Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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Mit der Liberalisierung des Radios und der Einführung neuer Empfangsmöglichkeiten änderten sich die Hörgewohnheiten in kurzer Zeit. Insbesondere konnten Radioprogramme in grosser Vielzahl und auch über andere, als die klassischen Kanäle empfangen werden. Es entstanden Radios, die nur noch Inhalte einer bestimmten Art ausstrahlten und dabei auf jede Moderation, auf News, auf Plauderstündchen, Interviews und Hörerbeteiligung verzichteten. Nischenradios lockten Zuhörer quer über den Globus an. Mit der Einstellung der Kurzwellenradios erhielten die Internetradios zusätzlichen Auftrieb. Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft reagierte auf diesen Trend mit der Gründung des Swiss Satellite Radio, das 1998 mit der Ausstrahlung der 3 Sender Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz über Satellit, Internet, Kabel und Digitalradio begann. 2013 feiert die Tochter also bereits ihr 15-jähriges Jubiläum. Inzwischen sind Empfangsmöglichkeiten über Smartphone dazu gekommen.

 

Blues ist bei Radio Swiss Jazz unter gebracht. Die Station sendet täglich rund um die Uhr einen Mix aus Jazz, Soul und Blues und wird täglich von rund 76'000 Hörern besucht; 29'000 davon schalten den Sender im Internet ein, der Rest verteilt sich auf Digitalradio, Satellit und Kabel. . Besonderen Wert legen die Programmverantwortlichen auf das einheimische Schaffen. Laut ihrer Website beträgt der Anteil an Schweizer Musik rund ein Drittel. Alle Titel aus Schweizer Produktion sind auch deutlich mit dem weissen Kreuz auf rotem Grund gekennzeichnet. Das Musikarchiv umfasst über 400'000 Tonträger mit insgesamt 3,9 Millionen Titeln und wird laufend erweitert. Es gibt keinerlei Moderation. Dafür sind die Informationsmöglichkeiten vom allerfeinsten und erfüllen all das, was man sich schon immer erträumt hat, wenn man mehr möchte, als sich einfach von Musik berieseln zu lassen.
 
Während der Sendung kann die Programmliste auf der Website von Radio Swiss Jazz angesehen werden. Für jeden Titel sind alle wesentlichen Informationen wie Interpret, Komponist, Orchester/Band, Erscheinungsdaten und Sendeinformationen hinterlegt und können mit einem Mausklick aufgerufen werden. Dort ist auch die Trackliste des Tonträger zu finden, von welchem der Titel stammt. Die anderen Titel können teilweise angehört werden und natürlich gibt es Links zu den Anbietern, welche die Titel oder Tonträger verkaufen. Für die Musiker gibt es direkte Links zu ihren Biographien, Diskographien und anstehenden Konzerten. Die wechselnden Informationen bleiben dabei jeweils drei Monate online. Man kann sich also auch nach einer Sendung detailliert informieren, was für ein Titel zu einer bestimmten Zeit hören war. Es besteht auch die Möglichkeit, sich per Mail erinnern zu lassen, wann der Titel das nächste Mal gesendet wird. Ausserdem gibt es Zugang zu einem gut gepflegten Konzertkalender mit Links zu Veranstaltern, Künstlern und Vorverkaufsstellen.
 
Das Radio versucht, die Hörer in die Programmgestaltung einzubinden und hat zu diesem Zweck eine Musikjury gebildet, die jedem Zuhörenden offen steht. Jedes Jurymitglied erhält wöchentlich etwa ein Dutzend Titel zur Bewertung vorgelegt. Ausserdem kann jeder Titel einzeln in der oben beschriebenen Detailansicht beurteilt werden.
 
Betreut wird der Blues seit 2002 von der stellvertretenden Leiterin Sai Nobel. Sie sorgt dafür, dass im Programm ungefähr dreissig Prozent Blues und verwandte Stile enthalten sind. Ausserdem ist sie für PR und Promotion zuständig. Für die Programmgestaltung kann sie die Informationen verwenden, die sie aus den oben genannten Hörerreaktionen erhält. Darüber hinaus sind alle Titel sorgfältig nach weiteren Kriterien klassifiziert, beispielsweise die Stilart. Die Kriterien beinhalten jedoch auch subjektive Bewertungen, zum Beispiel die «Atmosphäre» des Stücks. Mit Hilfe dieses Regelwerks kann eine ganze Sendungen quasi auf Knopfdruck skizziert werden, die dann natürlich noch verfeinert werden muss. Eine grosse Erleichterung, denn immerhin muss jeden Tag ein Programm von 24 Stunden zusammen gestellt werden. Dabei ein hohes musikalisches Niveau zu halten ist keine leichte Aufgabe. Sai Nobel gelingt dies jeden Tag aufs Neue.

 

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