26. Jus’ Blues Music Awards 2026, Biloxi, Mississippi

Das IP Casino Resort Spa in Biloxi, Mississippi, war vom 30. Juli bis 1. August dieses Jahres Schauplatz der 26. Jus’ Blues Music Awards & Conference.
Im Gegensatz zu vielen anderen Blues Award-Verleihungen weltweit ist es der Non-Profit Organisation Jus’ Blues Foundation ein Anliegen, mit ihren Auszeichnungen speziell die Afro-amerikanischen Schöpfer im Blues & Roots Music-Bereich zu würdigen. Umrahmt von Dinners, Live-Auftritten, Ausstellungen und Konferenzen rund um den Blues wurden dieses Jahr an der von Host Tyrone Davis geleiteten Awardshow14 Persönlichkeiten geehrt.
Zum ersten Mal wurde heuer ein Sideman Award verliehen, um für einmal jene Musiker ins Rampenlicht zu stellen, die hart daran arbeiten, den jeweiligen Star gut aussehen zu lassen. Diese Auszeichnung wird nun in Zukunft nach seinem ersten Träger «Benny Turner Award» benannt. Benny (Jahrgang 1939) war lange Jahre Bassist und musikalischer Leiter bei seinem viel zu früh verstorbenen Halbbruder, dem legendären Freddie King. Später übte Benny diese Funktion bei Mighty Joe Young und bei Marva Wright aus, bevor er schliesslich seine Solo-Karriere startete. Benny Turner’s faszinierendes Leben lässt sich übrigens hautnah nachverfolgen anhand seiner 2017 erschienen Autobiografie «Survivor: The Benny Turner Story».
Unter den weiteren Preisträgern finden sich die Sängerin Queen Iretta Sanders, der Gitarrist, Harmonicaspieler und Sänger Harrell Davenport, die Sängerin J’Cenae Williams, der Sänger Jaye Hammer, die Sängerin Mzz Reese, der Gitarrist und Arrangeur Rico McFarland, die Radiomacherin Tracy Bethea, der Musiker, Komponist, Arrangeur und Produzent Mose Stovall, der Multi-Instrumentalist Singa B, der Direktor und Geschäftsführer des B.B. King Museums Robert Terrell, der Gitarrist und Sänger Memphis Gold, der Keyboarder Roosevelt Purifoy und der Gitarrist und Sänger Jamiah Rogers.
Bellinzona Blues Festival 24./25.07.2026

Wie ein Damoklesschwert hingen zum Schluss drohende Gewitterzellen über der Stadt Bellinzona. Doch Petrus hatte ein Einsehen mit der Blues Community und öffnete die Schleusen erst buchstäblich mit dem letzten Ton der letzten Zugabe einer durchs Band weg überzeugenden Veranstaltung – dafür goss es dann aber richtig!
Der Nachfolge-Event des legendären Piazza Blues Festivals hat seine Feuertaufe – nach dem letztjährigen Re-Launch – nun mit Bravour bestanden. Hand in Hand mit der hervorragenden Organisation ging die brillante Arbeit der Soundcrew, welches den acht Acts ermöglichte, musikalisch aus dem Vollen zu schöpfen und damit dem zahlreich aufmarschierten Publikum bestes Ohrenfutter zu bieten. Zwei Tage lang stand die Piazza Governo im Zeichen hochklassiger internationaler Blues’n’Roots Music.
Für den Start sorgten zwei italienische Formationen, die verschiedener kaum sein konnten. Während Lovesick um Paolo Roberto Pianezza (voc, g, lap steel) und Francesca Alinovi (voc, upright-b) mit einem clever aufgesetzten, eigenständigen Approach von Western Swing, Rockabilly, Country, Folk und Rock’n’Roll glänzten, gab sich Stephanie «Ocean» Ghizzoni dem tiefen amerikanischen Süden hin und interpretierte Louisiana-Perlen von den Meters bis Dr. John. Auch durfte ein atmosphärisches «The House Of The Rising Sun» in ihrer Darbietung nicht fehlen.
Den Vorschusslorbeeren gerecht wurde Carolyn Wonderland. Ausdrucksstark an Stimme, Slidegitarre und Gitarre offenbarte die Alligator Records Artistin mit ihrem dynamischen Set die ganze Bandbreite des Texas Roadhouse Blues. Und es sollte noch mehr kommen: Den Energie-Level zu übernehmen und weiterzutragen – dies verstand mit den Cinelli Brothers eine der führenden europäischen Live-Truppen der Gegenwart. Rock, Soul und Blues vereinigten sich in der Musik von Marco und Alessandro Cinelli sowie ihren Mitstreitern Tom Julian-Jones und Jorma Gasperi zu einem organischen und mitreissenden Ganzen. Eindrücklich ihr mehrstimmiger Gesang, faszinierend ihr Beherrschen verschiedenster Instrumente. Als Sahnehäubchen baten die Cinellis die Lokalmatadoren Federico Albertoni und Mad Mantello von der Tessiner Band Freddie & The Cannonballs auf die Bühne, um das gemeinsam geschriebene und aufgenommene «Dancing Shoes» zu intonieren.
Mit lokalen Grössen startete auch der Samstag. Unter der Leitung des Bassisten Daniel Mancullo beeindruckte eine veritable Tessiner «Supergroup» namens Joe Dallas & The Monks. Mit vier Bläsern und zwei Chorsängerinnen zusätzlich zur Core-Band intonierte die Monks einen brillant arrangierten funky Soul-Sound, der sich an Vorbildern wie etwa der Average White Band oder Tower Of Power anlehnte. Erwähnenswert dabei die variable Stimme und die erfrischende Bühnenpräsenz von Sänger Greg Fontana.
Gleich zwei Ladies mit unter die Haut gehenden Stimmen gaben sich anschliessend die (Bühnen)-Klinke in die Hand. Kyla Brox und Justina Lee Brown wissen beide ihre Emotionen auf bestechende Art gesanglich auszuleben. Während sich Kyla in ihrer Musik stark auf ihre Wurzeln im britischen Blues stützte – sie wuchs in der Band ihres Vaters, der Brit-Blues-Legende Victor Brox auf – mischte Justina ihrem Funk und Soul eine gehörige Portion an Rhythmen und Melodien ihrer Heimat Nigeria bei und schlug mit ihrer emotionalen Bühnenshow die voll besetzte Piazza Governo in ihren Bann.
Dem Bluesrock-Gitarrist Henrik Freischlader aus Deutschland war es schliesslich vergönnt, den würdigen Schlusspunkt unter die Festival-Ausgabe 2026 zu setzen. Freischlader’s stupende Behandlung der sechs Saiten, welche sich an jene von Roy Buchanan und Gary Moore anlehnt, schaffte es offensichtlich, die eingangs erwähnten Gewitterwolken lange genug zurückzuhalten!
Blues To Bop Festival Lugano 17./18.07.2026

Drei Bühnen mitten in der Luganeser Altstadt mit einem grossen Aufgebot an spannenden Künstlern, der freie Eintritt und das hervorragende Sommerwetter machten das Blues To Bop Festival zu einem der Höhepunkte dieser Saison.
Nach einigen Experimenten in den letzten Jahren in Sachen Locations und Struktur hat sich die Stadt Lugano, welche für den Event verantwortlich zeichnet, heuer auf das Bewährte konzentriert. Und dies hiess: Talentierte, musikalisch hungrige Talente aller Roots-Schattierungen wieder hautnah für das Publikum auf den Plätzen der Stadt zu inszenieren. Während anderswo der Blues immer Rock-lastiger präsentiert wird, gibt sich Blues To Bop differenzierter. Die Hauptacts Thornetta Davis und Guy King tendierten mit ihren Bands in Richtung Soul, resp. Jazz. Jack Broadbent und Ghalia Volt führten viel Inspiration aus Mississippi im Gepäck, bei The Fat Six war es Rock’n’Roll, bei Jack In The Box Traditional Jazz, und die ghanaische Sängerin Wiyaala zeigte auf, wo die afrikanischen Wurzeln des Blues liegen.
Der Swiss Blues Award-Träger Walter Baumgartner überzeugte am Freitagabend sowohl mit seiner Blues Box, wie auch tags darauf im Duo mit Hannes Kasehs mit Deep Blues. The Delta Magpie, seines Zeichens mit dem Newcomer Award der Swiss Blues Society ausgezeichnet, nahm seine Zuhörer mit auf einen Trip durch Ragtime, Folk Blues und Old Timey Music. Die Gewinnerin der European Blues Challenge dieses Frühjahr, Alice Armstrong, hielt mit ihrem Quartett das Fähnlein des kraftvollen British Blues hoch, während der neue Shooting Star der New England-Szene, Delanie Pickering (obiges Bild) ihr Publikum mit differenziertem Chicago Blues begeisterte, und die erdig abrockenden Piper & The Hard Times aus Nashville ihrem Ruf als Gewinner der International Blues Challenge 2024 vollauf gerecht wurden.
Bluusclub Baden - Das Herbstprogramm 2026
Obwohl der Hochsommer unser Land immer noch fest im Griff hat, erinnert uns der Bluusclub Baden schon an den kommenden Herbst. Von September bis kurz vor Weihnachten stehen in der Bäderstadt jeweils an Donnerstagen wieder fünf spannende Konzertabende auf dem Programm.
Den Auftakt macht am 10.09. Wale Liniger im Museum Langmatt. Kaum jemand in unserem Land hat sich mit dem Blues und seiner Geschichte intensiver auseinandergesetzt als der 1949 in Kehrsatz geborene Lehrer und Musiker. Lange Jahre forschte und unterrichtete Liniger im Blues Archiv an der University of Mississippi sowie an der University of South Carolina, wo er den Blues aus erster Hand miterleben und verinnerlichen konnte.
Richard Koechli muss man der einheimischen Bluesszene nicht mehr vorstellen. Der Luzerner Gitarrist, Filmmusik-Produzent und Buchautor hat zwischen Country Blues und Klassischer Musik so ziemlich alles schon auf beeindruckende Art ausgelotet. Koechli und seine Blue Roots Company spielen am 24.09. im Nordportal.
Im Rahmen des Blues Festival Baden diesen Mai gewann der junge Luzerner Gitarrist und Sänger Ronny Rast mit seiner überzeugenden, 25-minütigen Darbietung das Finale der Swiss Blues Challenge. Ehrensache für den Bluusclub, das Riesentalent für einen ganzen Abend zu buchen. Das Datum: 29.10. Der Ort: Stanzerei Baden.
Der 26.11. im Nordportal ist der Ludwig Seuss Band vorbehalten. Der Keyboarder und Akkordeonist Ludwig Seuss, bekannt geworden als Mitglied der Spider Murphy Gang, pflegt mit seiner eigenen Formation mitreissenden Piano-Boogie, Jump Blues und Louisiana-Sounds à la Cajun und Zydeco Music.
Am 17.12. steigt eine grosse Geburtstags-Sause zum 35-jährigen Bestehen des Bluusclub Baden. Was dann genau abgehen wird? Dazu will die Veranstalter-Crew die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Lassen wir das OK also selber zu Wort kommen: «Zum Jubiläum lädt der BLUUS CLUB Baden zu einer besonderen Birthday-Party ins Nordportal ein. Ein Abend voller Blues, Begegnungen und Überraschungen erwartet das Publikum. Wer als musikalischer Hauptact auf der Bühne stehen wird, bleibt vorerst noch ein gut gehütetes Geheimnis – es lohnt sich also, gespannt zu bleiben und gemeinsam 35 Jahre BLUUS CLUB Baden gebührend zu feiern. Weitere Informationen folgen.»
Summerblues Basel 26.06.2026

Heisseren Sound als dieses Jahr gab es noch nie am Summerblues, kletterte doch das Thermometer am 26. Juni in Basel auf offizielle 38,8° Celsius. Die Hitze, sowie der Umstand, dass gleichentags jenseits des Rheins das Eidgenössische Jodlerfest und das Doppelkonzert Manfred Mann/Uriah Heep stattfanden, bewirkten, dass weniger Leute den Weg ins Kleinbasel unter die Füsse nahmen als auch schon. Was wiederum zum Vorteil hatte, dass in den Gassen und auf den Plätzen ein besseres Durchkommen, wie auch das Finden eines Sitzplatzes in einer der Festbeizen garantiert war. Nichtsdestotrotz zeigten sich der Co-Präsident und musikalische Leiter Fabio Bianchi auch dieses Jahr wieder äusserst zufrieden mit dem Open Air-Gratis-Event.
Auf den verschiedenen Bühnen schwitzten insgesamt 28 Acts um die Wette und unterhielten bestens mit diversesten Schattierungen von Blues’n’Roots. Darunter fanden sich die stimmgewaltige Stina Stenerud mit ihrer Band aus Norwegen, das österreichische Urgestein Sir Oliver Mally, die spanische «Blues-Supergroup» The Half Nelsons um die Brüder Canibano, die vom Blues Caravan her bekannte kroatische Gitarristin Vanja Sky, die funkig-souligen Peerplex aus Deutschland und der britisch-norwegische Gitarrist Krissy Matthews.
Die einheimische Szene wurde u.a. vertreten durch diverse Swiss Blues Award-Träger. So gab es auf der Lindenberg-Bühne Larissa Baumann, beim Arbeitsamt Philipp «Bluedög» Gerber, im Färbergässli Walter Baumgartner und am Oberen Rheinweg Sven «The Delta Magpie» Müller zu geniessen. Pascal Geiser, Swiss Blues Challenge-Sieger von 2016, war mit seiner Band auf der Claraplatz-Bühne aktiv, die Lokalmatadoren von Little Chevy glänzten auf dem Theodorskirchplatz und das Duo Pink Pedrazzi/Mike Bischoff spielte bei der Mittleren Brücke zu Blues & Dine auf.
Save the date: der nächste Summerblues findet am Freitag 02.07.2027 statt.
Groove Now Blues Weeks Basel mit Tribute to Creedence Clearwater Revival

Am 12. Juni 2026 ehrte das zweitletzte Konzert der Blues Weeks Basel eine der ganz grossen Bands der späten 60er- und frühen 70er-Jahre: Creedence Clearwater Revival. Die Band war nur von 1967 bis 1972 aktiv, brachte aber einige grosse Hits hervor, die längst zum festen Kanon des Blues-Rock gehören. Mit dem Song «Suzie Q», einem Song von Dale Hawkins, hatte die Band ihren ersten grossen Hit.
Ihren unverkennbaren Stil nannte man bald ‹Bayou Rock› oder auch ‹Swamp-Rock›. Deshalb, und auch wegen der Texte, verortete man die Band in den Südstaaten der USA, obwohl alle Musiker aus der Bay Area Kaliforniens stammten.
Das zu hören, was in der Jugend den Musikgeschmack mit geprägt hatte, dürfte für einen grossen Teil der Besucher ein Grund für den Besuch des Konzertes gewesen sein. Dieser Gedanke drängte sich beim Blick auf das Durchschnittsalter des Publikums im ausverkauften Antikenmuseum auf. Auch Patrick Kaiser sprach bei seiner Einführung in das Konzert seine entsprechenden Jugenderinnerungen an.
Natürlich war nicht zu erwarten, dass dieses hochkarätige Allstar Projekt versuchen würde, das Original klanglich zu klonen. Es gab ja auch kein Saxophon im Original Lineup. Die Musiker brachten ihre eigene Identität, ihren eigenen Stil in das Projekt ein. Es ging nicht darum, CCR zu kopieren, sondern die Songs der Band durch die eigene musikalische Brille zu interpretieren. Die Vorfreude im Saal war spürbar – und sie wurde nicht enttäuscht..
Mike Zito (g, voc), Albert Castiglia (g, voc), Jimmy Carpenter (sax, voc), Willy Barber (b) und Jimi Bott (dr) betraten ebenfalls gut gelaunt die Bühne. Schon beim ersten Song, «Born on the Bayou», brach im Saal eine Begeisterung los, wie man sie von einem Schweizer Publikum selten erlebt. Während des Konzerts wurde getanzt. Die Setlist hätte problemlos als Best-of-Programm durchgehen können.. Ich erinnere mich an «Down On The Corner», «Bad Moon Rising», «Suzie Q», «Green River», «I Heard It Through The Grapevine», «Who’ll Stop The Rain», «Proud Mary», einen zehn Minuten langen «Midnight Special», «Keep On Chooglin’» mit einem knackigen Solo von Jimmi Bot und als Zugabe «Before You Accuse Me».
Die Band spielte, als gehörten die CCR Songs zu ihrem Standardrepetoire. In alle Songs, die man als drei, vier minütige Stücke kennt, wühlten sich die beiden Gitarristen und Jimmy Carpenter tief hinein und füllten sie mit beeindruckenden Soli, sodass sie oft doppelt solang wurden. Mehr als einmal blieb nur ein Wort: grossartig. Mike Zitos Gesang erwies sich als ideale Besetzung für dieses Material, seine Stimme ähnelte der von John Fogerty. Leider ging seine Stimme im Gesamtmix stellenweise etwas unter.
Sierre Blues Festival 18. – 20.06.2026

Cinelli Brothers
«C’était un festival un peu bizarre cette année!» tönte es aus dem Kreis des Festival-OK. Nicht wegen dem Gebotenen auf der Bühne – dieses war durchwegs stark. Nein, der Grund lag im Stress, den zwei Absagen von gebuchten Künstlern ausgelöst hatten.
Kurz vor Festivalbeginn kam die Nachricht, dass Rag’n’Bone Man seine ganze Frühlingstour abgeblasen hatte. Dem umtriebigen Festival-Präsidenten Silvio Caldelari gelang es jedoch kurzfristig, mit dem dreifachen Grammy-Gewinner Fantastic Negrito einen mehr als valablen Ersatz zu engagieren. Und Negrito hat dann auch geliefert! Schwieriger wurde es mit dem Hauptact von Samstagnacht: D.K. Harrell, einer der angesagtesten Senkrechtstarter im Blues Biz, blieb ungewollt in Louisiana stecken. Während drei Tagen versuchte der Gitarrist auszufliegen, doch wurden seine Flüge wegen Hurrikan-Warnungen ein jedes Mal gecancelt. Glücklicherweise zeigte sich spontan die norwegische Formation «A Spoonful Of Blues», welche schon am Freitag aufgetreten war, bereit, mit einem abgeänderten Set plus anschliessender Jam Session die Lücke zu füllen.
Aus dem abwechslungsreichen Programm stachen einmal mehr die Cinelli Brothers heraus. Blues, Soul und bodenständiger Rootsrock vereinigen sich aufs Allerbeste in der Musik des Quartetts. Nicht nur Originalität, Gefühl und Spielfreude legt die Band in die Waagschale, auch mit einer gehörigen Portion Pfeffer würzen sie jeweils ihren Auftritt. Ebenfalls einen positiven Eindruck erhielt das Walliser Publikum von der spanischen Formation Koko-Jean & The Tonics, welche einen lebendigen Mix aus Retro-Soul und Rock’n’Roll auf die Bühne zauberten und zudem den Harmonica-Virtuosen Victor Puertas als Gast mitbrachten. Neben dem Lokalmatadoren Paul Mac Bonvin, der mit einer veritablen Big Band auffuhr und fast drei Stunden spielte, gefielen zudem die kürzlich zur Siegerin der European Blues Challenge gekürte britische Sängerin Alice Armstrong und die Swiss Blues Challenge Siegerin von 2025, Eve Gallagher, mit ihren jeweiligen Bands.
Sugaray Rayford Sings Otis Redding Groove Now! Blues Weeks Basel 11.06.2026
Ein ausverkauftes Antikenmuseum erlebte « The Next Best Thing» zu einem Otis Redding-Konzert knapp 60 Jahre nach dem viel zu frühen Tod der Soul-Ikone. Sugar Ray Rayford und eine Band von hand-gepickten, ausgefuchsten Musikern luden zusammen mit Groove Now zu einem Abend ganz im Zeichen des am 10. Dezember 1967 verunglückten Sängers aus Macon, Georgia.
Kaum jemand könnte besser geeignet sein, Otis Redding die Ehre zu erweisen, als Sugaray Rayford. Mit seiner Stimme, Seele, Lebenslust, Spielfreude, mit Charme, Schalk und einer Bühnenpräsenz sondergleichen gelang Rayford schon im Opener «Can’t Turn You Loose» das Kunststück, sein Publikum zu einer Standing Ovation zu pushen. Massgebend dabei natürlich auch seine hervorragende All Star-Truppe, bestehend aus Jimmy Carpenter (sax), Richard Watts (tp), Alberto Marsico (keys), Mike Zito (g), Albert Castiglia (g), Willy Barber (b) und Jimi Bott (dr). Schlag auf Schlag folgten lebendig und äusserst kompetent inszenierte Klassiker aus dem faszinierenden Otis Redding-Songbook: «Pain In My Heart», «Sitting On The Dock Of The Bay», «Mr. Pitiful», «These Arms Of Mine» – gesungen von Jimmy Carpenter, «Try A Little Tenderness», «Satisfaction», «Dreams To Remember» – gesungen von Albert Castiglia, «Shake», «I’ve Been Loving You Too Long» und «Knock On Wood» liessen das goldene Zeitalter von Stax Records und Memphis Soul wiederaufleben.
Ohne eine Reprise von «Can’t Turn You Loose» wollte das begeisterte Publikum die Musiker, die sichtbar Spass an der Sache hatten, nicht gehen lassen. Und als Zückerchen intonierte Sugaray Rayford schliesslich zusammen mit dem nicht unbegabten Zuschauerchor a Capella nochmals «Dock Of The Bay».
Fabio Lafranchi (Magic Blues Festival) erhält Bluebird Award verliehen!
Unsere herzlichsten Gratulationen an Fabio Lafranchi! Der Co-Founder und Leiter des Vallemaggia Magic Blues Festivals durfte im deutschen Weinheim den Bluebird Award 2026 in Empfang nehmen. Lafranchi zählt damit neu zu den sogenannten «Outstanding Blue People», ausgezeichnet für seinen Beitrag zur künstlerischen und sozio-kulturellen Szene. Sein Magic Blues Festival im Tessin, welches er anno 2002 zusammen mit dem leider verstorbenen Hannes Anrig auf die Beine stellte, hat sich über die Jahre zu einem auch über unsere Landesgrenzen bekannten und beliebten Event entwickelt. Das Magic Blues Festival bietet jedes Jahr eine beeindruckende Plattform für spannende nationale und internationale Acts im Dreieck Blues – Rock – Soul. Unter dem Motto «Back To The Roots» findet das Magic Blues Festival heuer vom 10.07. – 06.08.2026 statt und bietet neun Nächte mit heissem Sound.
Bluesfestival Baden 23. – 30.05.2026
Das Blues Festival Baden darf sich bei Petrus bedanken. Durchgehend feinstes Sommerwetter trug neben dem Musikalischen massgeblich dazu bei, dass 2026 als Spitzenjahrgang in die Annalen dieses Events eingehen wird.
Mit einem Paukenschlag starteten die Konzerte auf dem Theaterplatz. Angesagt: Zwei eng befreundete Bands – die Cinelli Brothers und Freddie & The Cannonballs. Der Effekt: eine Blues-Party, die seinesgleichen suchen musste. Lanciert wurde der Abend von den Cannonballs, die neben R’n’B-Ohrwürmern diverse Songs ihres neuen Albums «Cannonballing!» vorstellten. Spätestens, als das Tessiner Sextett dann Marco Cinelli an der Gitarre und Tom JJ an der Harp für ein rauschendes «Too Tired» von Johnny Guitar Watson auf die Bühne baten, ging die Post ab. Der Teppich war ausgerollt für eine der herausragendsten Live-Bands diesseits des Atlantiks. Die Cinelli Brothers – Marco Cinelli (voc, g, org), Alessandro Cinelli (voc, dr, perc, b), Tom JJ (voc, harm, g) und Jorma (voc, b, g) – verstanden es, Baden zu einem umjubelten Heimspiel zu machen. Da blitzten alle Qualitäten auf, die es live braucht. Lockerheit, Spielfreude, Bühnenpräsenz, Dynamik, Originalität und eine Portion Frechheit – gepaart mit Professionalität, hohem musikalischen Können und einem totalen Feeling für Blues’n’Roots. Und was die Cinelli Brothers von vielen Bluesbands abhebt, ist einerseits ihr brillanter, clever arrangierter Gesang, andererseits ihre Vielseitigkeit. Jeder der vier Musiker beherrscht mehrere Instrumente, was ständig zu spannenden Momenten führt. Gemeinsam krönten die Cinellis und die Cannonballs die Show mit dem Song «Dancing Shoes», welchen sie kürzlich zusammen eingespielt und veröffentlicht haben. Diesem liessen sie gleich noch ein rasantes «Hey Joe» folgen.
Die Swiss Blues Challenge fand in diesem Jahr ebenfalls beim Badener Festival Unterschlupf. Dime Blend, Amaury Faivre, Golden Vultures und Ronny Rast bewiesen ihr beachtliches Live-Potential vor Publikum und Jury. Ersteres genoss sichtlich das hohe Niveau des Gebotenen, Letztere bewertete den Auftritt des jungen Gitarren-Talents Ronny Rast am höchsten. Rast wird daher nächstes Jahr unser Land international an den Blues Challenges vertreten. Abgerundet wurde der Wettbewerb von der letztjährigen Siegerformation: Die Eve Gallagher Band bewies mit ihrem inspirierten Auftritt spektakulär, wieso sie sich kürzlich im polnischen Krakow für den Final der European Blues Challenge qualifiziert hatte.
In hervorragender Verfassung präsentierten sich Justina Lee Brown und ihre einfühlsame Band. Die afrikanische Melodik und Rhythmik ihres letzten Albums «Echoes Of Home» bestimmten den Set und zeigten auf faszinierende Weise die Wurzeln der nigerianisch-stämmigen Sängerin. Dazu setzt sich Justina in ihren Lyrics mit deutlichen Worten für eine bessere Welt ein. Ihr Auftritt gipfelte in einer gehörig in die Beine fahrenden Version ihres Showstoppers «One Love Africa».
Ihren verstorbenen Vätern Greg, B.B. und Luther alle Ehre erwiesen Devon Allman, Claudette King und Bernard Allison. Als Devon Allman’s Blues Summit angepriesen, entführte die Truppe ihr begeistertes Publikum tief in die amerikanischen Südstaaten. Der kraftvolle Blues, Soul und Southern Rock, dargeboten von Künstlern, die ihr Handwerk quasi mit der Muttermilch eingeflösst bekommen haben, überzeugte auf der ganzen Linie. Neben fein aufgesetzten Klassikern wie «The Thrill Is Gone» (von Claudette) sowie «Going Down» und «Dust My Broom» (von Bernard), prägten bekannte Perlen aus dem Allman Brothers Songbook die abwechslungsreiche Setlist. «One Way Out», «Melissa», «Dreams» oder «Midnight Rider» durften in neuem Gewand wiederaufleben. Fesselnd dabei die Tatsache, dass Devon Allman nicht nur seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht – auch die charakteristische Klangfarbe seiner Stimme entspricht exakt jener des jungen Greg.
Nicht vergessen zu erwähnen wollen wir den charmanten Auftritt (inklusive Plattentaufe) der Badener Blues Kidz. Dieses Förderprogramm interessierter junger Talente überzeugte auch dieses Jahr dank der Frische und der Spielfreude der Youngsters.
Copyright© 2010-2026 bluesnews.ch


