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Martin Schäfer geht in den Ruhestand
Jahresende heisst 2013 auch: Ende für «Blues Special». Die jeweils Montags um 21 Uhr ausgestrahlte Sendung gehörte für Bluesfreunde seit 2003 zu den regelmässigen Höhepunkten, für  viele zum Pflichtprogramm des dritten Schweizer Radiosenders SRF3. Die Einstellung der Sendung erfolgt ohne Ankündigung durch Radio SRF und überrascht und enttäuscht Bluesliebhaber in der ganzen Schweiz. Wurde bisher bei SRF der Blues und dessen Szene ohnehin stiefmütterlich behandelt, so wird er nun durch den Wegfall der Sendung nahezu marginalisiert. Dabei befindet sich der Blues gerade in einer Phase des Aufwinds mit einer erstarkenden Bluesszene. Es gibt mehr Konzerte und mehr Festivals als je zuvor und an talentiertem Nachwuchs mangelt es auch nicht. Es ist im Grunde nicht nachvollziehbar, wieso eine Sendeanstalt einen Programminhalt kippt, der genau ihrem Auftrag entspricht: der Pflege von Musikstilen jenseits der aktuellen Hitparaden und Information über die Hintergründe. Wir sehen darin einen Schritt zur Verflachung und Banalisierung des Senders, wie sie allenthalben zu beobachten ist.

Die Redaktion der Sendung lag bis zuletzt in den Händen des 65-jährigen Musikhistorikers, Publizisten und Dozenten Dr. Martin Schäfer. Unter seiner Leitung hatte sie sich zu einem Fixpunkt in den Schweizer Medien entwickelt, der die Bluesfreunde regelmässig mit wichtigen Beiträgen über die aktuelle Situation und die Trends informierte. Schäfer gelang die schier unlösbare Aufgabe, die ganze Palette vom ruralen Deltablues bis zu den aktuellsten Entwicklungen in einer wöchentlichen, bloss einstündigen Sendung zu beleuchten, wobei sowohl die nationale, als auch die internationale Szene berücksichtigt wurden.  Er verstand es, Trends rechtzeitig zu erkennen und seinen Hörern die jeweiligen Vertreter und ihre Werke vorzustellen. Dabei konnte er sein in über dreissig Jahren erworbenes Fachwissen einsetzen. Er wusste Zusammenhänge aufzuzeigen und es gelang ihm, spannende Leute ins Studio zu locken um interessante Interviews zu bieten.  Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Blues und seine Verwandten dem Dunstkreis «Unterhaltung» entzogen und als eine Form der musikalischen Kultur anerkannt wurden. Für seinen Einsatz und seine Leistungen wurde er 2007 mit dem Swiss Blues Award ausgezeichnet.
Laut seiner eigenen Aussage hätte er die Sendung auch über das Pensionierungsalter hinaus gerne weiter geführt. Die gute Nachricht ist: Er wird auch in Zukunft für andere Projekte zur Verfügung stehen und sein kumuliertes Wissen weiterhin für den Blues einsetzen. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.

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Diese Auszeichnungen haben wir erhalten:

SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

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