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Mike Vernon (1944 - 2026)

Mike Vernon

Mike Vernon war Musiker, spielte vor einigen Jahren mit seiner Band sogar am Lucerne Blues Festival. Doch der Community wird er in Erinnerung bleiben als jener Produzent, Studiobesitzer und Label Boss, der die britische Szene wie kein Zweiter geprägt hat.

Geboren als Michael William Hugh Vernon in Harlow, Middlesex, England, arbeitete Mike in den frühen 1960er Jahren für Decca Records, wo er verantwortlich zeichnete für die beiden wegweisenden John Mayall-Alben «Bluesbreakers» mit Eric Clapton resp. «A Hard Road» mit Peter Green. Doch nicht genug damit: Die Platten von Fleetwood Mac, Savoy Brown, Chicken Shack, Duster Bennett, Ten Years After, der Climax Blues Band und viele andere Brit-Blues-Produktionen der ersten Stunde trugen Vernon’s Handschrift.

Um mehr Freiheiten für seine Tätigkeiten geniessen zu können, gründete Mike Vernon einerseits das Blue Horizon Label, andererseits richtete er mit seinem Bruder Richard in London die Chipping Norton Recording Studios ein, wo unter anderem auch Freddie King sein «Burglar»-Album einspielte. Als weitere US-Blues-Legenden nahmen etwa Eddie Boyd, Champion Jack Dupree, Mickey Baker, Johnny Shines, Bukka White, Lightnin’ Slim, Sunnyland Slim, Otis Spann oder Furry Lewis die Dienste von Mike Vernon in Anspruch.

Fast ein wenig unter ging neben all den erfolgreichen Bluesproduktionen des Engländers, dass er auch ein Händchen für Pop und Rock-Produktionen besass. So entstanden unter seiner Regie u.a. das Debutalbum von David Bowie, die Hits von Level 42 und von der holländischen Band Focus sowie die Storyteller-Anthologie von Rod Stewart.

Für seine immensen Verdienste um die britische Musik wurde Mike Vernon anno 2020 zum Member of the Order of the British Empire (MBE) ernannt.