Bluesfestival Sierre 2015
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Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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Reflektionen

BBKingSchwarzweiss resized2016 ist definitiv hier, und was das vergangene Jahr für den Blues gebracht hat, das wollen wir zum Jahresanfang nochmal Revue passieren lassen. Es gab gute und weniger gute Veröffentlichungen, Bücher zum Blues und leider auch einige Todesfälle zu beklagen.

Was diese angeht, so hat die Blueswelt zwei der grössten verloren in der Form des Ablebens von dem Mann, der hinter den Kulissen für den Sound von New Orleans in den letzten 50 Jahren grundlegend und vielseitig verantwortlich war: Allen Toussaint, der als Performer, Songwriter und als Produzent gleichermassen ein Genie war. Sein Auftritt am Bluesfestival Basel 2014 wird denen, die ihn gesehen haben, in guter Erinnerung bleiben. Wieviel mehr noch sein Auftritt an der «Baloise Session» vom 7. November, erfolgte dieser doch nur drei Tage vor seinem Tod in Madrid.

AllenToussaintPortraitDer andere Todesfall betrifft den berühmtesten Bluesman überhaupt: B.B. King mit ihm verlor die Blueswelt die Führungsfigur, den Gravitationspunkt der Kunst, dessen Lücke sich nicht wird füllen lassen. Als Trost bleibt einzig, dass es eine Fülle von Aufnahmen gibt, Lehrbücher, Biographien und eine Menge Filmische Zeugnisse, welche den «König des Blues» auch über seinen Tod hinaus in lebhafter Erinnerung behalten werden. Kein reiner Bluesman, sondern eine Soul-Legende verstarb mit Ben E. King. Während diese drei die Fülle ihres Lebens geniessen konnten starb Andy Fraser, der Bassist von Free, deutlich vor seiner Zeit. Der weniger bekannte Bluesman Robert Belfour ist ebenfalls von uns gegangen sowie der seit Langem in den USA lebende Brite Joe Cocker. Welche Bluesmusiker in diesem Jahr geboren wurden, wird man wohl in frühestens fünfzehn bis zwanzig Jahren einzuschätzen beginnen.

Neuer Blues, nicht in Form weiterer schlechter Nachrichten, sondern im Sinne neuer Medien gibt es mit verschiedenen Publikationen. Zwar kein reinrassiges Bluesalbum, aber grossartige Musik gab es etwas zu hören auf Rolf «LL» Lüthi mit seinem mit den Shuffle Kings eingespielten Album Cool Tour. Ebenfalls grosse Stimmung und immer wieder Gast im CD-Spieler sind Bluescerne mit der Veröffentlichung von Bumpy Road, einem Album, das die Stärken der Luzerner Band in bestes Licht stellt. Richard Koechli war auch in diesem Jahr ausgesprochen produktiv. Nicht nur erschein sein Doppelalbum Searching for the Blues, das enorm persönlich und intim ist, und das besser wird, je öfter man es hört, vor allem die phänomenalen Instrumentalstücke. Früher im Jahr erfolgte bereits seine Buchveröffentlichung von Dem Blues auf den Fersen, einer literarischen Suche nach dem Ursprung des Blues und dessen immerwährendem Geheimnis. Gegen Ende des Jahres kam dann noch seine hier demnächst zu besprechende zweibändige Etwas andere Gitarrenschule auf den Markt.

Bei der «Swiss Blues Challenge»: traten am Schluss vier Finalisten an, nämlich Little Chevy, The Blues Mystery, Victor T. Deluxe und die Siegerband Johnny Fontane And The Rivals. Hier ist zu hoffen, dass auch die nicht siegreichen Gruppen weiterhin der Musik treu und gewogen bleiben, der Wettbewerb war für die Zuschauer auf jeden Fall eine grossartige Möglichkeiten, neue Bands kennen zu lernen. Auch die anderen Veranstaltungen des Basler «Summerblues» waren gut besucht und boten ein tolles Programm. Auch sonst ist in Basel viel los, so hat Blues Now!Das alt ehrwürdige «Atlantis» in Basel wieder auf die Karte des Blues zurück gebracht, und daneben gibt es natürlich noch das Bluesfestival mit dem «Swiss Blues Award». Zahlreiche weitere Veranstaltungen erfreuten Bluesfans in allen Landesteilen. Und die gute Nachricht: Auch im eben angelaufenen Jahr gibt es wieder Festivals in Baden, Rapperswil, Vallemaggia und Zürich, um nur einige zu nennen. Andere Festivals sind leider in diesem Jahr nicht mehr auf dem Kalender anzutreffen gewesen, Sierre muss ohne Festival weitermachen.

Martin Bruendler resizedDer «Blues Award 2015» ging an Martin «Kari» Bründler, der mit seiner Übernahme des Steuerrads des «Lucerne Bluesfestivals» gleich den nötigen Rückenwind erhielt und auch folgerichtig ein weiteres tolles Festival auf die Beine stellte. Die Festivalszene in der Schweiz ist weiterhin auf gutem Weg.

International wird das Album Ashes and Dust von Warren Haynes und Railroad Earth in Erinnerung bleiben, eine phantastische musikalische Reise und endlose Grooves. An grossen Stimmen gibt es Rhiannon Giddens zu erwähnen, die mit ihrem von T-Bone Burnett produzierten AlbumTomorrow is My Turn, für nachhaltige Gänsehaut sorgte und auf deren weiteren musikalischen Weg man sich freuen kann. An Enttäuschungen gibt es vor allem eine Publikation zu erwähnen: Bernard Allisons Album In the Mix ist leider kein überzeugendes Album geworden, was sehr schade ist.

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SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

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