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Viel zu früh

MikeLedbetter 01Gleich zu Beginn des Jahres erreicht uns eine traurige Nachricht. Mike Ledbetter ist im Alter von erst 33 Jahren überraschend gestorben. Seine Karriere war gerade so richtig in Fahrt gekommen. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Frontmann in der Nick Moss Band, wo er so etwas wie Partner und Lehrling zugleich war, lernte er «Monster» Mike Welch kennen. Es war für beide eine Art Sternstunde, denn sie verstanden sich persönlich und musikalisch sofort. Eine Sternstunde war es auch für den Blues, denn hier hatten sich zwei gefunden, die füreinander bestimmt waren. Am Montag, dem 22. Januar 2019 starb er an einem medizinischen Notfall.

Mike Ledbetter kam 1986 in Elgin zur Welt, einer Stadt etwa 60 km ausserhalb Chicagos, die als Uhrenstadt der USA bekannt geworden ist. Er war ein entfernter Cousin von Lead Belly (Hudson William Ledbetter), einem Topstar der Dreissiger- und Vierzigerjahre, der unter anderem durch Songs wie Cotton Fields und Goodnight Irene berühmt wurde und als «König der 12-saitigen Gitarre» bezeichnet wurde. Auch in seinem Elternhaus waren Blues und Soul ständig gegenwärtig.

Mit Mike Ledbetter verliert der Blues einer seiner Besten. Er war mehr als ein begabter Sänger, er verkörperte gleichzeitig Tradition und Zukunft des Blues. Sein Gesang war unverwechselbar und seine Auftritte einzigartig. Da stand jeweils ein Musiker auf der Bühne, der sich weder als Blues-Macho gab, noch einfach zu unterhalten versuchte. Er war stets nur dies: ein Sänger, aber was für einer. Gesegnet mit einer Tenorstimme, mit der er noch als Jugendlicher im Opernhaus seiner Heimatstadt Elgin (IL) und im Chicago Opera Theater das Publikum begeisterte, bevor er sich dem Blues zuwandte. Immerhin war er während gut acht Jahren Opernsänger.

Wesentlich beeinflusst hat ihn Curtis Salgado, mit dem er 2011 einige Gigs spielte. Über ihn sagte er in einem Interview: «Curtis ist erstaunlich in dem, was er tut, und ich habe versucht, so viel wie möglich von ihm zu lernen. Es hat mir wirklich Spass gemacht, sein Publikum zu beobachten. Er macht es einfach so mühelos.» Dies gilt auch für ihn. Scheinbar ohne Anstrengung gelingt es ihm, Emotion über die Rampe zu bringen, die jeden sofort packt.

2011 war er als Backgroundstimme für Nick Moss’ Album Here I Am engagiert. Nach einem kleinen Solo am Ende von It’ll Turn Around bot im Moss an, mit seiner Band zu touren. Aus dem Backroiund Sänger wurde der Leadsänger, der schliesslich die Nick Moss Band entscheidend mitprägte und aus dem Studiojob eine siebenjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schliesslich traf er 2017 am Chicago Bluesfestival Mike Welch und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit, die zu den besten der letzten Jahre gehört. Ein Ausnahmegitarrist und ein Ausnahmesänger, die auch menschlich harmonierten und Freunde wurden. Ihr Debutalbum «Right Place, Right Time» wurde 2018 sozusagen vom Fleck weg mit einem Blues Music Award als bestes traditionelles Blues Album geehrt. Beide waren in diesem Jahr für Blues Music Awards nominiert und ihre Agenda war prallvoll. Sie hatten noch viel vor. Das Schicksal wollte es anders.

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