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Nobelpreis in der Sporthalle

BobDylan2017Es kommt extrem selten vor, dass im Zürcher Hallenstadion ein Nobelpreisträger auftritt. Wir haben es nicht recherchiert, aber es dürfte das erste Mal sein. Am 11. April 2018 ist es soweit: Bob Dylan wird nach seinem letzten Konzert in der Schweiz vor sechs Jahren auf seiner Never Ending Tour in der Limmatstadt auftreten. Eine Vorschau ist so unnötig wie unmöglich. Seinen Fans wissen, dass sie nichts konkretes erwarten dürfen. Dass der Meister immer für Überraschungen gut ist, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sie ihn bewundern. Letzten Endes ist es womöglich der Grund für seine Bedeutung als einer der wichtigsten Künstler der zeitgenössischen westlichen Popmusik, dass er sich nie in ein Schema pressen liess, sondern immer seinen eigenen Weg ging.

Er hat sich nie um das gekümmert, was Fans oder Musikfachleute von ihm erwarteten, sondern ist immer dem gefolgt, was er für wichtig und richtig hielt und hat sich immer wieder neu erfunden. Er war auch nie ein herausragender Interpret, von vielen seiner Songs gibt es Coverversionen, die weitaus attraktiver anzuhören sind, als die von ihm vorgetragenen Originale. Sein nuschelnder Gesang und seine eher emotionsarme Bühnenpräsenz machen immer wieder klar, dass er eigentlich eher Poet ist, als Musiker und schon gar kein Showman, obschon seine Songs auch musikalisch überzeugen. Seine nüchternen Auftritte ohne jede Anbiederung ans Publikum sorgen für das Quantum Distanz, das der Grund ist, weshalb er mehr bewundert als geliebt wird. 

Der Tourplan ist, besonders für einen 77-jährigen, dicht gepackt. Die Reaktionen auf seine letzten Konzerte waren weitgehend respektvoll positiv, aber kaum überraschend. Neben seinen «ewigen» eigenen Songs, die er teilweise so sehr anders interpretiert, dass sie nur am Text erkennbar bleiben, hat er viele Songs aus dem Great American Songbook im Repertoire, Oldies, viele aus Frank Sinatras Programm, aber auch Songs wie Autumn Leaves, dem ursprünglich französischen Chanson Les feuilles mortes von Joseph Kosma und Jacques Prévert, das längst zu einem Jazz Standard geworden ist. Über fünfzig dieser Schnulzen aus den Vierziger- und Fünfzigerjahren waren schon auf den letzten drei Alben Dylans zu hören. Jetzt holt er sie auch auf die Bühne.

Die Eintrittspreise liegen zwischen CHF 88 und 170. Detailinformationen zum Konzert und Bestellinformationen für Tickets gibt es hier.

Zum Einstimmen: Blowin' in the Wind, Version vom Oktober 2017, Chicago

 

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