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Jazz 'n' More
Die optische Seite des Blues

 
Man sieht sie an allen Konzerten und Festivals, drinnen und draussen, bei jedem Wetter: die Bluesfotografen. Meistens vor, zuweilen auf der Bühne gehen sie mit ihren oft beinahe gefährlich anmutenden Apparaten auf die Pirsch, immer lauernd auf die magischen Augenblicke, die sie festhalten möchten. Sie sollen – in einigen Bildern – die Stimmung eines Songs, wenn möglich des ganzen Gigs einfangen. Keine leichte Aufgabe, sichtbar zu machen, was man eigentlich hört. Natürlich gibt es Emotionen, die sich in den Gesichtern ausdrückt und eingefangen werden kann. Zweifellos gibt ein mit grossem Einsatz gespieltes Solo auch optisch etwas her. Manche Musiker sind auch mit ihrem auffälligen Äusseren an sich schon ein Motiv. Dazu ist die Bühne gefüllt mit attraktiven Gegenständen. Aber trotzdem gibt es nur wenige Fotografen, denen es gelingt, die Atmosphäre eines Blueskonzerts auf ein Bild zu bannen. Vier davon stellen wir vor. Sie nähern sich dem Thema auf unterschiedliche Weise und gestalten auf ihre individuelle Art grossartige und sprechende Bilder.

 

Aigars Lapsa – Der Jäger

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Aus Lettland kommt der erfolgreiche Autodidakt, der sich selbst als «Jäger» bezeichnet. Damit meint er das geduldige Warten auf den richtigen Moment, um genau das Bild zu erhalten, das er sich vorstellt. Lapsas Anfänge als Fotograf begannen unspektakulär mit Familienbildern und Schnappschüssen. Erst als er die Entwicklung seiner Kinder dokumentieren wollte, begann er, sich ernsthaft mit Bildkomposition zu befassen. Als ihn ein Freund 2001 zur Vernissage des «Bites Blues Club» in Riga einlud, fotografierte er zum ersten Mal Bluesmusiker während ihres Auftritts. Auf der Bühne waren Gloria Rogers und Phil Guy, die Begleitband war die Latvian Blues Band. Obwohl er zu jener Zeit an Blues noch nicht besonders interessiert war, besuchte er den Club regelmässig und fotografierte viele wichtige Bluesmusiker. Der Erfolg seiner Arbeit wurde 2004 damit belohnt, dass er von der «Riga Time» einen Auftrag für eine Fotoreportage des «New Orleans Jazz Festivals» erhielt. Seither ist er auf allen wichtigen Festivals weltweit regelmässiger Gast. 2012 wurde Aigars Lapsa mit dem «Keeping The Blues Alive» Preis der Blues Foundation geehrt.
 
 
Beate Grams – Die Künstlerin
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Die Kielerin Beate Grams, auch als Bluesbea bekannt, betreibt ihre Leidenschaft neben ihrem Beruf. Als Bluesliebhaberin ist sie über die Musik zur Konzertfotografie gekommen, die Bilder sind eine Erweiterung ihres musikalischen Erlebnisses. Die Portraits hält sie oft in Schwarzweiss, was den Bildern eine ganz besondere Stimmung verleiht.
Das Spiel mit Licht und Schatten treibt sie in ihrer Serie «Impressionen» auf die Spitze. Die Serie geht über die Reportage eines Konzerts hinaus und macht einer künstlerischen Betrachtungsweise Platz. Die Serie besteht aus der Sammlung My Art «Less is more». In diesen Bildern steht das Instrument im Vordergrund und der Musiker wird in der Nachbearbeitung komplett oder bis auf die Hände ausgeblendet. Auf diese Weise entstehen Fotografien von ganz besonderem Reiz, indem der Blick des Betrachters auf das Musikinstrument fokussiert wird. Diese Bilder vermitteln eine einzigartige Poesie.
Die Sammlung «On Stage» erweitert den Blick auf die ganze Bühne und fängt liebevoll die Details ein, die den meisten Konzertbesuchern verborgen bleiben: Die neusten Boots, die Flasche Jack Daniels, die irgendwo am Boden steht, der neuste Silberschmuck, Notenblätter, Playlisten – eben alles, was zum Musizieren nötig ist und plötzlich sieht man eine Bühne mit ganz anderen Augen.
 
 
Blueslover – der Chronist
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Kaum ein Festival, an dem Jürgen Achten, alias Blueslover nicht zu finden ist. In seine Fotografien versetzt er sich in die Rolle des Konzertbesuchers und dokumentiert die optischen Eindrücke mit umfangreichen Serien. Seine Bilder sind Reportagen der Bluesanlässe.
Wer bei einem Gig dabei war, kann die Stimmung und die Eindrücke des Bühnengeschehens und der gesamten Umgebung nacherleben, wer nicht dabei sein konnte, erhält einen guten Eindruck dessen, was er verpasst hat. Er schiesst die Bilder, die man selbst gerne mit der Kamera aufgenommen hätte, trifft aber den jeweils richtigen Moment und findet den passenden Ausschnitt. Wer sich schon mal selbst an der Kamera versucht hat, weiss, was gemeint ist.
Blueslover ist zurzeit (Stand Juli 2013) am Aufbau seiner neuen Website. Vorläufig sind seine Bilder noch auf einer Yourimage Seite zu sehen.
 
 
 
Dragan Tasic – der Sammler
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Auch ihn findet manan so gut wie allen wichtigen Konzerten und Festivals und er gehört zu den fleissigen Sammlern. Der ausgebildete Musiker war in den achtziger Jahren als professioneller Blues und Jazzmusiker unterwegs, kennt die Bühne also auch von der anderen Seite. Seit Anfang der 90er Jahre fotografiert er Konzerte.  Farbige Reportagen und kunstvolle schwarzweisse Portraits nahezu aller Grössen aus Jazz und Blues hat er so im Laufe der Zeit zu einer beachtlichen Sammlung von rund 100‘000 Bildern von über 2000 Musikern zusammen getragen. Dabei geht es ihm vor allem darum, die Emotionen der Musiker einzufangen, die sich in Bewegungen und Gesichtern ausdrücken. So entstehen intime und ausdrucksstarke Bilder, die tiefe Einblicke in die Gefühle geben, welche die Musiker während ihrer Darbietung bewegen. «Blue Cry» nennt Dragan Tasic diese eindrucksvollen Darstellungen. Sein riesiges Archiv ist auf seiner Website zu sehen.
 
 

 

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