Bluesfestival Sierre 2015
Das Kleinbasler Bluesfestival
Basler Veranstaltungskalender
Groove Now
Richard Koechli: Dem Blues auf der Spur
Jazz 'n' More
Der Groove-Meister

greggallmannDer Mitbegründer und Bandleader der Allman Brothers Band, der Solo-Künstler, Pianist, Gitarrist, Organist, Sänger und die 1970er Jahre Celebrity Gregg Allman ist am 27. Mai verstorben. Er hat ein Leben im Rock’n’Roll gelebt, namentlich im «Southern Rock», einer unscharfen Sammelbezeichnung für Musik, die tief im Blues verwurzelt ist. Gregg Allman war in zahlreichen Bands, von The Allman Joys über The Hourglass bis zu der Allman Brothers Band, in deren verschiedenen Inkarnationen er das Kontinuum darstellte. Einen Abriss seines Lebens oder seine Auszeichnungen entnehme man der Wikipedia, wir versuchen, den Mann und sein Schaffen im Bewusstsein seines Schicksals zu würdigen.

Es gibt eine chinesische Geschichte, nach der einem Mann ein Pferd zuläuft, worauf alle im Dorf sagen, was für ein Glückspilz er sei. Er meinte bloss, dass man das nicht sagen könne. Und in der Tat verletzte sich sein kleiner Sohn bei einem Ritt auf dem Pferd so schwer, dass er eine dauerhafte Beschädigung am Bein davontrug. Die Leute im Dorf bedauerten ihn als Unglücksraben, und wieder meinte er bloss, dass man das nicht sagen könne. Jahre später brach ein Krieg aus und alle jungen Männer im Dorf wurden zum Soldatendienst gezwungen, bis auf den Sohn mit dem lahmen Bein. Die jungen Männer fielen alle im Krieg und nur seine Familie bestand weiter.

Das Leben Gregg Allmans weist gewisse Parallelen auf zu dieser Geschichte, indem der jüngere der beiden Allman Brüder immer wieder Schicksalsschläge verdauen musste, aber auch enormen Erfolg hatte. Das konstante dabei war seine Musik, die sich in den Jahrzehnten wenig entwickelt hat. Frühe und späte Aufnahmen der Allman Brothers Band weisen eine verblüffend hohe Konsistenz auf, sowohl was das generelle Feeling angeht, aber auch in Bezug auf den Groove. Die Musik, an der Gregg Allman beteiligt ist, swingt immer, groovt immer und ist stets abwechslungsreich und überraschend.

Der entscheidende Moment in den 69,5 Jahren auf diesem Planeten war natürlich der fatale Tag 1971, als sein heiss geliebter Bruder Duane Allman starb. Beide Brüder mit einem Altersunterschied von lediglich 13 Monaten wuchsen im Süden der USA auf, und sie waren beide leidenschaftliche Südstaatler — «Southernes» — aber nicht im Sinne von reaktionären, rassistischen Bürgerkriegs-Nostalgikern. Die Allman Brothers verkörperten die südstaatliche Gegenkultur, sozusagen die 60er Jahre Southern Style. Stärker als anders Südstaatenbands wie (Lynyrd Skynyrd) waren die langhaarigen Hippietypen Duane und Gregg Allman der Beweis, dass es einen neuen Süden geben konnte. Dass man die reiche Kultur aus Florida, Georgia, Alabama in neuem Gewand zum Leben erwecken konnte. Die betrifft vor allem das reiche musikalische Erbe. Die beiden Brüder hatten eine Band erschaffen, die ihre musikalische Vision umsetzte, und in der sie gemeinsam leben und arbeiten konnten, und sie hatten den ersten wirklich grossen Erfolg mit dem Live-Album At Filmore East, als Duane in einem Motorradunfall ohne eigenes Verschulden ums Leben kam.

Gregg stand nun alleine da, ohne sein lebenslanges Vorbild, der ihn zwar kräftig gehänselt hatte, mit dem er sich aber natürlich gleichwohl verbunden fühlte. Und Musik zu machen war nun plötzlich etwas anderes. Man stelle sich vor, wie seine emotionale Achterbahn aussah, als er das erste Mal nach Duanes Tod wieder Statesboro Blues auf der Bühne spielte. Gregg Allman hat mithilfe seiner Musik, aber auch unter Verwendung aller verfügbaren Substanzen sein Leben in den Griff gekriegt, trotz verrückter Episoden wie der nun wieder in jedem Nachruf hervorgekramten Blitz-Ehe mit Cher.

Die Ernsthaftigkeit, die Konzentration auf sein Ziel: die Erschaffung dieses weichen und groovigen Sounds, Musik als Gemeinschaftserlebnis für die Band, und damit auch fürs Publikum, das waren die Punkte, die mit Gregg Allman in dieser Form gestorben sind. Gregg hinterlässt seine zwei leiblichen Söhne Elijah Blue Allman und Devon Allman, die beide ebenfalls Musiker sind. Es steht zu hoffen, dass die Allman Brothers Band auch den Tod des zweiten namensgebenden Bruder verkraften werden, und dass sie weiterhin diese Musik zelebrieren, für die Gregg Allman von eingeschworenen Liebhabern des «Southern Rock» immer verehrt werden wird.

Bewertung insgesamt (0)

0 von 5 Sternen
Kommentar hinzufügen
  • Keine Kommentare gefunden

Facebook Button

Diese Auszeichnungen haben wir erhalten:

SwissBluesAward2014 winner 150x160px

GermanBluesAward 2015 bluensnews.ch

 

 

bluesnews ist Mitglied dieser Organisationen: