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T-Bone Burnett - Pate der Roots Musik
Auffallend viele sehr erfolgreiche Alben der vergangenen Jahre haben eines gemeinsam: Sie werden vom gleichen Produzenten verantwortet. Sei das Jazz-Sängerin Diana Krall, Country-Legende Willie Nelson, Elton John oder Gregg Allman oder B.B. King, alle vertrauen sie dem selben Produzenten: T-Bone Burnett. Musikalisch sehr diversen Musikern hilft Burnett dabei, ihre musikalischen Wurzeln – oder besser die Wurzeln ihrer Musik – wieder zu entdecken. Seine Alben haben einen deutlichen Vintage-Touch, und Burnetts musikalische Handschrift ist dadurch zu erkennen, dass er den von ihm produzierten CDs den unaufgeregten Charme von Roots-Musik verleiht. Indem er mit Jazz-, Country- und auch Bluesmusikern zusammenarbeitet, die Alben aber hörbare Ähnlichkeiten aufweisen, eröffnen Burnetts Alben einen Blick in die Arbeit eines der erfolgreichsten Produzenten der Gegenwart.

 

 

Musikproduzent muss ein interessanter Beruf sein: Man gibt der Musik der Künstler ein Finish, eine stilistische Note. So war Phil Specter mit seiner berühmten «Wall of Sound» verantwortlich für sehr erfolgreiche Alben der 1970er und 1980er Jahre. Rick Rubin hat dem alten Johnny Cash geholfen, ein Spätwerk zu schaffen und in jüngster Zeit Black Sabbath mit 13 zu neuen musikalischen Ufern verholfen. Doch im Bereich Roots-Music, im Tummelfeld von Blues, Jazz, Country und ähnlichen Frühformen amerikanischer Unterhaltungsmusik ist T-Bone Burnett – eigentlich Joseph Henry Burnett – derzeit die erste Adresse.
 
Angefangen hat Burnett zunächst als Gitarrist in Formationen wie The Alpha Band, ab 1980 als Solist. Doch in dieser gesamten Zeit arbeitet er auch als Produzent nicht nur seiner eigenen Alben sondern auch jenen von Kollegen. Frühe Erfolge waren Time Step von Leo Kottke (1983) und How Will the Wolf Survive von Los Lobos (1984). Und seither produzierte der Mann im Schnitt 3-4 Alben pro Jahr.
 
Zuletzt 2012 hatte T-Bone Burnett einen weiteren Riesenerfolg mit dem Album von Diana Krall. Die Jazz-Pianistin und Sängern liess ihn ihr jüngstes Album produzieren: Glad Rag Doll, eines der erfolgreichsten Alben der Frau, die wie ihr Ehemann Elvis Costello auf Burnetts Dienste schwört. Willie Nelson klingt auf Country Music wie ein Wiedergänger von Hank Williams, ein Album auf dem der Texaner so «Old School» klingt wie schon lange nicht mehr. Bluesfans sind vielleicht vertraut mit der Tatsache, dass B.B. Kings jüngste Studioveröffentlichung One Kind Favours Frucht einer Zusammenarbeit mit T Bone Burnett ist.
 
Auch der enorme Erfolg von Robert Plant und Alisson Krauss von 2007, der Country-Crossover-Hit Raising Sand stammt aus Burnetts Studio. Elton John hat sich für seine Zusammenarbeit mit Leon Russell (The Union) ebenfalls Burnett als Person am Mischpult ausgesucht, und dieser hat seinen sonst manchmal barocken Stil abgespeckt und dadurch das typische für Elton John herausgearbeitet.
Auch Filmmusiken hat Burnett geschaffen, 1998 für The Big Lebowski, 2000 für Brother Where Art Thou?, 2003 Cold Mountain, 2006 Walk the Line, 2010 Crazy Heart (mit Jeff Bridges). Seine jüngste Arbeit ist The Hunger Games von 2012. Erfolg und Auszeichnungen folgten, 2001-2008 insgesamt 10 Grammies, 2010 einen Oscar und einen Golden Globe Award.
 
Doch was macht dieses Spezielle an Burnetts Music aus? Was macht diese Alben aus? Diana Kralls Album Glad Rag Doll läuft gerade im CD-Spieler, und einmal mehr fällt auf, dass es deswegen ein wunderbar kräftiges Album, weil es abwechslungsreiche Begleitmusiker bringt, die jeden Titel neu einfärben. Dies war auch bei Willie Nelson das Erfolgsrezept. Vor allem aber ist es ein Gefühl für Timing und Stille: Die Musik hat Luft, die kann atmen und sich entwickeln. Die Arrangements lassen Raum und verströmen Gemütlichkeit, eine Entspannung und ein musikalisch unaufgeregter Geist ist zu hören, und das tut den Titeln gut. Burnetts Botschaft ist dabei ist dabei nicht einfach, dass weniger mehr sein kann, sondern was weggelassen werden muss und was dagegen unverzichtbar ist an guter Musik. Gerade auch über die Genregrenzen, was seine Musik so spannend macht.
 
Links
Übersicht über alle Alben, die Burnett produziert hat, seit den 1970er Jahren: chronologisch oder alphabetisch
Link zur Biographie und Diskographie auf Allmusic.com
 

 

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