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Beeindruckendes Debut

Lemme Tell Ya! heisst das Erstlingswerk der Bluesrock Band Johnny Fontane and The Rivals, der jungen Gruppe aus dem Raum Solothurn um den Sänger und Gitarristen Tom Marcozzi. Bereits 2011 nach Auftritten am «Blue Monday» im Kofmehl als Blues Express rasch bekannt geworden, hatte sie zahlreiche Auftritte an bekannten Orten und wurde schliesslich 2014 zu Johnny Fontane and The Rivals. Die Zusammensetzung der Band blieb dabei unverändert. Finest Mafia Blues nennen die vier Musiker ihren Stil. Alle Songs stammen aus der Feder der Band. Als Gäste konnten der Gitarrist Vinnie Moore (UFO), die Sängerin Justina Lee Brown und der Harper Marco Pantherra gewonnen werden. Produziert wurde die CD von Tom Marcozzi in der Schweiz, abgemischt hat sie der Soundmagier Adam Hawkins, der einige Topacts in seiner Kundenliste hält und für seine Arbeit 2011 einen Grammy Award erhielt. Heraus gekommen ist ein abwechslungsreicher Silberling mit zwölf ansprechenden, modernen Titeln. Offizielles Erscheinungsdatum des Albums ist der 23. Januar 2015.

Black Cadillac ist der erste Song des Albums, ein rockiger Titel, der sich mit seinem Ohrwurm-Riff sofort im Gedächtnis einnistet. Mit dem swingenden Hands On You geht es weiter, hier kommt die Horn Section zum Einsatz und verleiht dem Song einen Hauch von Bigband. In Help Me ist Justina Lee Brown zum ersten Mal als Backgroundsängerin zu hören, auch dieser Song ist ziemlich funky. Es folgen zwei langsame Titel: I’m Gonna Die, ein Ich-wurde-verlassen Song mit hübscher Gitarrenarbeit; auch Tell Me handelt vom Ende einer Liebe und drückt dies mit einer klagenden Gitarre aus, die unter die Haut geht. Der Hardrock und Shredding Gitarrist Vinnie Moore spielt hier angenehm zurückhaltend und steuert schöne Soli bei. Funky geht es mit Like A Real Man weiter. Marcozzi arbeitet wohldosiert mit WahWah und Verzerrung wie auch in Not Close Enough. Mit dem grossartigen This Ain’t Mississippi zeigt die Band, dass sie auch mit klassischem Blues keine Mühe hat. Unterstützt von der stimmgewaltigen nigerianischen Sängerin Justina Lee Brown beginnt der Song langsam und köchelt fast acht Minuten lang bis zum Siedepunkt. Ein Höhepunkt des Albums. Mit Garymental folgt ein wuchtiges Instrumental, das nicht unerwartet an Gary Moore, aber auch an Pink Floyd erinnert. Too Big To Fail ist um Marcozzis Gitarrenarbeit herum arrangiert. Als gemütliche Ballade kommt Life Is Beautiful daher, bevor mit dem letzten Track Marco Pantherras Harp eine – man ahnt es – Dampflok emuliert. Es wird dann aber trotzdem kein ChooChoo Blues, auch wenn der Beat den Eisenbahntakt beibehält. Der Harpspieler aus Basel machte auch als Marco Bandera in seiner Hardrockband Dr. Harp von sich hören und ist Mitglied in der Black Panther Bluesband.

Alles in allem ein Debutalbum, das es in sich hat. Alle zwölf Songs überzeugen. Man findet auf Erstlingswerken selten so viel eigenes Material von dieser Qualität. Marcozzis Riffs geben den Titeln etwas Unverwechselbares und  machen sie wiedererkennbar. Sein Gitarrenspiel ist originell und seine Stimme ist angenehm, die Stücke sind gut arrangiert und die Aufnahmen sind technisch makellos. Effekte werden sparsam eingesetzt, kein Song ist überladen, obwohl sich bei mehrfachem Anhören allerlei entdecken lässt, was man beim ersten Mal überhört. Vielversprechend!

Lemme Tell Ya! (2014)
1. Black Cadillac 04:30
2. Hands On You 05:02
3. Help Me 03:33
4. I'm Gonna Die 03:39
5. Tell Me (Feat. Vinnie Moore) 04:02
6. Like A Real Man 04:52
7. This Ain't Mississippi (Feat. Justina Lee Brown) 02:35
8. Not Close Enough 03:49
9. Garymental 05:11
10. Too Big To Fail 04:48
11. Life Is Beautiful 07:48
12. Steam Train (Feat. Marco Pantherra) 03:47
 
Lineup:
Tom Marcozzi  (Gesang, Gitarre)
Philipp Lüdi (Tasteninstrumente)
Lukas Zürcher (Schlagzeug)
Christian Spahni (Bass)
Gastmusiker:
Vinnie Moore (Gitarre Track 5)
Justina Lee Brown (Gesang Track 7, Hintergrundgesang Tracks 3,6)
Marco Pantherra  (Harmonika Track 12)
Bläser (Track 2):
Sami Lörtscher (Trompete)
Beat Mürner (Altsaxophon)
Jonas Beck (Posaune)
 

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