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Vom Rap zum Blues

Es gibt eine ganze Generation neuer und vielversprechender Blues Musiker, die nach und nach die alten Meister ablösen. Viele dieser Musiker stammen aus der Heimat des Blues, dem Süden Nordamerikas. Sie haben die Zeit der Sharecropper nicht mehr persönlich erlebt, ebenso wenig die ganz krassen Formen der Rassendiskriminierung. Sie wandern auch nicht notwendigerweise nach Chicago oder Detroit, oder eine andere Grossstadt im Norden aus, um den Verhältnissen daheim zu entfliehen. Sie entwickeln den Blues weiter, stehen dabei aber mit beiden Beinen in der Tradition. Sie repräsentieren die Zukunft des Blues. Einer davon ist Grady Champion. Wir stellen diesen interessanten Musiker vor.

Aus Canton, Mississippi stammt der 1969 geborene Sänger, Harpspieler und Songwriter. Die kleine Kreisstadt des Bezirks Madison liegt auf dem Mississippi Blues Trail am Rande des Deltas in der Nähe von Jackson. Hier lebte auch der unweit davon geborene Elmore James nach seiner Rückkehr vom Dienst bei der Navy bis zu seinem Tode 1963.

Grady Champion ist der jüngste Sohn einer kinderreichen Familie. Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte er als Sänger im Kirchenchor. Als Fünfzehnjähriger zog er mit seiner Mutter nach Miami, wo er anfangs der neunziger Jahre eine kurze Zeit als Rapper MC Gold unterwegs war. In diese Zeit fallen auch Versuche als Boxer und als Radio DJ. 1993 lernte er den traditionellen Blues kennen. Er begann Rap-Titel zu Blues Samples zu schreiben und wurde damit Zweiter an einem McDonald’s Music Festival. Er wurde eingeladen, im folgenden Jahr als Bluessänger erneut aufzutreten. Nun begann er, sich intensiv damit auseinander zu setzen und hörte Aufnahmen von Sonny Boy Williamson II, Muddy Waters, Howling Wolf und all den anderen, wichtigen Bluesmusiker. Er trat  im Tobacco Road auf, der traditionsreichen und ältesten Bar in Miami. Begleitet wurde er von Iko-Iko, der legendären Band von Graham W. Drout.

1994 wagte er sich am McDonald Music Festival mit Buddy Guys You Dawn Right I Got the Blues vor 10'000 Personen auf die Bühne und gewann den ersten Preis. Er hatte das Gefühl, dass er neben dem Gesang auch ein Instrument spielen müsse, kaufte sich eine Harmonika und brachte sich das Spielen autodidaktisch bei. 1996 wurde er für die Blues Cruise engagiert, wo er mit Michael «Hawkeye» Herman an der akustischen Gitarre  auftrat. Später sollte er noch selbst Gitarre spielen lernen.

1998 veröffentlichte er seine erste Blues CD: Goin' Back Home, die er auf mit eigenen Label Grady Shady Music produzierte. Kurz darauf unterschrieb er bei Shanachie Entertainment, die ihn mit Dennis Walker, den Komponisten und Produzenten von unter anderem Robert Cray, Buddy Guy, B.B. King und Philipp Fankhauser. Aus dieser Zusammenarbeit entstand Payin‘ For My Sins
1999 begann er mit verschiedenen Musikern auf Tourneen zu gehen, 2000 und 2001 zum Beispiel mit Johnny Winter. 2001 gab Shanachie Entertainment sein drittes Album heraus: Two Days  Short Of A Week, das ziemlich erfolgreich war.

Im Jahr darauf verlegte er seinen Wohnsitz zurück nach Canton, wo er geboren wurde aufwuchs. Er studierte Musik am College in Raymond, weil er auch die theoretische Seite der Musik verstehen wollte. In dieser Zeit spielte er lokal mit Eddie Cotton
.
Danach stellte er die Band The Grady Champion Revue zusammen, mit der er längere Zeit tourte. 2007 hatte er einen Auftritt im legendären 930 Blues Cafe in Jackson, inzwischen leider geschlossen.  Daraus ging das Live-Album Grady Champion - Back in Mississippi Live at the 930 Blues Café hervor, das 2008 erschien und grosse Aufmerksamkeit erregte. Es wurde 2010 in einer zweiten Auflage herausgegeben. Im selben Jahr gewann er die 26. Internationale Blues Challenge. Es folgten 2011 die CD Dreamin‘. 2012 kamen die Alben Tough Times Don’t Last und Shanachie Days heraus.

2013 gründete er das Label DeChamp Records. Sein Ziel ist es, das führende unabhängige Label für Blues und R&B zu sein. Er fokusiert sich dabei auf Musiker «. . .mit grossem Talent, die von anderen Labels möglicherweise übersehen worden sind» (O-Ton DeChamp Records). Mit Eddie Cotton, JJ Thames und sich selbst hat er dabei bereits drei hochkarätige Künstler unter Vetrag. 2014 brachte er sein bisher neustes Album (Stand 2014) heraus: Bootleg Whisky.

Kontakt

Website Grady Champion
Facebook Grady Champion
 

Diskographie


Bootleg Whisky    (2014)

1 Beg, Borrow, Steal 3:02
2 Bootleg Whiskey 3:46
3 Don't Waste My Time 4:35
4 Home Alone 4:31
5 Ten Dollars 4:39
6 South Side 4:47
7 Who Dat 4:27
8 Here We Go Y'all 3:17
9 I Tripped and Fell in Love 4:02
10 Mr. Right 3:26
11 White Boy with the Blues 5:28




Shanachie Days (2012)

1 Brother, Brother 3:35
2 I'm Smilin' Again 4:08
3 Lady Luck 5:24
4 Policeman Blues 4:31
5 Dreamin' 3:37
6 Roberta 4:03
7 Love Is My Middle Name 3:31
8 Let Me Be 3:59
9 Honeybee 3:25
10 Payin' For My Sins 3:40
11 Stop Chasing Me 3:41
12 Nothing I Can Do 4:37
13 Children Of The Corn 3:43
14 You Got Some Explaining To Do 4:13
15 Troubled Mind 4:38
16 Wine And Women 4:25
17 My Rooster Is King 3:38

 
Tough Times Don’t Last (2012)
  

1 My Time Baby 3:30
2 Missing You 3:49
3 Mississippi Pride 3:22
4 Trust Yourself 4:36
5 Broken Down Cadillac 4:15
6 Glory Train 4:06
7 Things Ain't What They Used To Be 4:34
8 Tough Times Don't Last 4:31
9 On the Road 3:57
10 Ghetto 4:22
11 Cookie Jar 4:19
12 What Would Christmas Be Without You? 4:27

 
 

Dreamin’ (2011)

1 My Rooster Is King 4:19
2 Dreamin' 3:47
3 Weight of the World 4:10
4 Guilty as Charged 5:18
5 Same Train 4:40
6 Make That Monkey Jump 4:16
7 Cross That Bridge 3:01
8 Thank You for Giving Me the Blues 5:23
9 Laugh, Smile, Cry Sometimes 4:58
10 Walk with Me Baby 4:01

 
 

Back in Mississippi Live at the 930 Blues Café (2007, 2010)

1 Intro 0:30
2 I'm Ready 3:52
3 Baby What You Want Me to Do/Bright Lights 6:25
4 You Got Some Explaining to Do 4:19
5 1-800-Blu-Love 4:42
6 Policeman Blues 4:12
7 Spoonful 6:58
8 Lonesome Bedroom Blues 7:50
9 Love and Memories 5:59
10 Why I Sing the Blues 5:57
11 Wine and Women 5:47
12 Brother, Brother 4:53
13 I'm Yours 4:10
14 Blues on Christmas 5:37


2 Days Short of a Week (2001, 2005)

1 Wine and Women 4:27
2 Brother, Brother 3:36
3 Lady Luck 5:26
4 Honeybee 3:27
5 Children of the Corn 3:45
6 Policeman Blues 4:32
7 When a Woman's Fed Up 4:42
8 Love Is My Middle Name 3:33
9 Nothing I Can Do 4:37
10 Stop Chasing Me 3:41

 


Payin’ For My Sins (1999, 2005)

1 I'm Smilin' Again 4:09
2 You Got Some Explaining to Do 4:15
3 Good as New 4:06
4 She's Some Kind of Wonderful 3:27
5 My Rooster Is King 3:39
6 Goin' Down Slow 6:13
7 Payin' for My Sins 3:41
8 Troubled Mind 4:42
9 Let Me Be 3:58
10 Roberta 4:05
11 Don't Start Me to Talkin' 3:56
12 Ain't No Love in the Heart of the City 4:14
13 Dreamin' 3:37

 
Goin’ Back Home (1998)

1 Scratch My Back 3:07
2 Born Blind 3:24
3 Brother, Brother 3:50
4 Love and Memories (My Mama's Song) 4:28
5 Goin' Back Home 3:11
6 Stay Away 3:42
7 Blues on Christmas 4:51
8 My Baby Still Loves Me 2:14
9 1-800-Blu-Love 3:56
10 Voodoo Girl 5:10
11 Blues on Christmas 2:57

 

 
 

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