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Brother Dege - Folk Songs of the American Longhair

2012 machte Quentin Tarantino mit dem Film «Django Unchained» Furore. Bemerkenswert ist unter anderem die Filmmusik, die aus einer Mischung von Zitaten aus Western Klassikern, eigens für den Film komponierten Titeln sowie vorhandenen, ausgesuchten Titeln. Zur letzten Kategorie gehört der Song Too Young To Die. Er stammt vom bis dahin kaum bekannten Brother Dege, alias Dege Legg. Der Film erhielt einen Oscar und der zum Song gehörende Youtube Clip wurde innert kürzester Zeit fast vierhunderttausend Mal angeklickt.

Dabei war Brother Dege alles andere als ein Neuling. Er hatte bereits neun Alben eingespielt, teilweise mit Santeria, einer Band, die er 1994 gegründet hatte und die rund zehn Jahre auf Tour war. Sie spielte «Swampedelic southern psycho-rock», wie er es nennt. Mit «House Of The Dying Sun» hatte sie grossen Erfolg. Dazu war er Buchautor und preisgekrönter Journalist über seine Erfahrungen in einem Obdachlosenheim.

Später fokussierte er sich auf den Deltablues, den er entwickelte, indem er neuere Stilarten, aber auch Roots Music einfliessen liess. Das Resultat ist eine Musik, die unverkennbar die alten Meister des Genres spüren lässt, mit der ganzen rohen Kraft, Verzweiflung und Lebensfreude, welche Musiker wie Son House oder Robert Johnson in ihre Songs zu packen wussten. Dabei ist die Musik mit Elementen aus Punk, Flowerpower, Rock, Folk und Country gewürzt. Wie beim Essen, ist alles eine Frage der richtigen Dosierung und das kann Brother Dege aufs feinste. Sein Deltablues klingt wie zu Alan Lomax‘ Zeiten, ist aber taufrisch und modern. Dabei setzen sich die meisten Titel nur aus Gesang, Slidespiel und Fusstampfen zusammen.

2010 brachte er das Album «Folk Songs of the American Longhair» heraus, das eben jenen Song enthält, der Tarantino so beeindruckt hatte. Es enthält 10 eigene Songs, die mit eindrücklichen Texten und kann Atmosphäre erzeugen. Man spürt förmlich die feuchte Schwüle der Sümpfe oder die staubige Hitze einer Landstrasse und fühlt sich in die Szene versetzt, welche die Songs beschreiben.  Kein Wunder, dass sie sich perfekt als Filmmusik eignen. 

Brother Dege - Folk Songs of the American Longhair (2010)
1. Hard Row to Hoe 3:33
2. The Girl Who Wept Stones 3:16
3. Too Old to Die Young 3:44
4. To Fill a Hole 3:39
5. House of the Dying Sun 8:12
6. The Battle of New Orleans 5:21
7. Dead & Gone 2:48
8. The World's Longest Hotdog 2:35
9. Old Angel Midnight 5:25
10. Black is the Night 6:22


Website Brother Dege
Videoclip Too Young To Die

Marius Tilly Band – Come Together

Elf Titel enthält die zweite CD der Bluesrock Band aus Hannover um Marius Tilly und alle sind Eigenkompositionen. Der Titel, des Albums, «Come Together», erinnert an einen der ganz grossen Beatles Hits Ende der Sechziger Jahre. Auch musikalisch zitiert die Band jene Zeit, vermeidet aber die Egotrips und endlosen Gitarrensoli, die damals üblich waren, obwohl Marius Tilly auch hier mit Gesang und Gitarre die Songs dominiert. Die Songs sind sauber arrangiert und vermitteln bestens den Sound und den Geist der Vorbilder des Bluesrock in einem zeitgemässen Kleid. Heraus gekommen ist eine CD mit durchwegs attraktiven Titeln, die man sich gerne auch öfter anhört. Insgesamt ist es jedoch eher eine Sammlung von Rock/Pop Songs mit bluesigen Einflüssen, als ein Bluesalbum.

Für das Album holte das Trio aus Marius Tilly (git, voc), Benjamin Oppermann (b, voc) und Maximilian Wastl (dr, voc) vier weitere Musiker ins Studio: Artur Küfuss (org, kb), Rick Jurthe (voc), Julian Jakob Heinemann (tamb) und Helge Preuss (shaker), der die Scheibe auch produziert hat.

 

Marius Tilly Band – Come Together (2015)
1. Believe
2. Elevator Girl
3. Hold On
4. Hometones
5. Fly
6. Water Falls
7. Take Off
8. Headaches
9. Sliding
10. Skin´s Electric
11. Far Away


Website Marius Tilly Band

 

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