namens den Freitagabend eröffnen, bevor beim amerikanischen Trio Dogstar ein Leinwandstar die Bühne entern wird: Kein Geringerer als Keanu Reeves wird an der Bassgitarre zusammen mit dem Gitarristen und Sänger Bret Domrose und dem Drummer Robert Mailhouse kraftvollen Alternative Rock zelebrieren. Kraftvoll geht es ebenfalls bei dem Briten Rory Charles Graham zu und her. Unter dem Künstlernamen Rag’n’Bone Man kennt man den 41-Jährigen als Interpret von modernem, eigenständigem, rockigem Rhythm’n’Soul.

Zum Samstag: Eine bluesig-jazzige Gitarre, eine funky Orgel, ein abrockendes Schlagzeug und darüber eine Soul-triefende Stimme: Koko-Jean & The Tonics aus Barcelona überzeugen seit Jahren als Vollblut-Liveband. Das Selbe lässt sich von den Cinelli Brothers sagen. Marco und Alessandro Cinelli aus Italien fanden ihr musikalisches Glück in London und eilen mit ihrem Quartett quer durch Europa von Erfolg zu Erfolg. Seinen Erfolg redlich erarbeiten musste sich auch D.K. Harrell aus den USA. In den Fussstapfen seines Idols B.B. King gross geworden, hat der Gitarrist mit Jahrgang 1998 seinen Weg im zeitgenössischen Blues gefunden – und dies nicht nur auf der Bühne. Sein überragendes, von Kid Andersen produziertes Album «Talkin’ Heavy» (Alligator Records) hat schon mehrere Auszeichnungen einheimsen können.

www.sierreblues.ch

Seth James - Motormouth

Seth James MotormouthAus der selben Ecke in Texas wie Delbert McClinton – der Gegend um Lubbock – stammt Seth James. Deshalb verwundert es nicht, dass die Ingredienzen, die der Sänger und Gitarrist braucht, um sein musikalisches Texas Roadhouse Chili zu kochen, ebenfalls aus Blues, Soul, Rock’n’Roll, Western Swing und Country bestehen. Interpretierte Seth James auf seinem letzten Album «Lessons» noch zwölf Perlen aus McClinton’s reichhaltiger Schreibe, so erweitert er nun auf «Motormouth» das Spektrum der Einflüsse und Ideen durch weitere spannende Quellen. So zieht er einerseits beim eigenen Songwriting Spezialisten wie etwa Gary Nicholson oder Kevin McKendree bei, andererseits greift James auf Schätze aus der Federn von Leon Russell, Colin Linden, Doc Pomus oder Don Bryant zurück. Und natürlich dürfen auch zwei Nummern von McClinton nicht fehlen. Bei «I Can’t Wait», einem Song, der in einem typischen Doug Sahm-Groove daherkommt, gibt Delbert gesanglich sogar ein Gastspiel.

Seth James und eine 1A-Crew an Nashville-Cracks, darunter Rob McNelley, Steve Mackey, Lynn Williams und Keyboarder/Produzent Kevin McKendree haben ganze Arbeit geleistet. «Süffig», «ausgefeilt», «ehrlich», «direkt» und «gelungen» sind die Attribute, die einem beim Durchhören des Albums spontan durch den Kopf gehen. Die Songs sind knapp gehalten, die Soli kurz und prägnant. Herausragend etwa das cool swingende «It’s Later Than You Think». Ebenso das mitreissende, von drei Fiddeln, einer Steel Gitarre und einem perlenden Piano getragene «I’ll Be Gone» oder der Southern Rocker «I Feel The Burden». Doc Pomus’ alter Gassenhauer «Lonely  Avenue» zeigt sich hier gekonnt texanisch aufgepimpt, während bei Don Bryant’s «I Got To  Know» eine lockere Vintage-R’n’B-Stimmung aufpoppt. Herzschmerz verbreitet dagegen die ruhige Ballade «Just A Thought». Das Album endet mit dem hinreissenden, jazzig-angehauchten «Start A Brand New Day», welches klingt, als sei es einem 50er Jahre Schwarz-Weiss-Movie entsprungen. Eine durchs Band weg runde Sache!

Seth James (voc, g), Kevin McKendree (p, org), Rob McNelley (g), Steve Mackey (b), Lynn Williams (dr), Jim Hoke (sax, acc), Steve Herrmann (tp), John Hinchey (tb), Andy  Reiss  (g), Larry Franklin (fiddle), Joe  Spivey (fiddle), Kenny Sears (fiddle), «Ranger Doug» Green (g), Jeff Taylor (p), Billy Thomas (dr), Eddy Dunlop (steel-g), Brad Albin (b), Etta Britt (b-voc), Alice Spencer (b-voc), Jackie Wilson (b-voc)

(CD, DL, Qualified Records, www.sethjamesmusic.com)

The Dibs - Just For You

The Dibs Just for YouEine erfreuliche Entdeckung ist die belgisch-niederländische Formation The Dibs. Was wir hier zu hören bekommen, macht richtig Spass. Das Quintett weiss sich clever aus dem reichhaltigen Fundus des Rhythm’n’Blues zu bedienen und dabei einen gehörigen Groove laufen zu lassen. Lasst uns also erstmal für die mehr als  solide Rhythmusgruppe Engelen/Gijbels den Hut ziehen. Die Arrangements der elf Songs, die – mit Ausnahme der Stax-Soul-Nummer «You Got Me Where You Want Me» von William Bell und Steve Cropper – alle im  Bandrahmen komponiert wurden, klingen dynamisch und abwechslungsreich.

Der Opener «No Sleep» könnte direkt ein Outtake eines Albert Collins-Albums sein: Faszinierend, wie Gitarrist Stanley Patty den unvergessenen Master of the Telecaster hier zu zitieren weiss. Doch dies ist beileibe nicht sein einziges Werkzeug. Weitere Inspirationen holt sich Patty etwa im Chicago Blues oder bei einem Ronnie Earl. Sänger Peter Jacobs’ Stimme kommt blendend zum Ausdruck im Swamp-rockigen «Sick And Tired» sowie im augenzwinkernden «Getting Older». Bart Billekens Orgel trägt das soulige «Live Life» und die Bluesballade «Like Lovers Do». «Just For You» lebt von einem in die Beine fahrenden Gitarren-Riff, «Last Chance» ist purer Bluesrock. Hier sind erfahrene Kämpen am Werk, die sich Ideen, Frische und Spielfreude bewahrt haben.

Peter Jacobs (voc), Stanley Patty (g, voc), Guy Engelen (b), Jeffrey Gijbels (dr), Bart Billekens (keys, Voc)

(CD, DL, www.donor.company/naked)

Caslano Blues Festival, 17.- 21.06.2026, Caslano TI

Caslano Blues

Schon nur der äussere Rahmen des Blues Festivals im ehemaligen Fischerdorf Caslano ist einzigartig. Finden die beiden ersten Abende noch in sechs verschiedenen, malerischen Cortili – Innenhöfe – der altehrwürdigen Tessinerhäuser statt, so erklingt der Blues in den zwei Folgenächten und am Sonntagmorgen auf zwei Bühnen am lauschigen Ufer des Lago di Lugano – bei Gratiseintritt und unter freiem Himmel. Besorgt für das leibliche Wohl der Besucher sind einheimische Familien und Vereine.

Und das Ohrenfutter? Dieses offenbart, besonders für Bluesfans von nördlich der Alpen, immer viel Entdeckenswertes. Die Organisatoren legen vorwiegend Wert auf Acts aus dem Tessin oder der blühenden italienischen Blues-Szene – ergänzt durch wenig bekannte, talentierte Newcomer aus dem restlichen Europa und aus Übersee.

Aus den USA werden Shari Puorto, Steve Arley und Acantha Lang erwartet. Beeinflusst von Etta James und Janis Joplin reicht das Spektrum der Musik der vielseitigen Shari Puorto von Blues bis Roots Rock. Bei den aktuellen Wammie Awards erreichte die Sängerin das Finale sowohl beim Best Blues Song mit «Why Not Me?», als auch beim Best Americana/Country Album mit «Hold On». Zudem wurde ihr Album «Live At Bogie’s» als Best Live Release bei den L.A. Music Critic Awards ausgezeichnet. Der in Florida residierende Steve Arley ist in der Chicago Blues-Tradition gross geworden und heute als ein regelrechter Cigar Box Guitar Maniac bekannt. Nicht nur beherrscht er diese speziellen Homemade-Instrumenten aus dem Effeff, er vertreibt eine eigene Saiten-Marke und unterrichtet Cigar Box Guitar auf seinem Youtube Channel. Ursprünglich aus New Orleans stammt Acantha Lang. Die Lady mit der samtenen Stimme überzeugt sowohl mit Funk-bestimmtem Soul, wie auch mit atmosphärischen Balladen. Acantha arbeitete schon mit Jon Cleary zusammen, schrieb Songs für Robert Randolph und ihr Debutalbum «Beautiful Dreams» erreichte Platz 3 in den Official UK Jazz & Blues Charts.

Aus den italienischen Künstlern ragt die Gruppe Morblues um Roberto Morbioli heraus. Der brillante Gitarrist steht seit über 30 Jahren auf den Bühnen der Blueswelt und wird in Caslano  die  afrikanische Soul, Blues und Funk-Sängerin Jane Jeresa vorstellen. Weitere musikalische Perlen aus unserem südlichen Nachbarland: Riki  Massini, Gianluca de Palo, das Leo Ghiringhelli Power Trio, Mad Groove & The Soul Doctors und das Paolo Fabris Trio. Bluesige Schweizerisch-italienische Kollaborationen sind mit der Stefano Barigazzi  Band, Paolo Fabris  & Andrea Zinzi plus der Crossfires Blues Band ebenfalls angesagt.

Auf dem Luganersee wird zudem während den Festivaltagen eine Blues Cruise schippern. Dort unterhalten Angelo «Leadbelly» Rossi & Max Prandi und Henry’s Blues Duo, bestehend aus Enrico Penati und Giorgio Fassi.

Last but not least wird das abwechslungsreiche Programm der 12. Ausgabe von Caslano Blues abgerundet durch die französische One Man Band Bo Weavil, die kroatische Rhythm’n’Blues-Formation Riccardo Staraj & Midnight Blues Band, die Tessiner Bluesrocker Rycover + Ati, den Lokalmatadoren Joe Colombo mit seinem Trio, sowie durch das Quintett Bluesick aus Bad Ragaz, welches 2022 im Finale der Swiss Blues Challenge vertreten war.

Ci vediamo a Caslano!

www.caslanoblues.ch

Trudy Lynn - Turning The Same Ole Corners

Trudy Lynn Turning the Same ole Corners

Trudy Lynn, mit bürgerlichem Namen Lee Audrey Nelms, zählt zur Klasse der ausdrucksstarken, emotionalen Sängerinnen und pointierten Songwriterinnen im Blues und Soul-Bereich – und dies seit Jahrzehnten. Knapp 20 Alben für verschiedene Plattenlabel zieren ihr Palmarès. Festival-Auftritte weltweit stehen auf ihrem Konto. 

Der Erfolg ihres letzten Werks «Golden Girl» auf Nola Blue Records hat der Karriere der vifen, heute 78-Jährigen nochmals einen veritablen Boost verliehen. Die Firma Jus’ Blues Records hat dies zum Anlass genommen, ältere,  vergriffene Aufnahmen aus dem Jahr 2002 neu aufzulegen. Damals unter dem Namen «Memories Of You» von Trudy Lynn zusammen mit Charles Mitchell, dem Gründer und CEO der Jus’ Blues Music Foundation, produziert und veröffentlicht, lanciert das Label die zwölf hervorragend klingenden Songs nun mit dem Titel «Turning The Same Ole Corners».

Das Album zeigt Trudy Lynn auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, resp. Singens und Schreibens. Seelenvolle Balladen wechseln mit Funk-gewürztem Blues, und über allem schwebt ein leichter Gospel-Touch. Mit ihrer Stimme beherrscht Trudy die Szenerie auf beeindruckende Weise. Und nicht nur stammt die Hälfte der Tracks aus ihrer eigenen Feder, sie versteht es, mit Pep, Charme und Stil auch Fremdkompositionen ihren persönlichen Stempel aufzudrücken. Trudy Lynn versteht es, problemlos von der «Sassy Mama» zur sensitiven Lady umzuschalten – und dies oft mit einem humorvollen Augenzwinkern im Hintergrund.

Aus der elfköpfigen Backing Band mit Bläsern und Background-Sängern ragt der im Mai 2002 verstorbene Lucky Peterson mit seinen hochklassigen Beiträgen an der Orgel und der Leadgitarre heraus. Speziell erwähnenswert seine feurige Gitarrenarbeit bei «»Snatching It Back». «Do Ya», ursprünglich geschrieben von der Country-Sängerin K.T. Oslin, interpretiert Trudy Lynn hier im Huey «Piano» Smith-Stil. Reinste City Blues-Töne schlägt sie an mit ihrer Version von «C.O.D.», einem obskuren Albert King-Song von 1964 für das Coun-Tree Label. «If My Pillow Could Talk», «Precious Moments» und «Memories Of You» als feinfühlige Soulballaden zeigen die sanftere, besinnliche Seite der Sängerin. Besonders «Memories», eine Eigenkomposition von Trudy Lynn, steht als als Paradebeispiel für ihre faszinierenden, stimmlichen Fähigkeiten.

Trudy Lynn (voc), Lucky Peterson (l-g, org), Versai Sain (rh-g, b-voc), Frankie L. Floyd (b), Sam Anderson (sax), Russell Gunn (tp), Little Joe Burton (tb), Haran Griffin (keys), Lynell Boone (rhodes), Greg C. Mullin (dr), Charlie Brown (b-voc)

(CD, DL, Jus’ Blues Records)

Mike Guldin - While I Can

Mike Guldin While I Can

In die Fänge des hochkarätigen Nashville-Establishment hat sich Mike Guldin für sein neues Album begeben. Und dies äussert sich in der Tat als smarter Schritt. Nicht nur haben Big Shots wie Kevin McKendree, James Pennebaker, Gary Nicholson und Lynn Williams beim Songwriting Guldin tatkräftig unterstützt – ausser Nicholson greifen sie auch alle in die Saiten, resp. Tasten oder klopfen die Felle. Zudem glänzt McKendree im Produzentensessel. Das Resultat ist durchs Band weg vielseitig und überzeugend – Southern Music at its best!

Mike Guldin ist ein Storyteller erster Güte, der seine Geschichten als variantenreichen Rootsrock zu verpacken, und seine Stimme unaufgeregt aber stets aufmerksamkeitserregend einzusetzen weiss. Mal tendiert die Sache in Richtung knisterndem Soul, mal Richtung Swamp Rock, dann scheint wieder packender Roadhouse Blues durch, nur um von Elementen aus Funk oder Harmonien à la Country Music abgelöst zu werden.

Die Songs haben durchwegs starke Hooks, und pointiert werden die verschiedensten Instrumente eingesetzt, etwa James Pennebaker’s wunderbare Violine in «Let it Shine» oder Sal Lombardo Sr.’s feines Sax im Outro von «Goin’ Back To Memphis». Allgemein sind die Arrangements spannend aufgebaut und wirken locker und spritzig. Stark!

Mike Guldin (g, voc), Kevin McKendree (keys, g, b-voc, perc), James Pennebaker (g, v), Steve Mackey (b), Lynn Williams (dr, perc), Bill Sharrow (b), Tim Hooper (keys), Billy Wear (dr, perc), Craig Thatcher (g), Andrew Portz (tp), Kyle Hummel (sax), Sal Lombardo Sr. (sax), Jackie Wilson (voc), The McCrary Sisters (voc)

(CD, Vinyl, DL, www.mikeguldin.com)

Blues Festival Basel, 18. – 21.03.2026, Atlantis Basel

 
Blues Festival Basel Eve Gallagher1
Was gibt es Besseres als eine heisse Clubatmosphäre für Blues? Das altehrwürdige Atlantis in Basel bot während vier Abenden die ideale Location für die diesjährige Ausgabe des Blues Festival Basel.
 
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Newcomers. Die Promo Blues Night bot drei Formationen die Möglichkeit, Bühnenluft zu schnuppern und um einen Auftritt am kommenden Basler Blues Festival zu spielen. Dies gelang der multi-nationalen Band Hoodoo Sinners. Das im luzernischen Obernau beheimatete Quintett mit Wurzeln in GB/D/A/CH überzeugte mit ihrem R’n’B-Rockabilly-Mix und wird nächstes Jahr im Hauptprogramm einen garantierten Slot besetzen. Aber auch die beiden anderen Teilnehmer gehen nicht leer aus. Die Mojo Professors aus Binningen BL und Bluescorner aus dem Zürcher Oberland werden 2027 am Bebby Jazz, resp. am Summerblues auftreten.

Internationale Klasse bewies am Donnerstag die Eve Gallagher Band. Die Siegerformation der letztjährigen Swiss Blues Challenge wusste mit einem dynamisch-prickelnden Set zu gefallen, aus dem die faszinierende Stimme ihrer Leaderin herausstach. Fusste der Sound bei der Eve Gallagher Band auf zeitgenössischem Soul, so liessen es die nachfolgenden Mark Slate & Rotosphere krachen. Die Band aus dem Raum Baden um den stimmgewaltigen Mark Slate und den Co-Bandleader Nic Niedermann an der Gitarre holte das Publikum mit kernigem Rootsrock ab.

Klassischen Trio-Bluesrock gab es am Freitag von Ronny Rast und seiner Band zu hören. Der 20-jährige Luzerner beeindruckte dabei durch sein stupendes Können an den sechs Saiten. Eine besondere Art von Plattentaufe zelebrierten anschliessend Manu Hartmann und ihre Band.
 
Einerseits überraschte die Baselbieter Sängerin mit der Ankündigung, dass ab sofort ihr Live-Album «Arcabas Session» gratis und franko für alle interessierten Musikliebhaber per Download erhältlich sei (der Download-Link findet sich auf www.manuhartmann.ch). Andererseits stellten Manu Hartmann und ihre Truppe exklusiv zwei brandneue Songs, welche später im Jahr auf einem neuen Studio-Album erscheinen werden, live vor.
Das Blues Festival Basel wurde am Samstag abgerundet durch den Auftritt von Vanesa Harbek & Band und einer 80th Birthday Bash Session für und mit dem legendären Drummer Cosimo Lampis (ex-Toad).
www.bluesbasel.ch
 
SAVE THE DATE: 10.03. - 13.03.2027

Corey Harris – Alvin Youngblood Hart – Guy Davis Fight On!

Corey Harris Alvin Youngblood Hart Guy Davis Fight On
1996 begegneten sie sich ein erstes Mal am Chicago Blues Festival. Aus diesem Treffen keimte eine dauerhafte Freundschaft. Über die Jahre hat sich dann ein jeder der Drei als führender Exponent in Sachen Black Roots Music etabliert. 2013 schliesslich lancierten Corey Harris, Alvin Youngblood Hart und Guy Davis – damals noch mit Taj Mahal, Phil Wiggins und Shemekia Copeland als weitere Mitwirkende – mit einem beachtenswerten Album das Projekt «True Blues». Nun sahen Harris, Hart und Davis die Zeit für reif, zu dritt ein «True Blues Vol. 2» unter dem Namen «Fight On!» nachzuschieben.

Corey Harris erklärt: «Das thematische Bindeglied des Albums liegt darin, dass wir drei afroamerikanische Bluesmusiker sind, die darum kämpfen, unser kulturelles Erbe und unsere Tradition zu bewahren. Jeder dieser neun Titel repräsentiert ein zeitgenössisches Bild traditioneller schwarzer Lebensweisen.» Und Guy Davis fügt betreffend des Albumtitels hinzu: «Der Kampf, den wir führen, dient dazu, diese wertvolle Musikform am Leben zu erhalten. Für uns gibt es keinen großen Unterschied zwischen unseren Arrangements von Blues-Klassikern und unseren neu geschaffenen Werken. Alles ist mit dem Geist der Vorfahren verbunden.»

 
Ein jeder der Gitarristen hat drei Songs beigesteuert, die er solo aufgenommen hat. Entstanden ist ein beachtenswertes Acoustic Blues Statement von drei der aktuell besten Vertretern dieses Genres. Neben kraftvollen Eigenkompositionen besinnen sie sich auch auf sensibel arrangierte Klassiker von Mississippi Fred McDowell, Elizabeth Cotten, Reverend Gary Davis, Charley Patton und Jimmy Strother. Einzige Kritik: Das Album ist mit knapp 27 ½ Minuten doch recht knapp gehalten. Bei der Qualität des Gebotenen hätte man gerne noch viel länger zugehört.
Corey Harris (voc, g), Alvin Youngblood Hart (voc, g), Guy Davis (voc, g)
(CD, DL, Yellow Dog Records) Street Date : 17.04.2026

Manu Hartmann - Arcabas Session

Manu Hartmann Arcabas Session

Auf gut deutsch heisst es «ein Zückerchen», Österreich sagt «ein Schmankerl», der Italiener meint «una Prelibatezza», der Engländer bezeichnet es als «a Treat», und in New Orleans würde man es «a Lagniappe» nennen. Der langen Rede kurzer Sinn: Manu Hartmann veröffentlicht ein Live-Album – und zwar als Gratis-Download auf Bandcamp (Link siehe unten) für alle ihre Fans und solche, die es noch werden wollen!

Am 14. Juni 2025 spielte Manu Hartmann – Swiss Blues Challenge-Siegerin 2018, Halbfinalistin an der International Blues Challenge in Memphis 2019 und mehrfach schon nominiert für den Swiss Blues Award – mit ihrer Band einen Gig im elsässischen Ferrette. Dort ist Arcabas beheimatet, ein Unternehmen, welches Konzerte in ihrem Film/Tonstudio vor einem kleinen Publikum veranstaltet und aufzeichnet. Äusserst zufrieden mit der Stimmung und dem Sound an jenem Abend, beschloss Manu Hartmann, den Auftritt gratis und franko als Download-Album zu veröffentlichen. So here we go!

Die neun Songs auf «Arcabas Session» bieten einen wunderbaren Overview über Manu’s Karriere und ihre musikalische Vision. Der Hauptanteil der Tracks stammt von Hartmann’s letzten beiden Alben «Bad Girl» und There’s Something Wrong», dazu kommt eine Live-Version der 2024 veröffentlichten, in Richtung Bluesrock tendierenden Single «Good To Be Alive».

 Interpretationen wie der «Inner City Blues» von Marvin Gaye oder «Who’s Been Talkin’» von Howlin’ Wolf haben die Sängerin über all die Jahre begleitet und wurden je nach Bandbesetzung immer wieder spannend neu aufgesetzt. Hier dient etwa der «Inner City Blues» fast schon jazzy/fusion-mässig als Playground für ausgiebige Improvisationen: für Daniel Wäch’s Ausflüge am Keyboard, für «Phile» Philipp’s Streifzüge mit seinem Saxofon, für Manu Hartmann’s einfallsreiche Scat-Einlagen.

Das Selbstvertrauen der bestens eingespielten Band äussert sich in der Tatsache, dass sie das Konzert nicht mit einem Safety-Kracher beginnt – der brillante, balladeske «Sentimental Blues» als Opener setzt ein konkretes Ausrufezeichen dafür, was die Musik von Manu Hartmann allgemein ausmacht und was das Album im Speziellen noch alles bringen wird. Die Rhythmusgruppe Ramon Vaca/Stephan Schätti swingt, Gitarrero Simon Bucher bringt ein bodenständiges Rockelement ein, den nötigen Hauch an Jazz und R’n’B liefern Daniel Wäch und «Phile» Philipp. Herzblut und Soul schliesslich sind die Domäne von Manu Hartmann. Auf der Tradition aufbauend, aber stets innovativ, eigenständig und verspielt. So kann ein Live-Album tönen.

Manu Hartmann (voc), Stephan Schätti (dr, b-voc), Ramon Vaca (b, b-voc), Simon Bucher (g), Daniel Wäch (keys, b-voc), Roland «Phile» Philipp (sax, b-v). Mix & Master: Marco Jencarelli

….und hier ist der Download-Link zum Album (Release Date 20.03.2026):

Manu Hartmann Scan Mich

Bellinzona Blues Festival 24./25.07.2026

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Die Aussichten auf den diesjährigen Tessiner Sommer zeigen sich jetzt schon von ihrer besten Seite: Carolyn Wonderland, Justina Lee Brown, Kyla Brox, The Cinelli Brothers, Henrik Freischlader, Lovesick, Stephanie "Ocean" Ghizzoni und Joe Dallas and the Monks werden unter den Top Names des diesjährigen Bellinzona Blues Festivals zu finden sein.

Die Tessiner Hauptstadt besitzt eine lange Blues-Tradition: B.B. King, Albert King, Albert Collins, Dr. John, Little Milton, Jimmie Vaughan, Screaming Jay Hawkins, Robert Cray, Luther Allison, Bobby Rush, Little Milton, Pinetop Perkins, Susan Tedeschi, Ike Turner, Bettye LaVette, Kingfish Ingram, Selwyn Birchwood, Rick Estrin & The Nightcats….sie alle traten auf der Piazza Governo schon auf. War es ab 1989 das Piazza Blues Festival – später in Bellinzona Blues Sessions umbenannt – so existiert nun nach einer mehrjährigen Zwangspause seit 2025 mit dem Bellinzona Blues Festival ein würdiger Nachfolge-Event.

Das Programm 2026 macht gehörig Appetit. Die acht gebuchten Acts decken nicht nur eine beachtliche stilistische Bandbreite an Blues, Soul, Funk und weiteren Roots-Sprösslingen ab, es werden zudem vier fantastische Power-Ladies auf der Bühne stehen.

Carolyn Wonderland ist «Pure Texas». Von Janis Joplin hat sie die Stimme, von Johnny Winter ihr stupendes Gitarrenspiel geerbt. 2018 wurde sie von John Mayall, dem Godfather of British Blues, als erste Frau an der Leadgitarre in dessen Bluesbreakers aufgenommen. Heute steht Wonderland beim führenden Blueslabel Alligator Records unter Vertrag und rockt die Festivalbühnen weltweit.  

Justina Lee Brown muss man in der Schweiz kaum mehr näher vorstellen. Nur so viel: Die ursprünglich aus Nigeria stammende zweifache Swiss Blues Award-Gewinnerin hat nach ihrer Babypause mit neuer Band und dem neuem Album «Echoes Of Home», auf welchem sie ihre afrikanischen Wurzeln auslotet, wieder voll Fahrt aufgenommen.

Kyla Brox bekam die Musik in die Wiege gelegt. Ihr Vater, der Brit-Blues-Pionier Victor Brox förderte seine Tochter von klein auf. Schon als Teenager tat Kyla in der Band ihres Dad mit. Zusammen mit ihrem Mann Danny Blomeley (g, b) bildet Kyla nun jenes Dream Team, welches sowohl als Duo, wie auch mit Band nicht nur  auf der Insel für Furore sorgt. Kyla & Co gewannen die European Blues Challenge 2019 und erreichten an der International Blues Challenge in den USA die Halbfinals.

Auch zwischen Airolo und Sizilien existiert eine pulsierende Blues-Szene. Stephanie «Ocean» Ghizzoni z.B. steht punkto stimmlichen Ausdruck den vorgenannten drei Ladies in nichts nach. Zu den Vorbildern der 47-jährigen Italienerin, die sich auch einen Namen als Porträtmalerin von bekannten Musikern gemacht hat, zählt etwa Etta James.

Ob man die Cinelli Brothers noch als italienische Band einstufen kann, soll dahingestellt bleiben. Marco und Alessandro Cinelli leben seit einiger Zeit in London und haben von dort aus unseren Kontinent mit hervorragenden Konzerten erobert. Das Quartett Marco Cinelli, Alessandro Cinelli, Tom Julian-Jones und Jorma Gasperi zählt zu den heissesten Live-Acts der Blues-Szene.

Auch bei der Gruppe Lovesick aus Bologna steht mit der Sängerin und Bassistin Francesca Alinovi eine gewiefte Musikerin im Mittelpunkt. Zusammen mit Paolo Roberto Pianezza (voc, g, lap-steel) und weiteren Mitmusikern stehen bei ihr Americana-Sounds von Western Swing bis Rock’n’Roll auf dem Programm..

Mit Joe Dallas & The Monks ist eine international bunt zusammengewürfelte Big Band mit drei Sängern, Bläser, Rhythmusgruppe, etc. angesagt. Vertreten sind dabei das Tessin, Italien, Kuba, Chile und Spanien. Unter der Leitung des Gitarristen, Komponisten und Arrangeurs Daniel Macullo frönen die Mönche Soul, Funk, Jazz und Latin.

Last but not least begrüsst Bellinzona einen der führenden deutsche Bluesgitarren-Stilisten. Der sowohl im Studio als auch live brillante Henrik Freischlader wurde 2017 mit dem German Blues Award ausgezeichnet und erlangte zudem Bekanntheit als Produzent mit eigenem Plattenlabel.

Fr/Sa 24./25.07.2026, Piazza Governo, Bellinzona, freier Eintritt, VIP-Plätze gegen Gebühr.

www.bellinzonablues.com

Freddie King - Feeling Alright: The Complete 1975 Nancy Pulsations Concert

Freddie King Feeling Alright The Complete 1975 Nancy Pulsations Concert

Ein fantastisches Prunkstück hält das Spezialitäten-Label Elemental Music zum Record Store Day am 18. April mit «Feeling Alright: The Complete 1975 Nancy Pulsations Concert» von Freddie King bereit.

Im Jahr 1975, 14 Monate Jahr vor seinem viel zu frühen Tod mit nur 42 Jahren, war der «Texas Cannonball» auf der Höhe seines Schaffens. Mit Instrumentals wie «Hideaway» und «The Stumble» sowie den Gesangsnummern «Have You Ever Loved A Woman» oder «I’m Tore Down» wurde Freddie King zum Idol und zur Inspiration für unzählige Gitarristen von den Eric Claptons und Peter Greens dieser Welt bis zu den Feierabendmusikern im Pub um die Ecke. Mit drei hervorragenden Alben für Leon Russell’s Shelter Label und mit der von Mike Vernon produzierten LP «Burglar» konnte sich King dann auch bei einem breiten, weissen Rockpublikum durchsetzen.

Freddie King wuchs in Texas auf, zog als Teenager mit seiner Familie nach Chicago und liess sich später wieder in Dallas, Texas, nieder. Dies beeinflusste seine Musik ungemein: Er verstand es, das Beste aus Texas Blues und Chicago Blues in seinem Sound zu vereinigen: Lightnin’ Hopkins und T-Bone Walker aus dem Lone Star State, Jimmy Rogers und Magic Sam aus der Windy City waren für ihn wichtige Role Models.

1975 hatte sich King vom reinen Rhythm’n’Blues gelöst und begonnen, Funk, Soul und Bluesrock-Elemente in seinen Sound zu mischen. Er trat nicht mehr ausschliesslich auf dem Chitlin Circuit auf – er hatte den Schritt auf die Bühnen der grossen Rock- und Jazzfestivals geschafft.  

Knisternde Energie und eine Dynamik sondergleichen zeichneten Freddie King’s Auftritte aus. Seine Herangehensweise war jeweils komplett offen. Er verstand, ein Publikum zu lesen und auf  die Zuhörer zu reagieren. Keine Show war vergleichbar mit der Vergangenen. Songs konnten zu längeren, inspirierten Jams mutieren und entwickelten sich jeden Abend anders. Zudem schien sein Repertoire unerschöpflich. Nur knapp die Hälfte des Materials z.B., mit dem King und seine Truppe am 10. Oktober 1975 in Nancy ihr Publikum begeisterten, stimmt mit jenem Programm überein, welches die sechs Musiker neun Tage später im Onkel Pö’s in Hamburg auf die Bühne brachten.

Die vorliegende, knapp zweistündige Nancy-Show fächert die ganze Karriere Freddie King’s auf: Songs aus seiner Anfangszeit bei Federal und Cotillion Records, darunter eine 17-Minuten-Version des Slow Blues-Klassikers «Have You Ever Loved A Woman», wo Freddie sowohl seine Mitmusiker vorstellt und solieren lässt, wie auch kurz die beiden Blues-Klassiker «Rock Me Baby» und «The Sky Is Crying» intoniert. T-Bone Walker wird mit «Stormy Monday Blues» geehrt, sein Namensvetter B.B.  King mit «Sweet Little Angel», Jimmy Rogers mit «That’s All Right». Ein Medley verbindet King’s frühen instrumental «Sen-Sa-Shun» mit Magic Sam’s «Lookin’ Good» und John Lee Hooker’s «Boogie Chillun». Aus der späteren Phase finden sich heiss abrockende Interpretationen von Don Nix’ «Going Down» und Dave Mason’s «Feelin’ Alright».

In seiner Live-Band vereinigte King damals neben seinem Bruder Benny Turner am Bass den Drummer Calep Emphrey, der von sich behaupten konnte, in seiner Karriere sowohl bei Freddie, bei B.B. sowie bei Albert King den Rhythmus geklopft zu haben. Am Piano agierte Lewis  Stephens, den man heute noch in der Band von Mike Zito an den Tasten erleben kann. Alvin Hemphill bediente die Orgel und Ed Lively ist an der Rhythmus- und Slidegitarre zu hören.

Seit Freddie King’s Ableben sind gefühlt Dutzende von Live-Mitschnitten, leider auch mit minderem Sound-Niveau, auf den Markt geworfen worden. Auch rund zwei Drittel dieses Nancy-Konzertes waren – in guter Qualität – anno 1989 auf dem obskuren France’s Blues-Label schon mal erhältlich. Nun haben die Verantwortlichen bei  Elemental Music die Originalbänder einem sorgfältigen Lifting unterzogen und die ursprünglichen 16 Songs des Auftritts auf 3 LPs, resp. 2CDs gebannt, Diese präsentieren sie mit einem wunderschönen Booklet, welches neben vielen Fotos ein Statement des Produzenten Zev Feldman, einen Essay des Musikjournalisten Cary Baker, einen Erinnerungstext von Freddie King’s Tochter Wanda an ihren Vater sowie Geleitworte von ZZ Top’s Billy F. Gibbons enthält.

Freddie King (voc, g), Alvin Hemphill (org), Ed Lively (g), Lewis Stephens (p), Benny Turner (b), Calep Emphrey (dr)

(3LP, 2CD, DL, www.elemental-music.com)

Blues im Madlen, Heerbrugg, 27./28.03.2026

Bernard Allison

Die Leinwand im Kino Madlen in Heerbrugg wird eingerollt, die Stühle werden ausgebaut, eine Bar wird eingerichtet, Raum zum Tanzen frei gemacht, und auf der Bühne heisst es:  «Blues ab!» Seit gut zehn Jahren bringt «Blues im Madlen» hochkarätige Künstler ins St.Galler Rheintal.

Leider muss zwar der Schweizer Blues-Ambassador No.1, Philipp Fankhauser, aus gesundheitlichen Gründen absagen. Doch mit der Swiss Blues Award-Gewinnerin Larissa Baumann und ihrer Band haben die Verantwortlichen einen hervorragenden Ersatz gefunden. Larissa & Co verstehen es, Blues, Soul und Rock zu einem eigenständigen, musikalischen Amalgam zu vermischen.

Als zweiter Act für den Abend wird die Tessiner Formation Freddie & The Cannonballs anreisen. Das vom Bassisten und Sänger Federico Albertoni geleitete Sextett vertrat anno 2022 unser Land an der International Blues Challenge in Memphis und erreichte dort unter rund 100 Teilnehmern die Halbfinals. Dieser Tage ist ihr neues Album «Cannonballing!» erschienen.

Am Tag darauf werden alle Freunde kraftvoller Gitarrensounds auf ihre Rechnung kommen. Philipp «Bluedög» Gerber gehört zur Speerspitze der einheimischen Bluesrock-Bewegung. Nicht nur optisch, auch musikalisch werden bei ihm Erinnerungen an ZZ Top zu ihren besten Zeiten wach. Bernard Allison schliesslich setzt  mit seiner Musik die Tradition seines unvergessenen Vaters Luther Allison fort, und die heisst: dynamischer, zeitgenössischer Electric Blues.

Details zu Tickets, Spielzeiten, Anreise, etc. gibt es unter www.kinomadlen.ch

Studebaker John and his Maxwell Street Kings - Jumpin’ From Limb To Limb

Studebaker John and his Maxwell Street Kings

Geboren und aufgewachsen in Chicago, hat sich Studebaker John Grimaldi (Jahrgang 1952) mit Haut und Haaren dem Blues seiner Heimatstadt verschrieben. Das Harmonicaspiel legte ihm sein Vater schon in die Wiege, zur Slidegitarre brachte ihn der Besuch eines Konzertes des legendären Hound Dog Taylor. Mittlerweile zählt Grimaldi zu den Veteranen der Windy City-Szene mit 21 Alben in seinem Palmarès sowie hunderten von Auftritten von der Maxwell  Street über die Clubs und Hole-in-the-walls quer durch die ganze Stadt bis hin zu den europäischen Festivalbühnen.

Als die Pandemie wütete, funktionierte Studebaker John kurzerhand die vorübergehend geschlossene Harlem Avenue Lounge seines Freundes Kenny Zimmerman in Chicagos Vorort Berwyn, Illinois, zu einem behelfsmässigen Aufnahmestudio um und trommelte seine eingespielte Band zusammen. Eine Band, die mit viel Dampf, Hingabe und Authentizität zu operieren weiss.

Innert drei Tagen waren die elf Songs eingespielt: Elf auf eigener Scholle gewachsene Nummern, welche die Geschichte von 50 Jahren Chicago Blues respektieren und knackig-frisch daherkommen. Studebaker John und seine Truppe lassen gekonnt Erinnerungen an die Epoche eines Muddy Waters, eines Jimmy Reed, eines Little Walter, eines Howlin’ Wolf, eines J.B. Hutto, eines Billy Boy Arnold und logischerweise eines Hound Dog Taylor aufscheinen. Doch dies geschieht nicht als Museumsmusik. Hier ist der Chicago Blues noch lebendig und munter! Hier geht die Post ab!

Studebaker John (voc, g, harm), Rick Kreher (g), Mike Azzi (b), Earl Howell (dr)

(CD, DL, Continental Blue Heaven)

Muddy What? - Neon Soul

Muddy What Nein Soul

Als Sieger der German Blues Challenge 2021 vertraten Muddy What? Deutschland an der European Blues Challenge in Malmö und an der International Blues Challenge in Memphis, wo die Band bis in den Halbfinal vorstiess.

Die Formation um die Geschwister Spang versteht es, traditionellen Ansätzen einen erfrischenden, innovativen Dreh zu verpassen und neue Wege im weiten Feld der Blues-basierenden Musik zu suchen. Dazu setzen sie auf verschiedenste Elemente aus der Rootsrock-Ecke. Ein Merkmal ihres Sounds besteht darin, einen hypnotischen Groove aufzubauen und diesen stetig durch den Song laufen zu lassen. Ein weiteres typisches Markenzeichen ist der Einsatz von Ina Spang’s quirliger Mandoline, welche dem Sound den Hauch einer folkrockigen Komponente verleiht. Auch hebt Fabian Spang’s heller, deklamatorischer Gesang das Ganze von herkömmlicher Bluesrock-Dutzendware ab.

Die sechs griffigen Eigenkompositionen werden begleitet von drei clever aufgesetzten Interpretationen: Zum einen «The Lonesome Death Of Hattie Carroll» und «Blind Willie  McTell» –  beide aus der Feder von Bob Dylan. Ersterem verpassen Muddy What? ein funkig-rockiges Kleid, letzterem nehmen sie das Verträumte des Originals und ersetzen es mit druckvoller Gitarre. Aufhorchen lässt schliesslich auch die ungewohnt arrangiert Version von Jimi Hendrix’ «Voodoo Child (Slight Return)», welche zwar auf das prägende Gitarrenintro verzichtet, Ina Spang jedoch Raum gibt, ihre imponierenden Künste an den sechs Saiten so richtig auszufahren. Als Kontrast setzt anschliessend die herrlich-melodiöse Instrumentalnummer «Ina’s Lullaby» den Schlusspunkt dieses spannenden Albums.

Fabian Spang (voc, g), Ina Spang (g, mand), Michi Lang (b), Manfred Mildenberger (dr)

(CD, Vinyl, DL, www.muddywhat.com)

Altered Five Blues Band - Hammer & Chisel

Altered Five Blues Band Hammer Chrisel

Wer auf zeitgenössischen, Soul- und Rock-getränkten Blues steht, kommt an der Altered Five Blues Band nicht vorbei. Seit über 20 Jahren auf Achse, verbindet das Quintett aus Milwaukee (Wisconsin) Tradition mit Moderne. Ideenreichtum und Spielfreude gehen Hand in Hand mit Professionalität und Routine.

«Hammer & Chisel» ist – wenn wir richtig gezählt haben – das neunte Album der Band. Aufgenommen wurde unter der Leitung von Tom Hambridge im Juli 2025 in Nashville. Dabei ist es dem Grammy Award Winning Producer gelungen, den kernigen Livesound der Truppe auch im Studio einzufangen. Geschrieben wurden die elf abwechslungsreichen Songs alle im Altered Five-Bandrahmen, wobei Gitarrist Jeff Schroedl als Hauptakteur fungierte.

«I Got It Good» eröffnet die Scheibe mit einem an Freddie King’s «Palace Of the King» erinnernden Riff, entwickelt sich aber dann zu einer kernigen, mit Bläsern unterlegten Soulnummer, die Stax Ehre erweisen würde. «Dare Me To Do It» greift auf ein Chicago Blues-Gitarrenmotiv zurück und birgt zusätzlich eine feine, von Jason Ricci gespielte Harmonica. Tief in herrliche Slow Blues-Gefilde führt uns «Lotta Love Left In Me». Herausragend ebenfalls der dynamisch abrockende Titelsong, die kraftvolle Ballade «Hell Or High Water» und das mit einem New Orleans Beat unterlegte «Crazy One».

Die Rhythmusgruppe Mark Solveson/Alan Arber agiert unspektakulär, aber extrem gefühlvoll und songdienlich. Die Riffs und Soli von Jeff Schroedl und Steve Huebler an Gitarre, resp. Keyboards sind fein konzipiert und ausdrucksstark. Über allem steht Jeff Taylor’s markige, warme Stimme, welche ihre Botschaft verkündet. Und diese befasst sich mit den Freuden, Ängsten und Erfahrungen des täglichen Lebens im 21. Jahrhundert. Ja, nicht nur die Musik und die Arrangements, auch die Lyrics der Altered Five Blues Band überzeugen: Allen voran «Who Can You Trust», «Headline Blues» und «The Will Of Man».

«Hammer & Chisel» beweist sich als «All Killer, No Filler»-Album und zeigt fünf Musiker auf ihrem kreativen Höhenflug.

Jeff Taylor (voc), Jeff Schroedl (g), Mark Solveson (b), Steve Huebler (keys), Alan Arber (dr) plus Jason Ricci (harm), Max Abrams (sax), Julio Diaz (tp)

(CD, Vinyl, DL, www.blindpigrecords.com)

Lil’ Ed And The Blues Imperials - Slideways

Lil Ed And The Blues Imperials SlidewaysLängst schon dürfen wir Lil’ Ed Williams zum Kreis der stilprägenden Slidegitarristen zählen. Mittlerweile selbst schon 71-jährig, zelebriert Lil’ Ed mit Energie, Humor und viel Gefühl den einst von Leuten wie Elmore James, Robert Nighthawk, Hound Dog Taylor oder Ed’s Onkel J.B. Hutto entwickelten Sound. Das zehnte Album des Wirbelwinds aus Chicago für Alligator Records steht seinen Vorgängerscheiben in nichts nach: Ehrliche, handgemachte Musik für Beine, Bauch und Seele.

Das über Jahrzehnte in hunderten von Shows und Studiostunden gewachsene Zusammenspiel des Quartetts treibt die 13 Songs an. 12 davon stammen aus der Feder von Williams, zum Teil mit der Unterstützung von seiner Frau Pam resp. von Carmine Cervis. Mit «Homeless Blues» interpretiert Ed zudem eine Nummer des ein wenig in Vergessenheit geratenen Chicago-Pianisten Willie «Long Time» Smith von 1947. Einen willkommenen, zusätzlichen Boost erhält das Album durch das Mitwirken des hochtalentierten Tastenmeisters Ben Levin an Piano und Orgel bei acht der Tracks.

Durchwegs von den ersten, herrlich scheppernden Gitarrentönen des Openers «Bad All By Myself» bis zum abschliessenden heissen Boogie des augenzwinkernden «You Can’t Strike Gold From A Silver Mine»: Lil’ Ed And The Blues Imperials verkörpern wie keine andere Band das Motto von Alligator Records: «Genuine Houserockin’ Music»!

Lil’ Ed Williams (voc, g), Michael Garrett (g), James «Pookie» Young (b), Kelly Littleton (dr), plus Ben Levin (p, org)

(CD, Vinyl, DL, www.alligator.com)

Rick Vito - Slidemaster

Rick Vito Slidemaster

Man bedauert es fast eine wenig, dass Rick Vito auf seinem neuen Album nicht singt. Nicht nur auf der Vorgängerscheibe «Cadillac Man», auch bei Mick Fleetwood und dessen Blues Band war Vito’s gefühlvoller Gesang ein wichtiger Bestandteil. Aber das Spiel des 76-jährigen an den sechs Saiten ist derart stupend, innovativ und seelenvoll, dass wir absolut begeistert von einem reinen Instrumental-Album sein dürfen. Einige der Songs sind Neu-Abmischungen älterer Aufnahmen Vito’s. Dazu stellt er eine Reihe neuer, extra für dieses Projekt produzierte Instrumentals.

Vito präsentiert uns 12 Leckerbissen, von denen der eine oder andere im Original schon Musikgeschichte geschrieben hat. Gleich zwei Songs von Rick’s grossem Vorbild Peter Green sind vertreten. Zum einen «The Supernatural», mit welchem es  Green auf dem John Mayall-Album «A Hard Road» schaffte, aus dem Schatten seines damaligen Vorgängers Eric Clapton zu treten. Zum anderen nimmt sich Vito «Albatross» an, jenem Fleetwood Mac-Kleinod, welches im Januar 1969 an die Spitze der UK-Charts schoss. Bei beiden Interpretationen hält sich Vito Im Arrangement relativ stark an das jeweilige Original, geniesst es aber hörbar, gewisse Linien, die Green mit den Fingern gegriffen hat, mit geschmackvollem Bottleneck-Spiel zu veredeln. Waren «The Supernatural» und «Albatross» von Haus auf schon Instrumentals, wird es spannend mit «A Change Is Gonna Come» und «The Lord’s Prayer»: Beim Sam Cook-Klassiker und bei der Gospelhymne zelebriert Rick Vito die Gesangsmelodie gefühlvoll mit der Slidegitarre im Stile einer klagenden menschlichen Stimme.

Vito versteht es hervorragend, Bausteine aus der Bluesgitarren-Geschichte neu zu formieren und damit einen eigenen Weg zu beschreiten. So stechen etwa aus den beschwingteren Songs der Opener «Vegas Jump» oder das mit einem Bo Diddley-ähnlichen Rhythmus unterlegte «The  Big Beat» heraus. «Steal Away» und «Red Hot Baby» dürften alle Elmore James-Fans erfreuen, während «The Danger Zone» eine gewisse Verwandtschaft zu «Love That Burns» von Fleetwood Mac’s «Mr. Wonderful»-Album herausstreicht. Zu den absoluten Höhepunkten dieses atmosphärischen Albums schliesslich zählt «River Of Blues», wo es schwer nach einer Resonatorgitarre tönt, die einen tief nach Mississippi entführt.

«Slidemaster» glänzt als eine weitere, faszinierende Perle in der eindrücklichen Karriere des Slidemasters Rick Vito. Oder wie Bonnie Raitt – selber eine Koryphäe in Sachen Blues’n’Roots  treffend zu formulieren versteht: «Rick Vito’s guitar playing is as cool and sharp as a Cadillac tail fin!»

Dr. John - Live At Rockpalast 1999

Dr. John Live At Rockpalast 1999

Mac Rebennack alias Dr. John hat uns im Juni 2019 verlassen – seine Musik lebt weiter. In die Reihe der seit seinem Tod erschienenen Live-Alben (Montreux, Village Gate) reihen sich diese Rockpalast-Aufnahmen nahtlos ein. Mitgeschnitten in Ton und Bild wurde dieses Konzert am 9. Juli 1999 im einzigartigen Loreley Open Air-Theater, St. Goarshausen, Deutschland.

Interessanterweise griff der damals 57-jährige Pianist für seinen Rockpalast-Gig auf viele ältere Stücke seiner Karriere zurück. Aus seiner Voodoo-Phase Ende der 1960er stammen etwa «Mama Roux» und «I Walk On Guilded Splinters». Seine kommerziell erfolgreichsten Momente hatte der Pianist 1972/73 mit den Alben «Gumbo» und «In The Right Place». Aus dieser Zeit erklingen hier «Iko Iko», «Big Chief», «Qualified», «Right Place, Wrong Time» und sein Mega-Hit «Such A Night». Aktueller damals anno 1999 waren «Goin’ Back To New Orleans» (ab der gleichnamigen Scheibe), «I’m Gonna Go Fishin’» vom Duke Elegant-Album und «Soulful Warrior» von «Anutha Zone».

Wird im Eröffnungs-Song «Iko Iko» noch heftig an der Soundeinstellung gearbeitet, so ist der Rest des Konzertes vom Klang her durchwegs zufriedenstellend. Dr. John wirkt inspiriert, seine langjährige Rhythmusgruppe mit David Barard am Bass und Herman Ernest am Schlagzeug spielt «Pure New Orleans» und der ursprünglich aus New York stammende Gitarrist Bobby Broom setzt mit seinem Jazz-Background spannende Kontrapunkte.

«Live at Rockpalast» beweist sich nicht zuletzt auch wegen des dazugehörenden, ausgezeichnet aufgenommenen Filmmaterials als ein weiteres spektakuläres Denkmal für einen der einflussreichsten und vielseitigsten Musiker der Szene.

Dr. John (voc, p, perc), David Barard (b, voc), Bobby Broom (g, voc, perc), Herman Ernest (dr, voc, perc, fl)

(CD/DVD/Digital, www.migmusic.de)

Note magiche in Bellinzona - 30.04.2026

Locandina Webb Sisters 2

Am kommenden 30. April findet im Teatro Oratorio Parrocchiale in der Salita alla Motta 14 in Bellinzona, hinter der Stiftskirche ein Konzert der fantastischen Webb Sisters statt, das vom Verein Bellinzona Blues (ABB) unter der Schirmherrschaft des Labels Bellinzona Blues ‚N‘ More organisiert wird. Die Zwillinge Charley und Hattie, bekannt für ihre aussergewöhnlichen Harmonien, begleitet von Harfe, Gitarre, Mandoline und Percussion, haben mit Leonard Cohen, Sting, Tom Petty, den Heartbreakers und zuletzt mit David Gilmour auf seiner Welttournee zum Album Luck and Strange gespielt, gesungen und aufgenommen. Auf der Bühne werden sie vom Duo Corde Sciolte begleitet, in einer Kombination aus barocker Architektur, Jazz Manouche und afrikanischen, lateinamerikanischen und irischen Rhythmen.

Im Juli 2025 brachte die ABB das renommierte Festival in Piazza Governo zurück in die Stadt, das in den 1980er Jahren ins Leben gerufen und von der Blues Foundation in Memphis mit dem Keeping the Blues Alive Award ausgezeichnet wurde. Nach dem Publikumserfolg und den positiven Kritiken der Ausgabe 2025 plant die ABB in diesem Jahr parallele Veranstaltungen mit Musik auf höchstem Niveau: Musikgenres, die gemeinsame Ursprünge oder Affinitäten zum Blues haben.

Der künstlerische Leiter Marco Pallua und das gesamte Komitee möchten nicht unbedingt Blues-Auftritte anbieten, sondern Künstler, deren musikalisches Angebot dazu beitragen kann, Bellinzona in dieser kulturellen und sozialen Hinsicht international besonders attraktiv zu machen.

Für diese Veranstaltung hat sich die ABB entschlossen, mit dem Verein «Pane e rose per la casa delle donne» zusammenzuarbeiten. Dieser unterstützt die Tätigkeit der Beratungsstelle für Frauen, die Opfern häuslicher Gewalt und ihren Kindern ein offenes Ohr und Beratung sowie einen geschützten Ort bietet. Wer die Arbeit der beiden Vereine unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an folgende Bankverbindung tun: Associazione Bellinzona Blues, CH95 8080 8003 1507 3988 1, Banca Raiffeisen Bellinzonese e Visagno; Vereinigung Pane e Rose für das Frauenhaus, CH77 0076 4213 4278 0200 2, Banca Stato. Mit TWINT kann man auch Fördermitglied des Bellinzona Blues Festivals werden.

www.bellinzonablues.com

Bluesfestival Baden 23.05. – 30.05.2026

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Das Bluesfestival Baden hat stets ein Auge auf stilistische, wie geografische Ausgewogenheit. So wecken auch dieses Jahr hochspannende in- und ausländische Musiker jeglicher Couleur den Appetit der Blues Community. Doch schön von vorne: Zu den traditionellen Amuse-Bouches im Vorfeld des Hauptprogramms zählt das Blues-Schiff auf dem Hallwilersee. Dieses wird heuer am 16.05. mit der musikalischen Begleitung von Beth Wimmer & Mike Bischof, sowie dem diesjährigen Gewinner des Best Emerging Act Award der Swiss Blues Society – The Delta Magpie – die  Wellen durchpflügen.

Zu den angesagtesten Livebands in Europa zählen die  Cinelli Brothers. Seit Marco (voc, keys, g) und Alessandro Cinelli (voc, dr) ihre italienische Heimat verlasse und in England nebst einer neuen Bleibe die beiden Soul Mates Tom Julian-Jones (voc, harm, g) und Jorma Gasperi (voc, b, g) gefunden haben, ist keine Bühne mehr vor ihnen sicher. An der European Blues Challenge 2023 im polnischen Chorzow haben die  Cinellis die Tessiner Freddie & The Cannonballs kennen gelernt. Die dadurch entstandene dicke Freundschaft der beiden Bands bietet die beste Voraussetzung für einen heissen, gemeinsamen Konzertabend in Baden (Samstag 23.05.2026).

Das Finale der Swiss Blues Challenge 2026 wird dieses Jahr im Rahmen des Bluesfestival Baden stattfinden. Bis Ende Februar läuft noch die Anmeldefrist für interessierte Teilnehmer. Ende März  wird die Swiss Blues Society die Namen jener vier Acts verkünden, welche von der Jury ausgewählt wurden, den Final zu bestreiten. Die Siegerformation der letztjährigen Challenge, die  Eve Gallagher Band, wird den Abend abrunden. 

Bleiben wir gleich bei der Schweiz: Noir & Gerber aus dem Jura gehören zu den Abräumern des letzten Jahres. Ihre CD «Partout Partout» wurde von der Swiss Blues Society zum «Best Self Produced Blues Album» gekürt, und an den Swiss Blues Awards wurde die Band zudem mit dem «Songwriter/Composer of the Year Award» ausgezeichnet. Frisch prämiert als «Instrumentalist/Singer of the Year» präsentiert sich auch Walter Baumgartner. Der Ostschweizer Harmonica-Maestro wird mit Acoustic Blues Drifter auftreten sowie einen Workshop leiten. Songs von ihrem neuen Album «Echoes Of Home», auf welchem sie ihre afrikanischen Wurzeln auslotet, wird Justina Lee Brown vorstellen. Ebenfalls am Bluesfestival mit dabei: die Acoustic Blues Brothers Dinu Logoz und Rolf LL Lüthi. Über den Blues-Tellerrand hinaus wagt sich das Festival mit dem Konzert von Seraina Telli & Guests. Zudem dürfen wir uns wieder auf die Plattentaufe der aktuellen BluesKidz-Formation freuen.

Zu den ausländischen Stars: Zwei Künstler reisen aus dem Mutterland des Blues an. Bette Smith, stimmgewaltige Sängerin aus New York, wird dieses Jahr Baden beehren. Und: Einen grossen Namen trägt Devon Allman. Der Sohn von Greg Allman bringt für seinen Blues Summit – exklusiv in der Schweiz – diverse Special Guests mit. Aus Österreich reist «Sir» Oliver Mally an, aus Deutschland die mehrfach mit einem German Blues Award ausgezeichnete Jimmy Reiter Band und aus Tschechien das Petra Börnerova Trio.

Die Details zum Gesamtprogramm, welches auch Workshops, Gratiskonzerte und einen ökumenischen Pfingstgottesdienst mit Richard Koechli’s blues’n’classic-Projekt umfasst, finden sich auf www.bluesfestival-baden.ch.

51. Internationales Jazzfestival Bern 24.03. – 30.05.2026 - Big Names des Blues kommen nach Bern!

marians jazzroom

Marians Jazzroom an der Engestrasse 54 in Bern bildet auch dieses Jahr wieder die ideale Venue, um brillante Künstler hautnah live zu erleben. Noch vor dem offiziellen Festivalbeginn, aber äusserst empfehlenswert: die Woche mit dem Pianisten Anthony Geraci, seines Zeichens Blues Award Gewinner 2023 (17.02. – 21.02.2026).

Fahrt nimmt das Berner Jazzfestival dann mit Shemekia Copeland auf. Schon in jungen Jahren  startete die Tochter des unvergessenen Johnny Clyde Copeland ihre Karriere und landete mit 19 Jahren einen Plattenvertrag beim führenden Blues Label Alligator Records. Neun Blues Awards und drei Grammy Nominationen später zählt  Shemekia zu den Top Acts in der Blueswelt (24.03. – 28.03.2026).

Auch Chris Thomas King (Jahrgang 1962) wurde der Blues in die Wiege gelegt. Sein Vater Rockin’ Tabby Thomas zählte zur Gilde der Swamp Blueser Louisianas und führte lange den Musikclub «Tabby’s Blues Box & Heritage Hall», wo der junge Chris sein Handwerk lernte (31.03. – 04.04.2026).

Vanessa Collier studierte Musik am Berklee College of Music und verdiente anschliessend ihre Sporen «on the Road» in Joe Louis Walker’s Band ab. Mittlerweile bespielt die charismatische Multi-Instrumentalistin mit ihrer eigenen Band erfolgreich die grossen Festivalbühnen (14.04. – 18.04.2026) weltweit.

Ein weiterer Musiker, der aus dem Schatten seines Vaters herausgetreten ist, wird Marians Jazzroom beehren. Ronnie Baker Brooks agierte lange Jahre als Bandleader in der Truppe seines Vaters Lonnie Brooks. Seit kurzem – wie sein 2017 verstorbener Vater – ebenfalls bei Alligator Records engagiert, geht Ronnie unbeirrt seinen eigenen musikalischen Weg (28.04. – 02.05.2026).

www.mariansjazzroom.ch

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13Apr
Mo 13 Apr, 2026
00:00h
BeLu's Connection

14Apr
Di 14 Apr, 2026
19:30h
Leif de Leeuw Band

15Apr
Mi 15 Apr, 2026
20:00h
Henrik Freischlader

16Apr
Do 16 Apr, 2026
00:00h
Philipp Fankhauser

16Apr
Do 16 Apr, 2026
20:00h
Hendrik Freischlader

17Apr
Fr 17 Apr, 2026
00:00h
Manu Hartmann

18Apr
Sa 18 Apr, 2026
20:00h
Rambling Pony's

18Apr
Sa 18 Apr, 2026
20:00h
The Delta Magpie

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