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KaiStraussIGOBYFEELCDCoverOffizieller Verkaufsstart von Kai Strauss’ neuer CD I Go By Feel ist der 13. November 2015. bluesnews.ch hat sich die neue Scheibe angehört. Beim Anhören zeigt sich: der hochtalentierte und bestens vernetzte Westfale Strauss zeigt auf diesem Album eine stärkere stilistische Konzentration als auf dem Erstling Electric Blues, das wir bereits rezensiert hatten. Auf dieser CD ist eine Stunde besten Chicago und Texas Blues’ enthalten, angereichert mit zahlreichen Gastauftritten. Die Musik ist stärker aus einem Guss und Strauss stärkt damit sein Profil als moderner und zugleich puristischer Bluesman. Klanglich werden Erinnerungen an Albert King wach, aber der «Blues-Schutzheilige» dieses Albums ist klar Luther Allison.

Das niederländische Label «Continental Blue Heaven» hat mit dieser zweiten CD des Deutschen Sängers, Finger- und Slide-Gitarristen eine volle Packung Blues publiziert, die einfach vor allem enormen Spass macht. Begleitet von seiner Band gibt es Gastauftritte von Mike Wheeler aus Chicago, mit dem Strauss auch in den Niederlanden und Deutschland verschiedentlich schon zusammen spielte - unter anderem auf dem grössten Indoor Blues Festival in NL, der «Southern Blues Night» in Heerlen. Dazu kommen Slide-Gitarrist Tony Vega aus Houston, und der Saxophonist «Sax» Gordon. Holland ist vertreten durch «Big» Pete van der Pluijm, einem Blues-Harp-Spieler der Extraklasse. Tommie Harris aus Alabama war der Drummer von Luther Allison und er singt in Soul Fixin’ Man und Luther's Blues. Die reguläre Band beinhaltet Keyboarder Mo Fuhrhop, Saxophonist/Harp-Spieler Thomas Feldmann, Schlagzeuger Alex Lex und Bassist Kevin DuVernay.

Alle Musiker scheinen vor allem an einem interessiert: am Blues-Feeling, und entsprechend geht diese CD enorm in die Beine. Hier wird schneller, modernen elektrischer Blues gespielt, ohne dass die Schwelle zum Rock überschritten würde. Anders als beispielsweise Henrik Freischlader, bleibt Kai Strauss stets innerhalb des Blues-Genres. Dabei baut er auf seine enorme Erfahrung und seine Routine als Blues-Gitarrist und Sänger. Dies ist auch in seine Kompositionen eingeflossen, hier ist kaum ein Unterschied zwischen den selbst geschriebenen und den gecoverten Songs auszumachen.

Early In The Morning ist mit einer Länge von 10:55 sehr ausgedehnt. Die anderen Songs dauern zwischen dreienhalb und knapp unter sechs Minuten. Money is the Name oft he Game ist ein Slow Blues mit den von Stevie Ray Vaughan bekannten Einstellungen von Amp und Pedalen, so dass die Gitarre diesen hohlen Klang von Dirty Pool oder Tin Pan Alley kennt. Der lange Bootleg-Mitschnitt von Early in the Morning überzeugt zwar nicht durch originalgetreue Wiedergabe der Musik, aber das Harp-Solo von «Big» Pete rechtfertigt die Aufnahme.

Versuche seiner ersten CD, eine stilistische Bandbreite abzudecken, wurden hier zugunsten eines einheitlichen drängenden und treibenden Bluesspiels aufgegeben, in dem Albert King und Luther Allison ebenso zu hören sind wie Stevie Ray Vaughan oder dessen Bruder Jimmie, dessen Gesangsstil hier auch auszumachen ist.

Strauss kommt auf seiner aktuellen Tournee auch in die Schweiz oder ins sehr benachbarte Ausland, aber am 25. April 2016 spielt er im deutschen Schopfheim beim Blues Monday im «Waldhaus». Seine Auftritte in der Schweiz sind am 27. April im «Folk Club» in Chur und am darauffolgenden Tag im «Bluus Club» in Baden. Am 30.4. gibt es dann noch einen Auftritt in Scherzinger «Bäckerstübli».  Am 1. Juli hat er einen Auftritt beim «Summerblues» in Basel. In einem Jahr ist er dann im November als Teil des R&B Blues Caravan zu erleben.

Kai Strauss I Go By Feel (2015)
1. A Fool Way Too Long Kai Strauss
2. Drinkin’ Woman feat. Tony Vega (slide guitar) Kai Strauss
3. Luther’s Blues feat. Tommie Harris (vocals) Arthur Allison
4. Gotta Wake Up feat. Mike Wheeler (vocals, guitar) Fenton Robinson

5.

Knockin’ On Your Door Boyd Small
6. Back And Forth feat. Sax Gordon (sax) and Mike Wheeler Kai Strauss
7. Midnight Shift Boyd Small
8. Soul Fixin’ Man feat. Tommie Harris (vocals) Luther Allison
9. Ain’t Gonna Ramble No More Kai Strauss
10. Money Is The Name Of The Game feat. Mike Wheeler (vocals, guitar) Johnny Thompson
11. I Take My Time Strauss/DuVernay
12. I’m Leaving You feat. Tony Vega (vocals) Bob Reed
13. Early In The Morning feat. Big Pete (vocals, harmonica) John Lee Williamson

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