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Nein, ich mag keine Casting Shows. Ich sehe nicht gerne zu, wenn talentierte oder weniger talentierte Möchtegerne-Künstler von drittklassigen Showstars in übelstem Proljargon vor einem Millionenpublikum vorgeführt und fertig gemacht werden. Mich amüsiert sowas nicht und musikalisch wird einem sowieso nichts geboten. Dass hinter der Sendung Endemol steht, ist auch nicht gerade aufmunternd, ich wüsste jedenfalls keine Sendung aus diesem Hause, die ich sehenswert finde. So habe ich mir The Voice of Switzerland ausschliesslich deshalb angesehen, weil mit Philipp Fankhauser ein Blueser in der Jury sitzt.

Die Sendung beruht darauf, dass die etwa 130 Teilnehmenden an einer «Blind Audition» teilnehmen. Dabei singen sie vor Publikum und Jury, begleitet von einer Live Band. Die Jury kann dabei die Kandidaten nicht sehen, sondern nur hören, damit sie nicht von Äusserlichkeiten abgelenkt werden. Dazu sitzen sie auf Drehstühlen und sehen zum Publikum. Sie stimmen für eine Kandidatin, indem sie sich umdrehen. Jeder Kandidat braucht mindestens eine Stimme, um weiter zu kommen. Die Kandidatin wählt unter den Jurymitgliedern, die sich für sie entschieden haben, einen Coach. Seine Aufgabe ist es, den Kandidaten für die zweite Phase, die «Battle Round» vorzubereiten. Jedes Jurymitglied soll so zehn Kandidaten betreuen. In dieser Phase singen jeweils zwei Kandidatinnen im Duett, nur eine der beiden erreicht die dritte Phase, in der die Kandidaten innerhalb einer Gruppe gegeneinander antreten. In diesem Teil entscheiden Coaches und Publikum gemeinsam über das weitere Schicksal der Kandidaten und bestimmen jeweils einen Finalisten aus jeder Gruppe.  Schliesslich entscheidet dann im Finale das Publikum alleine über den Sieg.

Die Jury besteht aus der Pop- und Soulsämgerin Stefanie Heinzmann, dem Soul-und Posänger Marc Sway, dem Rapper Stress und dem Bluesmusiker Philipp Fankhauser.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe die Sendung bis zu Ende verfolgt und war angenehm überrascht. Natürlich ist es ein grosses Brimborium mit allem drum und dran, die Jury sitzt in Drehsesseln, die jedem Star Wars Cockpit Konkurrenz machen können, die Kandidatinnen treten mit grossem Tamtam und gewaltigem Lichtzauber auf und ab, viel Einstudiertes wird als spontan dargeboten und alles ist so aufgebaut, dass die Zuschauer monatelang in Spannung gehalten werden.  Aber es ist schliesslich eine Samstagabendshow im Fernsehen. . .

Erfreulich: Hier wurde tatsächlich die Stimme beurteilt. Kein Jurymitglied profilierte sich auf Kosten eines Kandidaten und abwertende Kommentare fehlten ganz. Auch wenn eine Kandidatin von keinem Jurymitglied gewählt wurde, gab es eine stimmige Erklärung und die Jury versuchte, den Abgewiesenen Mut zu machen. Das Angebot brachte mich zum Staunen. Es gab keine wirklich schlechten Bewerber. Offenbar liegt ein grosses Potential an grossartigen Stimmen in der Schweiz brach und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.

Die Sendung verspricht ein Erfolg zu werden. Die Kommentare auf Twitter während der Ausstrahlung waren zahlreich, lebhaft und überwiegend positiv. Im Saal schien gute Stimmung zu herrschen. Die Jury war gut aufgelegt und man konnte die meisten ihrer Entscheide nachvollziehen. Philipp Fankhauser zeichnete sich durch wohltuend ungekünstelte Aussagen und Eloquenz aus, während ich die anderen Jurymitglieder etwas arg schrill erlebte.

Wir dürfen gespannt bleiben!

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