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Das Power Trio lebt! Seit den Zeiten von Cream und Jimi Hendrix ist das Trio aus Schlagzeug, Bass und Gitarre ein beliebtes Format für Bands. Steve Fister ist ein Gitarrist aus dem Deutsch-holländischen Grenzgebiet, der sich dieser Testosteron-schwangeren Musik verschrieben hat. Seine CD Live Bullets von 2007 ist Zeugnis eines Konzerts, auf dem die Virtuosiät und Spielfreude der Band zelebriert wird. Steve Fister steht dabei naturgemäss im Zentrum und wie die Gitarrenhelden früherer Tage versteht auch er es, mit einer elektrischen Gitarre gehörig die Sau raus zu lassen. Die CD Live Bullets umfasst 67 Minuten, es sind aber nur 10 Titel drauf. Reichhaltiges Schwelgen in fetzigen oder langsameren Bluesrock-Songs wird hier reichlich geboten.

Steve Fister spielt die selbe Rockmusik wie einst Rory Gallagher oder Gary Moore, wobei er stärker an den letzteren erinnert. Das mag auch daran liegen, dass Fister, wie einst Moore verschiedene Humbucker-Gitarren spielt, vorwiegend Semi-akustische Modelle, und mit diesem Pickup kostet er das sahnig-erdige der Humbucker aus. Der Gitarrensound ist einfach perfekt für diesen Dampfhammer-Rock. Die rechte Portion Sahnigkeit und die richtige Würze Kratzigkeit, Overdrive-saturiert, eher als Distorton sint die Settings, und Fister fühlt sich pudelwohl in diesem Soun.

Fister ist aber auch weniger bluesig als Rory Gallagher oder etwa die Los Lonely Boys, ein anderes Power-Trio.

Fisters Musik ist Bluesrock, die Rhythmen sind nicht bluesig, die sind straight Rock, aber das gut und mit viel Power. Die meisten Titel selbst verfasst, bemerkenswert dabei der letzte song, Pay Bo Diddley, ein Aufruf, dem Mann Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, natürlich im von ihm geprägten Stil. Dies ist wirklich ein druckvolles Album mit perfekt virtuos gespielter Gitarre und tollem Groove, jeder Titel grosses Kino. Im vorletzten Titel wird Hendrix‘ Third Stone from the Sun angespielt. Selbst dass geht noch speediger. Gleichzieitg ist in diesem Song viel Rockabilly.

Einzig der 8:35 dauernde Titel Age Of Great Dreams ist ein epischer Slow Blues, die restlichen Titel sind Bluesrock bis Hardrock, vor allem auch weil Fisters Singstimme mehr an eine Hardrock-Röhre erinnert. Also: Flitzefinger-Hardrock mit viel Spass und Erfahrung gespielt. Wer Gary Moore mag, wird Steve Fister artverwandte Musik finden.
 

Steve Fister Band Live Bullets (2007)

Steve Fister Gitarre und Gesang
Barend Courbois Bass
Hans in’t Zandt Schlagzeug und Backup Vocals
 

1. True Grit 4:26
2. She Ain't Lonesome 4:50
3. Age Of Great Dreams 8:35
4. One Way Ticket 9:25
5. Foolin Me 4:59
6. Jb Meets Jb 9:41
7. Zig Zag Talk 8:01
8. Tommy 2:13
9. Baby Please Don't Go/3rd Stone From The Sun/radar Love 8:01
10. Pay Bo Diddley 6:59

 

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