Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
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Zeichen vom (Blues-)Himmel ...

Ist er nun heilig oder sündhaft, der Blues? Vom Teufel soll er stammen! So wird uns das seit Generationen wie ein Mantra überliefert. Ein Sprachrohr sei er für die, die sich in Kneipen rumtreiben, über Whiskey und Weiber singen, mit allerhand Drogen hantieren, bei Prügeleien auch schon mal mit Messer oder Pistole rangehen, und in Geist und Seele ohnehin von allerhand diabolischen Mächten verunreinigt sind. Das klingt in der Tat nach Schmutz und Sünde, wohl erst recht in der Ohren eines konservativ gläubigen amerikanischen Archetyps... Ach was, sind doch alles bloss Klischees! Wirklich...?

So spielend einfach widerlegen lässt sich die Mär vom blauen Teufel nun auch wieder nicht; zu viele dieser Devil- und Juke Joint-Stories sind seit 100 Jahren im Umlauf. Waren schliesslich auch ziemlich raue Zeiten und Sitten damals; in einer Epoche, wo's noch kaum Problem-entschärfende Friedensrichter, Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen oder flauschig-weich sich anfühlende soziale Auffang-Netze gab. Und dann diese Farbe...; nein, gar keine Farbe eben. Nicht mal Graustufen, sondern reines, pures Schwarz. Und Schwarz kann nun mal nicht Weiss sein. Gott stellen wir uns definitiv als strahlend weiss vor. Beides geht nicht. Entweder gut oder böse, heilig oder teuflisch, weiss oder schwarz. Der Blues handelt von weltlichen und deshalb schmutzigen Dingen. Und wenn dieses Schwarz dann doch mal zu Weiss werden soll, dann sollen die gefälligst über die Frohe Botschaft singen, welche ihnen damals vor 300 Jahren dank weissem Missionars-Eifer beigebracht wurde. Gospels, Negro-Spirituals. Jawoll, da kommt das heilige Gefühl auf! Das tränkt die nach Spiritualität und Erlösung sich sehnende Seele. Da können sie ruhig ihre ganze geballte Ladung an Rhythm' and Soul mit einbringen, die schwarzen Sänger/innen. Und wir, die Weissen, an Weihnachten in der Kirche, versuchen es ihnen gleichzutun (im Rahmen unserer Möglichkeiten...). Das erhebt uns alle, bringt näher zu Gott. Aber beides? Blues und Gospel? Womöglich noch gleichzeitig?? Unmöglich! Entweder Gott oder Teufel. Und wenn schon glauben, dann an Gott.Ist er nun heilig oder des Teufels, der Blues? Ist doch egal, zum Teufel mit dieser kleinkarierten Frage! Mir war jetzt nicht nach Schwarz/Weiss-Denken. Nicht jetzt. Ich hatte andere Problem. Ich war mal wieder unterwegs. Auf der Suche. Im Wald ...

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Nicht dass ich glaubte, es zu finden im Wald. Nein. Alles Mögliche an kriechenden, fliegenden, blühenden und riechenden Wesen tummeln sich in diesem wunderbaren Universum „Wald“. Und nach meinem unbewiesenen Erkenntnis-Stand sind da sicher auch eine Menge unsichtbarer Wesen dabei ... (schliesslich bin ich ein Verehrer der keltischen Musik-Tradition und somit auch all jener Jahrtausende alten Elfen-, Feen- und Naturgeister-Geschichten).. Doch das was ich suchte, würde sich wohl kaum ausgerechnet hier offenbaren, und schon gar nicht jetzt und auf Befehl. Was ich suchte, war ein Zeichen. Zeichen kommen selten, wenn man angestrengt oder gar verzweifelt nach ihnen späht. Ich wusste es. Das ist schon beinahe wie bei den Rehen, die zeigen sich auch nie dann, wenn man nach ihnen ruft. Trotzdem marschierte ich vor mich hin, ziemlich energie- und mutlos, und hoffte zumindest etwas Ruhe zu finden – hier im Egolzwiler Wald. Oder vielleicht sogar die grosse Ausnahme, eben doch irgend ein erlösendes Zeichen...??

Was war passiert? Und was hat dies alles mit Blues zu tun?? 

Sehr viel. Ob er nun heilig oder des Teufels ist, der Blues - was für eine Frage?? Natürlich ist er heilig! Ok, in der Umgangssprache kann diese Phrase auch ganz unspektakulär Ausdruck einer geliebten Freizeitbeschäftigung sein. Für die einen ist der Fussball heilig, für andere der Sonntag-Abend-Krimi. Doch ganz so kampflos möchte ich mein Wort „heilig“ nun doch nicht in die Schublade „Gewöhnliches“ stecken lassen. Nein! Wenn ich von heilig spreche, impliziere ich eine gewisse Ganzheitlichkeit, eine Transzendenz, im Grunde nichts weniger als ... eine latente Verbindung zum Jenseits. Wow, jetzt wird er esoterisch und verliert komplett die Bodenhaftung...! Wie kann das denn passieren, wo er doch auf wohlgenährtem grünen Waldboden voranschreitet? Vielleicht lagen da irgendwo halluzinogene Pilze rum, denen der labile Koechli nicht widerstehen konnte?

Nun, waren es tatsächlich magische Pilze, die Koechli im Wald fand?? Die Antwort darauf, und was sonst noch alles an seltsamen und doch wahren Dingen passierte auf diesem Pilgermarsch zu den Zeichen des Blues-Himmels .... erfahrt Ihr in der nächsten Ausgabe dieser Kolumne. 

Nicht verpassen – die Fortsetzung folgt schon sehr bald!
 

Herzlich
Richard Koechli

www.richardkoechli.ch

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