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Richard Koechli Parcours
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Groove Now
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Paradix
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Nicht, dass man daraus eine sichere Regel machen könnte, aber es zeigt sich oft: Gerade besonders talentierte Musiker sind oft auch besonders angenehme, offene und charmante Personen, fern von allen Allüren. Das gilt auch für Sean Carney, mit dem wir am Morgen seines Auftritts am Piazza Blues 2010 ein wenig plaudern konnten. Sein Set eröffnete das diesjährige Piazza Blues in Bellinzona.

Bist Du zum ersten Mal hier im Tessin?

Ja, genau, zum ersten Mal.

Wie gefällt es Dir als Veranstaltungsort?

Wunderbar. Ich bin sehr begeistert, hier spielen zu können, seit Fritz uns eingeladen hat. Ich bewundere die vielen Talente, die hier in den vergangenen Jahren schon gespielt haben. Ich habe eine Aufnahme mit Junior Watson (2004), die hier aufgenommen worden ist. Es ist für mich eine Ehre, hier zu spielen.

Du tourst im Moment viel durch Europa, anschliessend geht es nach Frankreich und Slowakien.

Ja, wir kommen gerade aus Tschechien, wo wir 2 Konzerte gaben. Wir haben auch schon in Ungarn gespielt. Und wir spielen natürlich oft in Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien. Im November werden wir wieder für eine kleine Tour nach Europa kommen. Wir werden am Swamp Festival in Calais teilnehmen.

Worin liegt der Unterschied, in Europa oder in den USA zu touren?

(Lacht) Für gewöhnlich sehr viel mehr Fahrerei in den USA. Von Wir sind in diesem Jahr viel gereist, eine Tour durch Kalifornien, Washington , Portland, dann hier in Europa und wenn wir zurück sind, steht eine Tour durch Kanada an.

Du hast 2007 den Albert King Award und die internationale Blues Challenge. Welcher Preis bedeutet Dir mehr?

Tja, ich habe mich schon 2003 und 2005 als Gitarrist und Bandleader für Teeny Tucker für die IBC beworben und wir gewannen beide Male den dritten Preis. Ich wollte aber schon beim ersten Mal den Albert King Award. In verschiedener Hinsicht ist die Blues Challenge wichtiger, er hat mehr Prestige. Aber persönlich bedeutet mir der Albert King Award fast mehr.

Du erwähnst Teeny Tucker. Mit Ihr hast Du zwei CDs produziert. Ist eine weitere Zusammenarbeit mit ihr geplant?

Nein, nicht wirklich, aber man kann nie wissen.. Ja, wir haben zwei CDs zusammen: Tommy’s Girl und First Class Woman. Sie hat einen meiner Songs auf ihrer CD und wir spielen ziemlich oft ihre Songs in unserer Show, wir haben etwa fünf Jahre zusammen gearbeitet, wir sind gute Freunde und wir leben in der gleichen Stadt, aber es ist keine weitere gemeinsame Produktion in Sicht. Aber vielleicht kreuzen sich unsere Wege mal wieder.

Welche anderen Musiker produziert Dein Plattenlabel Nite Owlz?

Nur uns selbst. „Provisions“ erschien 1998 und die bleibende Nachfrage danach ermutigte uns, die CD neu aufzulegen, was dann unter dem Label „Nite Owlz“ 2007 auch geschah.

Gibt’s es Ideen, andere Musiker unter dem Label zu produzieren?

Im Moment nicht. Wir haben natürlich darüber nachgedacht und es gibt auch Musiker, mit denen ich gerne zusammenarbeiten und die ich produzieren würde. Die Möglichkeiten sind da, aber wir haben es bisher nicht weiter verfolgt.

Dein Grossvater Dallas Carney war ein bekannter Jazz Posaunist. Hattest Du zuerst Kontakt zum Jazz oder zum Blues und wie hat es Dich musikalisch beeinflusst?

Ja, mein Grossvater spielte Posaune. . .

Hast Du ihn oft gehört?

Leider nicht, er starb, bevor ich auf die Welt kam. Aber er hatte zwei Söhne, Onkel Gary und mein Vater. Beide mussten mit sechs oder sieben Posaune spielen lernen. Nachdem sie es einigermassen konnten, stellte er ihnen frei, etwas anderes zu spielen. Mein Vater spielte dann Bass, mein Onkel blieb bei der Posaune. Beide verfolgten eine musikalische Karriere und beide wurden Musiklehrer. Mein Vater hat einen Abschluss als Komponist. Er ist inzwischen pensioniert, war aber Dirigent der Streicher des öffentlichen Schulsystems in Columbus und mein Onkel war Professor für Jazz an der Ohio State Universität.

Mein erster Kontakt mit Musik war also, glaube ich mit dem Jazz, aber mein Vater hörte und spielte auch klassische Musik. Als Teenager interessierte mich dann eher Rock ‚n‘ Roll, Heavy Metal.

Du unterrichtest auch selbst Musik. Da gibt es doch dieses Camp?

Ja, genau, wir gehen in Schulen, sogar in Europa. Wir unterrichten auch über die Geschichte des Blues, die sozialen Aspekte, Sklaverei, alles was dazu gehört. Manchmal bittet man uns in den USA, nicht soviel darüber zu erzählen. In Europa möchten die Leute eher die Details wissen. Im Grunde aber geht es beim Camp darum, die Fähigkeiten der Musiker zu fördern. Wir unterrichten dabei Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. Mit dabei sind mein Schlagzeuger Eric Blume  und für den Bass Steve Perakis. Wir  unterrichten dabei eine ganze Woche. Es ist anstrengend, bringt aber auch sehr viel Spass.

Nun freuen wir uns auf Deinen Auftritt heute Abend. Besten Dank für das Gespräch.

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