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Good News from Mississippi

Das Blueslabel «DeChamp» hat sich dem Blues und insbesondere seinen Repräsentanten aus Mississippi verschrieben. Das Label gehört Grady Champion und es produziert auch den unglaublichen Eddie Cotton. Mit JJ Thames hat «DeChamp» auch eine Sängerin am Start, und wie zuvor schon in den Rezensionen zu Champion oder Cotton festgestellt: auch dieses Album ist sorgfältig und mit viel Liebe produziert. Es enthält gefühlvollen Soul und Blues mit einem jazzigen und soulhaltigen Einschlag und ist wirklich in jeder Hinsicht sanft und sexy, selbst wenn es rauher zur Sache geht. Hoffentlich hört man auf diesen 11 Titeln die Zukunft des weiblichen Blues-Gesangs. Zu wünschen wäre es JJ Thames auf jeden Fall.


JJ Thames ist eine junge Sängerin aus Detroit, die aber in Mississippi lebt, und sie bringt auf ihrem Debutalbum 10 eigene Titel und 1 Cover. Mit der Unterstützung von Grady Champion, der hier die Rolle des Produzenten ausfüllt und Harp spielt, sowie Sam Brady am Keyboard und Celeb Armstrong an der Gitarre wurde hier ein musikalisches Fundament gelegt, auf dem sich JJ Thames stimmlich ausbreiten kann. Weitere Musiker sind David Hyde (Bass), Vince Barranco (Schlagzeug), Eddie Cotton Jr., Doug Frank und Danny Scallions (Gitarren) sowie eine Horn Section, bestehend aus Richard Beverly (Trompete), Todd Bobo (Tenorsax) und Mike Weidick (Posaune).

Dabei ist JJ Thames keine Blues-Sängerin der Billie Holiday oder Bessie Smith Traditionen, die kämpfen mussten für jeden weiteren Schritt und sich dabei verausgabten. Hier singt eine junge und selbstbestimmte Frau, die ihren Platz in der Gesellschaft selbst bestimmt, und die Lieder bringt, die textlich wie musikalisch etwas zu sagen haben. Thames verfügt über eine trainierte Stimme, die Jazz, Soul, Powerballade oder röhrenden Blues gleichermassen gewachsen ist. Und diese Kontrolle und Stärke macht die Stimme sexy. Tell You What I Know der Titelsong, aber auch I Got What You Need sind voller Humor und anzüglichen Anspielungen und machen grossen Spass.

Can You Let Somebody Else Be Strongist eine ebenfalls feministisch inspirierte Ballade. Dies Stärke stammt wohl au seiner Persönlichkeit, die praktisch alle Nachteile in den modernen USA auf sich vereint, und die trotzdem ihren Weg gemacht hat: eine Schwarze Frau – sei sie aus Detroit oder Mississippi – hat  einen steilen Weg vor sich, um zum Licht zu gelangen, und JJ Thames hat diesen Weg zurückgelegt und präsentiert hier ihren Gesang und ihre Musikalität in beeindruckender Weise. Ein bisschen Etta James, ein bisschen Aretha Franklin, aber auch Beyoncé klingen hier immer wieder durch.

I’ma Make It schildert ihre Entschlossenheit und ihren Durchhaltewillen. Doch dies ist kein «Jetzt erst recht»-Album, auf dem sie es der Welt zeigen will. Mit grossen Kontrolle und sehr fokussiert singt Thames ihre Lieder, und stets bleibt ihre Stimme im Mittelpunkt. My Kinda Man gibt es auch als Video zu sehen (auf der Seite nach unten scrollen bis Video) und dort gibt es die Künstlerin auch zu sehen.

JJ Thames verfügt über eine grosse Stimme. Wenn ihr Debut schon so klingt, dürfen wir gespannt sein auf weitere Aufnahmen, aber vorerst einmal gibt es gehörig die Ohren voll mit JJ Thames und der sie begleitenden Bluesfamilie von «DeChamp» Records.
 

JJ Thames Tell You What I Know (2014)

1. Souled Out 2:39
2. Hey You 3:17
3. I Got What You Need 3:56
4. My Kinda Man 4:06
5. No Turning Back 4:18
6. Can You Let Somebody Else Be Strong 3:28
7. I'ma Make It 3:54
8. Believe 3:52
9. Just Enough 3:39
10. Rhinestones 3:44
11. Tell You What I Know 4:12

                      

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