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Welches Holz ist das richtige?

Zwei der beliebtesten Gitarren im Blues sind die Fender Telecaster und die Fender Stratocaster. Unzählige Bluesmusiker  haben diese Instrumente gespielt, erinnert sei nur an Muddy Waters und Albert Collins mit der Telecaster sowie Stevie Ray Vaughan oder Buddy Guy mit der Strat. Und wenn es angefangen mit den Pickups bis hin zu den Bundstäbchen auch viele technische Modifikationen gibt, die je nach Glaubensrichtung für den Ton entscheidend sein können, so gibt es doch eine grundsätzliche Frage nach dem Charakter des Klangs einer elektrischen Gitarre, und dies ist die Frage der Holzart, die man wählt für den Gitarrenkörper und für das Griffbrett. Für die Tele und die Strat wurden zu verschiedenen Zeiten Körper aus Eschen- und aus Erlenholz gefertigt, beides relativ leichte Holzarten, dennoch dicht und mit guten Resonanzqualitäten. Die Hälse bestehen stets aus Ahorn, aber es gibt das Griffbrett in Ahorn und in Palisander. Nun gibt es seit 2010 eine Website, die endlich diese Frage objektiv beantwortet: mit einem Experiment. Es lohnt sich, ein Ohr voll zu nehmen.

Sicher, die Frage nach Erlenkörper oder Eschenkörper ist wohl eher eine Glaubensfrage, angesichts der Modifikationen, denen das Tonsignal der Gitarre sonst ausgesetzt ist, bis es aus dem Verstärker dringt. Man kann sich fragen, ob es angesichts von Effektpedalen und digitalen Klangfärbungstechniken nicht absurd ist, über Erle oder Esche, Ahorn oder Palisander zu diskutieren. Nun ist die Frage nach dem Holz sicher eher ein Problem von Vintage-Gitarristen, nicht von Heavy-Metall-Schreddern. Aber offenbar gibt es auch hiervon genügend Interessierte, so bietet die Forumsseite www.strat-talk.com drei verschiedene Diskussionsstränge zum Thema (links unten) und auch sonst ist das Internet voll mit Meinungsäusserungen.

Beispiel eines Erlenkorpus
Beispiel eines Eschenkorpus 

Die Wahl des Holzes für den Hals, bzw. das Griffbrett ist noch stärker umstritten, vielleicht wenig überraschend, denn das Holz des Halses muss man mit der einen Hand berühren, es gibt hier stärker noch eine taktile Vorliebe jedes einzelnen. Zumeist werden bei diesen Fender-Typen von Gitarren Ahorn und Palisander verwendet, wobei Ahorn die frühere Variante war. Griffbretter aus Ebenholz für die Strat oder Tele sind nur als spezieller Kundenwunsch umsetzbar, sie spielen keine Rolle. Zur Frage Ahorn oder Palisander bei der Halswahl gibt aus auch und auch hierzu gibt es zahllose Forums-Beiträge, und die Diskussionen enden stets gleich: manche sprechen sich vehement für eine der beiden Seiten aus, andere können keinen Unterschied erkennen, sonderbar, oder?

Nun hat sich ein Gitarrist mit dem Namen Pete Lacis hingesetzt und er in Form eines Experiments hat die verschiedenen Kombinationen ausprobiert, indem er seine beiden Suhr-Modelle im Stil von Stratocastern, die mit einem Ahorn- bzw. Palisander-Griffbrett ausgerüstet sind, mit immer demselben etwa 30 Sekunden Soundbeispiel aufgenommen hat. Dazu hat Pete Lacis alle vier Konstruktionsvarianten durchprobiert: Eschenkörper mit Ahorn- und Palisander und Erlenkörper mit den beiden Hälsen. Dazu hat er systematische alle 5 Pickup-Optionen durchgespielt, jeweils mit einer cleanen und einer verzerrten Aufnahme.

Das ist wirklich ein toller Service, und auch für Nicht-Gitarristen lohnt sich ein Hörvergleich, denn erstaunlicherweise sind die Unterschiede überraschend deutlich: Erle (eng. Alder) scheint in der Tat stärker in den Mitten, die Esche (Swamp ash) ist transparenter und stärker in den Höhen. Es gibt kein gut oder schlecht, denn jeder will einen anderen Ton, aber es lohnt sich, festzustellen, dass die Unterschiede grösser sind als erwartet.

Für die Website von Pete Lacis, hier klicken 

Die Diskussionen zum Korpusholz:

 

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