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Der Blues-Pastor

Er stammt aus Mississippi und hat ein tiefes Verständnis des Blues, doch Eddie Cotton ist auch ein Pastor, ein Prediger, mit der gewaltigen Stimme ebenso wie mit der Bluesgitarre. Ein Wanderer zwischen den Welten der Kirche und des Blues, bringt Eddie Cotton das beste beider Sphären zusammen. Cotton legt auf Here I Come 10 selbst verfasste Titel vor, in denen er gute Texte und sensationell groovigen Blues kombiniert. Dabei erinnert sein Gesang an den eines anderen Priesters, der Musiker war: Al Green. Wie dieser kostet Cotton mit seiner hohen Stimme den Sound aus, schwimmt mit seinem Gesang auf dem tiefen und unfehlbaren Groove der Band. Doch Cotton ist mehr als nur Mississippi-Tradition, ein studierte Musikologe ist er ein Student des Blues ebenso wie ein Enthusiast.  Here I Come ist zurecht der Titel dieser CD. Aufgepasst Blues-Welt: hier kommt ein wahrer Meister des Blues.


Eddie Cotton, des zur besseren Unterscheidung seinem Namen manchmal das Jr. hinzufügt, wurde 1970 in Mississippi als Sohn eines Predigers der «Church Of God In Christ» geboren und in diesem musikalischen kirchlichen Umfeld wuchs er auf, zeitweise war er selbst ein Prediger. Zunächst an den Tasten ausgebildet zog es ihn zur Gitarre, die er klar an B.B. King mahnend spielt: melodiöse Memphis-Blues-Gitarre in der Schule von King, Lowell Fulson und Bobby «Blues» Blant. Hinzu kommt ein grossartiger Gesang, wirklich eine Stimme, die unter die Haut geht, dazu tight grooves, was will man mehr? Selbst verfasste Titel? Auch das bietet Cotton auf seinem Album. Musikalisch bewegt sich Here I Come  im Bereich des Memphis-Blues, leichte Funk-Anleihen, ohne je Funk zu sein, nur in einem Titel gibt es eine stilistische Variation, No Love Backbringt einen Reggae-Groove.


Cotton  wird hier unterstützt von Myron Bennett am Bass, Samuel Scott Jr. am Schlagzeug, Grady Champion spielt Harp auf zwei Titeln (7, 10), Carlos Russell tut dasselbe auf 6. und 8. Sam Brady spielt schliesslich Orgel auf 4 Titeln, er hat gemeinsam mit Cotton das Album produziert und in seinem Studio erfolgten auch die Aufnahmen. Eddie Cotton bemerkt auf seiner Homepage dass er Musiktheorie studiert habe, und seine Tunes klingen wohl überlegt, gut arrangiert und zeugen von sehr viel Erfahrung. Das ganze Album klingt so, als habe es der Künstler genauso gewollt und das tut den Titeln gut. Von den schönen Texten und dem wunderbaren Gesang über die glitzernde Gitarre bis zum tiefen Groove der Rhythm Section – besser wird Memphis Blues kaum mehr gespielt.

Hier gibt es einen -Mitschnitt eines akustischen Auftritts, wo Cotton zeigt, dass er auch den Old Time Blues drauf hat.

Eddie Cotton Here I Come (2014)

1. Here I Come 4:14
2. A Woman's Love 4:58
3. Pay to Play 3:12
4. Friend to the End 3:58
5. Get Your Own 3:21
6. My Boo 4:47
7. Leave Love Alone 2:54
8. Back in a Bit 3:53
9. No Love Back 3:39
10. Berry so Black 3:18
 

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