Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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10. Vully Blues Festival
10. Vully Blues Festival
LIve ist live. . .

Der Blues lebt vom Live-Auftritt. So sehr ein gut gemachtes Studioalbum (z.B. Big Mama Thorntons With the Muddy Waters Blues Band) oder eine Privatproduktion zuhause (wie Luther Allisons Hand Me Down My Moonshine) grossartig sein kann, es lässt sich auch durchaus argumentieren, dass der Blues zunächst eine Musikform ist, die stark vom Live-Auftritt lebt. Die Interaktion zwischen Publikum und Performern ist seit den Tagen der Auftritte Charlie Pattons auf den Plantagen des Mississippi-Deltas oder jener Blind Lemon Jefferons in den Gesellschaften Chicagos ist unverzichtbarer Teil des Blues. Konzert-Alben sind ein anderes Thema, es gibt manche, die hassen sie und manche, die lieben sie. Ich gehöre zu den letzteren und versuche stets von einem Künstler wenn möglich eine Live-Aufnahme zu hören. 

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass es auf CDs von John Lee Hooker Blues zu hören gibt. Er ist schliesslich ein Bluesman, d.h. ein für Blues bekannter Musiker.

Da aber der Blues die Grundlage der modernen Rock- und Pop-Musik ist, ist vielleicht wenig erstaunlich, dass auch Musiker, die nicht hauptsächlich als Blueser bezeichnet würden, lupenreine Blues-Alben eingespielt haben. Beispielsweise ist Eric Claptons Konzertmitschnitt Unplugged ein Bluesalbum, an dem es nicht viel zu diskutieren gibt. Bei Clapton ist ja auch bekannt, dass er eigentlich am liebsten ein Bluesman wäre wie seine Vorbilder Robert Johnson und Buddy Guy.

Hier also eine Auswahl an CDs von Musikern, die im CD-Handel normalerweise nicht unter «Blues» zu finden sind:

10 CDs, mit denen man eine Blues-Sammlung aufbauen kann.


Die hier porträtierten CDs wollen eine repräsentative Auswahl an Blues-Musik in verschiedenen Stilen bieten. Jede CD ist ein vielgespielter Liebling der BLUESNEWS-Redakteure, das heisst die Musik «verleidet» einem nicht, sondern diese Alben hört man wieder und wieder. Es wurde zudem darauf geachtet, dass die CDs nicht absolute Schlager sind, die ein auch marginal interessierter Hörer vielleicht sowieso schon kennt. Aus diesem Grund wurde von Hooker nicht einer der beiden bekannten (und ausgezeichneten) Alben Chill Out oder The Healer empfohlen, sondern das weniger bekannte Live-Album Live at the Café à Go-Go.

Auffällig an der Auswahl ist, dass sehr viele Live-Alben dabei sind. Das hat mit meiner Vorliebe für Live-Alben zu tun. Grundsätzlich ziehe ich eine Live-Aufnahme einer Studio-Version vor, denn Musik ist meiner Meinung nach weniger das Spielen richtiger Töne als eine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. Dies geschieht nun mal auf einer Bühne besser und anders als im Studio mit ständigen Unterbrechungen.

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