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Das Jam Camp in Clarksdale ging zu Ende. Hier sind Marco Stefanis letzter Bericht und eine Betrachtung eines weiteren Teilnehmers, Hermann Andereggen zum Verlauf des Kurses. Ganz offensichtlich war der Kurs für Veranstalter und Teilnehmer ein Erfolg.

Den ganzen Tag werden wir auf unseren abendlichen Auftritt im Ground Zero Blues Club vorbereitet. Daddy Rich und seine Band führen durch den Abend. Fortgeschrittene Harp Spieler können sich schon am Nachmittag einschreiben und einen ganzen Song mit der Band spielen. Alle anderen haben die Möglichkeit am Abend 24 Takte zu spielen.

Das Prinzip der offenen Bühne fasziniert, auch lokale Musiker aus Clarksdale sind anwesend und haben sich in die Liste eingetragen. Aufgefallen ist uns eine lokale Sängerin: Mary „Action“Jackson. Wir treffen sie auch später im Red’s einem weiteren Juke Joint in Clarksdale an.

 


Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt als Jon Gindick jeden auf die Bühne holt und alle ihr Bestes zu schnellen Bluesshuffel oder Minor Blues Takten geben! Erstaunlich auch wie viele Einheimische uns begeistert anfeuern. Auch die Presse ist dabei und schreibt einen Artikel über uns in der lokalen Zeitung.

Später in der Nacht treffen wir einige Jam Camper im Red’s (Backed by the River, fronted by the Grave) an.Auch hier geht die Post ab und sowohl Jam Camp Coaches als auch wir Bluesbegeisterte können mit der Band von Sean und Martin Appelt auftreten. Auffällig auch hier, dass die Bands vorwiegend aus weissen Musikern bestehen und nur vereinzelt Schwarze anzutreffen sind. Meistens sind die Schwarzen Cracks die Hauptattraktionen des Abends in den Juke Joints. Auch das Publikum besteht meist aus weissen Blues Aficionados.

So what , wir sind begeistert und begeben uns auch an den nächsten Abenden wieder in die Juke Joints und Clubs von Clarksdale.

Leider hat auch unser Abenteuer hier sein Ende. Mit vielen positiven Eindrücken, neuen Freundschaften und viel Gelerntem fahren wir am Sonntag Morgen auf der neuen Highway 61 zurück nach Memphis. . .

I have to blow my Blues away.

Und hier ist Hermann Andereggens Bericht über das Camp:

Bluesify the Sky

Wie, wo und wann ein oder der oder jener Blues anfängt, ist so nicht zu beschreiben. Wenn ich Adam Gussov zuhöre, wird jedes Lied zum harten Blues, bei Hash Brown ist es seine Johnny Cash-Stimme, bei Jon Gindick bestimmt die Freude am charismatischen Spiel. Es ist unglaublich. Der Blues wird wie neu geboren, anders entdeckt, vielseitiger gespielt. Er ist immer das, was jeder Einzelne daraus macht – rhythmischer, souliger, „countryger“, was auch immer. Der riesige Mix-up, den wir alle mitbringen, das Zusammentreffen von Musik und Freude, macht uns glücklich vom Virtuosen bis zum sehr Einseitigen. Alles stimmt und kommt auch so hinüber. Mag auch manchmal die Qualität leiden, es ist trotzdem sehr persönlich. Das, und gerade dieses persönliche Element, macht den Blues so eigenständig und einzigartig. Wir haben in Clarksdale viel dazugelernt. Nun heisst es, das Neue zu behalten und weiterzuentwickeln: so üben wir weiter und möchten die Freude, die der Blues verdient, andern weitergeben. 

Clarksdale, 3rd Harp-Lesson-Day

Dreissig Harps spielen „When we die, we all end up as music“. Eine halbe Stunde lang. Der Mann, der das Lied geschrieben hat, schreitet von Musiker zu Musiker, korrigiert, singt, phrasiert, hilft und motiviert. Eine unglaubliche Vibration hängt in der Luft, alles stimmt, klingt, soundet. Man könnte das Lied in der Luft aufteilen. Alle haben eine Riesenfreude, die vom vielen Spielen geschwollenen Lippen schmerzen nicht mehr, wir haben es wieder einmal geschafft. Nach diesem Einstieg werden wir aufgeteilt, um in Gruppen unterrichtet zu werden.

Doch nochmals zurück zur ersten halben Stunde eines Campdays. Diese war jeden Tag aufs Neue beeindruckend. Wir harmonisierten, jeder nach seinen Möglichkeiten, und täglich steigerten wir uns. Wir wurden immer besser, doch zum Glück holten uns die Lehrer jeden Tag wieder auf den Boden zurück. Die Freude, die jeden Tag grösser wurde, kann uns niemand mehr nehmen. Nach fünf mit Musik ausgefüllten Tagen kehrten wir nach Hause zurück, den Rucksack frisch und prall mit Harp-Music gefüllt.

So – „When we die, we all end up as music“ - danke, Mister Gindick!
 

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