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René Maeder über sein neues Sendegfäss

René Maeder ist ein alter Hase im Radiogeschäft und ein Pionier von Sendungen mit Americana Musik in der Schweiz. Nachdem er sich 1971 bei einem DJ Wettbewerb als Finalist qualifizieren konnte, rief er zunächst auf Initiative von Ruedi Kaspar und Willy Bischof 1972 die Sendung das kleine Rock ABC ins Leben, die im dreiwöchigen Rhythmus die Bedürfnisse junger Leute erfüllte. Zu dieser Zeit gab es noch keine Privatradios und SRF3 (damals DRS3) ging erst 1983 auf Sendung. Blues-, Rock- und andere Spielarten zeitgenössischer Musik fristete ein Schattendasein, um nicht zu sagen: sie waren inexistent. Öffentlich-rechtliche Stationen sendeten entweder volkstümliche Unterhaltung und Schlager in den ersten, oder Klassisches in den zweiten Programmen. Bestenfalls gab es eine Jazzsendung spät in der Nacht, die in grossen Intervallen ausgestrahlt wurde. Auch das kleine Rock ABC wurde nur alle drei Wochen gesendet. Nach vier Jahren Laufzeit wurde die Sendung im Rahmen einer Umstrukturierung des Radios eingestellt. Maeders Karriere als Radiomacher war damit vorerst unterbrochen.

 

 

1984 ging das Berner Lokalradio Förderband auf Sendung und hatte die Sendung Down At The Doctors über die englische Musikszene im Programm. Maeder entwickelte die Idee einer Sendung über amerikanische Musik, die Wop Bop A Loo Bop heissen sollte und konnte damit die Radiomacher überzeugen. Es waren die Jahre des Umbruchs in der Privatradio-Szene und Sender kamen und gingen, oder änderten Besitzer, Namen und Inhalte. Wop Bop A Loo Bop überlebte all diese Stürme und wurde auf verschiedenen Sendern ausgestrahlt: bei Radio Rabe, Radio 32 Goldies und Capital FM. Seit Mai 2013 kann man Wop Bop A Loo Bop jeden Montag von 20 bis 23 Uhr auf Radio Fribourg/Freiburg (radio.fr) hören.

Anfang 2014 kippte SRF3 plötzlich und unerwartet die Sendung Blues Special aus dem Programm und stiess damit Bluesfreunde in der ganzen Schweiz vor den Kopf, war es doch die einzige bedeutende Sendung über und mit Blues in den öffentlich-rechtlichen Sendern der Schweiz. Zwar ging der langjährige Moderator und Blueskenner Martin Schäfer per Ende 2013 in Rente, er hätte aber nach eigener Aussage die Sendung gerne weiter betreut. Der völlig unverständliche Entscheid hat René Maeder dazu veranlasst, in seinem Wop Bop A Loo Bop dem Blues einen Extraplatz einzuräumen. Bewusst hat er dafür den Titel Blues Special gewählt. Seit dem 7. April 2014 sendet er jeden ersten Montag des Monats Blues Klassiker, neue Künstler, Künstler Portraits, Konzerthinweise, CD-Besprechungen und Interviews. Wir haben uns mit René Maeder über Blues Special unterhalten:
 
bluesnews: René, du hast jetzt den Blues Special ins Programm aufgenommen. Ich nehme an, der Name ist ein Manifest.
René Maeder: Das ist so, ja. Ich hatte ja schon im Wop Bop A Loo Bop immer viel Blues drin. Nachdem SRF3 den Blues Special gekippt hatte, dachte ich, da musst du jetzt etwas machen uns so sende ich nun jeden ersten Montag im Monat von 20.00h bis 23.00h drei Stunden Blues.
 
bn: Wir finden es unverständlich, dass die Musik, welche die Basis der gesamten, modernen Popmusik darstellt, ersatzlos aus dem Programm gestrichen wird. Was ist deine Meinung?
RM: Und das von einem nationalen, gebührenfinanzierten Sender, der andere Aufgaben hat als ein kommerzieller Sender, der sich eher am Mehrheitsgeschmack orientieren muss.
 
bn: Vor allem ein drittes Programm.
RM: eben! Und das mit einem Programmleiter, der sich. . . Besser geht es gar nicht. Es ist wirklich schade. Ich habe mich auch um Martin Schäfer bemüht, kenne ihn seit seinen Vorlesungen in Basel an der Volkshochschule zur Zeit, als ich mit Wop Bop A Loo Bop begonnen hatte. Er hat auch für meinen ersten Blues Special mit einer Stunde über die neu erschienene 3er CD Box von Mike Bloomfield beigetragen. Ich hoffe, es wird nicht sein letzter sein.
 
bn: Was ist dein Konzept für den Blues Special?
RM: Vorschau auf Veranstaltungen, zum Beispiel auf die diversen Festivals, dann auch Berichte darüber, Ausschnitte, Interviews. Es gibt Berichte über Neuerscheinungen, die amerikanischen Blues Charts, aber auch über die nationale Szene.
 
bn: Wird es auch Beiträge geben, die sich mit den Zusammenhängen und der Geschichte des Blues befassen?
RM: Naja, es gibt bestimmt eine Anzahl von Hörern, die alle Zusammenhänge wissen möchten. Meistens diejenigen, die eh schon alles wissen (lacht). Gewiss werden ab und zu Beiträge dazu drin sein, aber der Schwerpunkt liegt auf der Musik. Von einer Stunde Sendezeit sind in der Regel 50 Minuten Musik und maximal 10 Minuten Moderation. Aber die Zusammenhänge sind schon auch wichtig und hatten schon immer einen hohen Stellenwert auch in anderen Sendungen, deshalb finden sie auch hier ihren Platz. Zudem werde ich auch Material der alten Bluesmeister spielen, das man im Radio selten bis nie hört.
 
bluesnews: Wie und wo ist der Sender zu empfangen?
RM: Auf FM, im Kabel und als Podcast im Internet.
 

 

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