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Russel Jackson hat den Schnee in Samedan zum Schmelzen gebracht – oder waren es die Herzen der Zuhörer?


Russell Jackson
Zwei atemberaubende Blues-Konzertabende haben das Engadin auf Trab gehalten. Seit 14 Jahren tönt der Blues durch die Januarnächte von Samedan in die Nachtluft, frisch und sauber. Die weisse Bühne tagsüber und minus 20 Grad am Abend wird von warmem und gefühlsvollem Blues weggespielt. Out of the Blue’s Samedan ist übrigens das einzige Blues-Festival im tiefen Winter in der Schweiz.

Als erste Band starteten The Hipshakers (IT) mit Max de Bernardi (guitar), Antonello Abbattista (harmonica), Fabio Argentini (bass) und Gino Carravieri (drums), welche einen facettenreichen Blues aus den 50/60er spielten und damit sicherstellten, das das Tanzbein vom ersten Klang an geschwungen wurde.

Gefolgt wurden sie von Bugstley Buzz (AUS). Der coolste Pianospieler Australiens gerne auch «The Big Voice From Down Under» genannt, wurde von Fabio Bianchi (guitar, tuba) und Micha Maas (drums), der heute zu den angesehensten Blues Drummern Deutschlands gilt, begleitet. Mit seiner ungewöhnlichen tiefen und rauchigen Stimme sang er grosse New Orleans Stücke. Er selbst bezeichnet seine Musik als «Louisianas Hoodoo Blues».

Als dritter und letzter Act des ersten Abends war Russel Jackson (USA) angesagt. Geboren in Memphis startete er 1974 seine Karriere. Seine Zusammenarbeit mit Grössen wie Otis Clay, Buddy Guy, Charlie Musselwhite, Bobby Rush uvm. hat wundervolle Spuren hinterlassen. Von 1979 bis 1986 ging Russel exklusiv mit B.B. King auf Tour und war der erste Musiker, welcher den Slap Bass in die Live Blueskonzerte einbezog. Die Band am «Out of Blues of Samedan» setzte sich aus Heggy Vezzano (guitar), Damiano della Torre (piano, voice) und Pablo Leoni (drums) zusammen. Ein einzigartiges Konzert, das einem tief in die Seele ging und wovon man nie genug bekommt. Für mich das Highlight des Abends.

Der zweite Abend begann mit der Academia Blues Band (CH). Jedes Jahr spielen 14 bis 19-Jährige Schüler der Academia Engiadina, unter der Leitung von Patrik Würms am Out of the Blue’s Samedan.

Ihnen folgte Jane Jeresa (IT), eine Musikerin mit einer kraftvollen Stimme. Jane ist relativ neu in der Bluesszene. Sie hat sich jedoch einen Namen bei zahlreichen Live-Auftritten in Italien gemacht. Begleitet wurde sie von Stefano Sarchi (guitar), Andreas Caggiari (bass) und Massimiliano Pieri (drums). Das Zusammenspiel könnte noch ein wenig besser sein.

Als letzte Band war Grainne Duffy (IRL) angesagt, eine Musikerin aus Irland. Sie ist eine Pionierin ihres eigenen Stils mit irischem Touch, ihre Ursprünge liegen aber klar im Bereich von Blues, Rock, Country und Soul. Ihre Zusammenarbeit mit Neil Young, Keith Richards und Eric Clapton hat sie beeinflusst. Grainne tritt mit ihrer bestens eingespielten Band aus Paul Sherry (guitar, vocals), Paul McCabe (bass) und Eamon Ferris (drums, vocals) auf. Durch ihre erfolgreiche Europatournee im Jahr 2018 ist sie inzwischen auch kein Geheimtipp mehr.

Fact: Out of Blue’s Samedan ist ein sehr gelungenes Festival. Ein Besuch in der weissen Kulisse lohnt sich! SAVE THE DATE: Nächstes Jahr findet es vom 17. Bis 19. Januar 2020 statt!

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