Jazz 'n' More
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Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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«Balling the Jack» und Cocktails in Kentucky

StLouisBluesNotenCoverDer St. Louis Blues ist in gewissem Sinn der Ur-Blues, weil es eines der ersten Musikstücke ist, das den Namen «Blues» im Titel führte. Aber die 1914 veröffentliche Komposition vom «Vater des Blues» W.C. Handy (1873-1958) war in jeder Hinsicht grundlegend, sind doch die Cover-Versionen ein wahres Who is Who der Blues- und Jazz-Musik. Unsterblich bleiben die Fassungen von Bessie Smith, Ella Fitzgerald, Louis Armstong, Count Basie, Paul Robeson oder Duke Ellington. Der Slow Blues ist aber komplexer als die normalen 12 Takte, und aufgrund des fortgeschrittenen Alters gibt es einige Passagen, in denen der Text nicht auf Anhieb verständlich ist. Wir übersetzen deshalb hier den als klassisch geltenden Text, den alle oben Genannten mit Variationen oder in Teilen gesungen haben, und wir erklären Passagen daraus. Die dieser Fassung ähnlichste Fassung ist vielleicht Paul Robeson und seine Version des St. Louis Blues, die in Youtube leicht zu finden ist.

Der Besuch in Memphis

JoniMitchellHeijiraCDCoverFolk-Legende Joni Mitchell zählte in den 1970er Jahren zum amerikanischen Pendant dessen, was man im Deutschen Sprachraum «Liedermacher» nannte, Singer-songwriter, die Gedichte schreiben und diese vertonen, ihre Musik also um den Text herum arrangieren. Mitchell wurde in Kanada geboren und sie war bereits eine bekannte Künstlerin (Grammy 1970), als sie die Lieder für ihr Album Heijira schrieb, das 1976 erschien. Das Album wurde etwas jazziger als die anderen, was u.a. mit der Mitarbeit von Bassist Jaco Pastorius begründet werden kann. Heute geht es um den Titel Old Furry singst he Blues, auf dem ihr Landsmann Neil Young Harmonica spielte. Musikalisch ist der Song kein Blues, aber es ist auch so ein ein schönes Lied, dessen Text es sich lohnt, etwas genauer anzusehen. Der im Song angesprochene «Old Furry» ist der in Memphis beheimatete Strassenmusiker Walter E. «Furry» Lewis (1893–1981), und um diesen Veteranen des Blues sowie um die Beale Street geht es im Songtext.

New Orleans Stimmungs-Klassiker

Von New Orleans rund um die Welt und bis in die Schweiz hat es der unwiderstehliche Ohrwurm Iko Iko geschafft. Als fester Bestandteil des Bühnenrepertoires von The Greatful Dead  kam es in die Gegenkultur. Weltbekannt wurde der Song 1965 durch die Girlieband The Dixie Cups, doch schon lange zuvor war das Lied fester Bestandteil der Kultur von New Orleans. Zurückgehend auf die Mardi Gras-Umzüge und die rivalisierenden Gruppen soll der Titel sein. Oder vielleicht doch indianisch? Eine Betrachtung des Liedtextes und der damit verbundenen Geschichten macht mindestens eines klar: es ist eine komplizierte Geschichte. Und die Schweiz spielt auch ihre Rolle in dieser Geschichte, es gibt schliesslich sogar eine eigene Schweizer Version von Iko Iko.

Ein Evergreen

Dieser Blues ist ein wahrer Evergreen, ein Klassiker, ein Lied, das man als «Staple» des Blues, also als Grundnahrungsmittel bezeichnen könnte: St. James Infirmary, ein äusserst tragischer Blues, in dem es um vor allem um den Tod geht. Allen Toussaint, Louis Armstrong, Cassandra Wilson, Bobby «Blue» Bland, Joe Cocker, Dave Van Ronk, Stefan Grossmann und zuletzt The White Stripes und Hugh Laurie haben alle diesen Titel in ihrem Repertoire, und der Song klingt so sehr nach New Orleans, dass es nicht überraschen würde, wenn dieses besungene Krankenhaus in der «Crescent City» an der Mündung des Mississippi liegen würde. Aber tatsächlich ist der Song ein Mitbringsel aus der Alten Welt. Die St. James Infirmary liegt – wenn überhaupt – in London, und ursprünglich war das folglich auch kein Blues. Und St. James Infirmary hat Vettern in anderen Genres, namentlich im Country. Aber die Blues-Version bleibt die bekannteste, und das morbide Spiel mit dem Tod, das im Song zu hören ist, entspricht auch der durch Voodoo und weiteren karibischen Mumbo-Jambo sensibilisierten Stimmung New Orleans.

 

Willie Dixon (1915–1992) war der grosse Komponist des Blues. Seine Kompositionen wie My Baby, I Ain’t Superstitious, I Just Want to Make Love to You, Little Red Rooster oder Hoochie Coochie Man sind ebenso unverzichtbare Teile des Blues-Repertoires wie Robert Johnsons oder Elmore James’ unsterbliche Songs. Was Willie Dixon auszeichnet, ist zudem insbesondere seine poetische Ader beim Schreiben der Songtexte. Bluesnews.ch sieht sich den scheinbar mysthisch aufgeladenen Titel The Seventh Son genauer an und diskutiert die Hintergründe der Lyrics. Der Song ist ganz einfach zu erklären – oder aber sehr tiefgründig.

Der Titel Frankie and Johnny gehört zum Kernbestand der amerikanischen Musikkultur. Wer den Song schrieb, lässt sich nicht ausmachen, ein Interpret sagt, dass der Titel etwa 150 Jahre als sei, also eine Begebenheit erzählt, die sich in der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs ereignete (in der Wikipedia steht, dass der Song 1863 bei der Belagerung von Vicksburg bereits gesungen worden sei). Damit ist der Titel wesentlich älter als Gershwin oder W.C. Handy, und er erzählt die Geschichte eines Paares, die irgendwie schief ging. Aber was genau passierte, was die Auswirkungen davon waren und um wen es sich überhaupt handelt, dies wird von jedem anders erzählt.

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