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ArnoldMcCullerSoonAsIGetPAidCDCoverWas für ein wunderbares Album. Das kann man Geheimtipp nennen oder Zufallsfund, aber Arnold McCullers Album Soon As I Get Paid ist ein Ohrenschmaus wie man ihn selten zu hören kriegt. Je mehr man hinhört, desto näher rückt man an die Lautsprecher und will in die Musik reinkriechen. McCuller bringt den Schmus, aber genau richtig! Er spielt soulig-bluesige Balladen, die im Schlafzimmer ebenso passend sind wie auf der Autobahn, ein Titel schöner als der nächste, und alles getragen von der preisgekrönten, perfekten Stimme McCuller. Wenn man vielleicht seinen Namen nicht kennt – die Stimme kennt man bestimmt, denn der Mann hat ein eindrückliches musikalisches Resümee. Mit Soon As I Get Paid zeigt Arnold McCuller, der als Backgroundsänger schon alle unterstützt hat, die Rang und Namen haben, dass er erneut auch als Frontmann eine überaus gute Figur macht.

Arnold McCuller ist ein in der Kirchentradition Clevelands aufgewachsener Tenorsänger, dessen hohe und enorm soulhaltige Stimme den Vergleich mit den Marktführern Bobby Womack, Marvin Gaye nicht zu scheuen braucht. 1950 geboren, ist McCuller ein lebenslanger Musikprofi als Studio- und Backgroundsänger, nachdem ihm anfängliche Versuche in einem Quartett namens Revelation zwar die Aufmerksamkeit der Bee Gees sicherte, aber keinen kommerziellen Erfolg. Erste Erfolge zeigten sich mit Soundtracks, so schrieb und performte er Nowhere to Run für den Gang-Klassiker The Warriors von 1979. Zumeist ist seine Stimme ist auf Aufnahmen zu hören, die von grossen Stars veröffentlicht wurden wie Aretha Franklin, Bonnie Raitt, Beck, Todd Rundgren, Lyle Lovett, Linda Ronstadt, Bette Midler oder Phil Collins. Seit 30 Jahren arbeitet er zudem mit James Taylor zusammen und versüsst dessen Hit Shower The People mit seiner Stimme. Er begleitete Taylor auch auf dessen gemeinsamer Tour mit Carole King im Jahr 2010.

Seine Auftritte unter eigenem Namen sind unter dem Radar der grossen Radiostationen, aber er hat selbst schon mehrere Veröffentlichungen unter eigenem Namen, und Soon As I Get Paid ist daher bereits sein achtes Album. Das vorliegende Album wurde per Crowdfunging finanziert, und er hat 140% des benötigten Geldes zusammen gekriegt, wie die Website stolz verkündet. Auf der eigenen Website schreibt der Künstler, er wollte ein Blues- und Soul-Album aufnehmen, und das ist ihm mit der Hilfe anderer Studiomusiker gelungen. Ein Treffen musikalischer Giganten, und doch gab es wohl keine Papparrazzi, als Keyboarder Larry Goldings, die drei Gitarristen David Hidalgo von den Los Lobos, Michael Landau und David Kalish im Studio eintrafen. Für einen Song sicherte er sich Jess Young an den Tasten, durchgehend scheinen Jimmy Johnson am Bass und Gary Novak hinter dem Drumset präsent gewesen zu sein. Die Gitarristen teilen sich die Aufgaben für unterschiedliche Titel, hier gibt es keinen Lynrd Skynrd-Gitarrenoverkill, sondern stilvoll und richtig dosierte Klänge, wobei die Songs eher Orgel-getragen sind.

Das gespielte Repertoire ist eine stimmungsvolle Mischung aus Eigenkompositionen (Titel 1,3 und 10) und Covers von bekannten und weniger bekannten Songs. Ricky Nelsons Lonely Teardrops und There is Something On Your Mind von Big Jay McNeely sind bekanntere Titel, beide in grossartige Weise gespielt und gesungen, wobei schon das Gitarrensolo auf letzterem Titel die CD wert ist.

Country-Musik-Komponisten Buddy und Julie Miller schrieben Gasoline and Matches, das der rauheste Titel der Aufnahmen ist, die anderen Titel sind sanft und soulful, ohne aber je schmalzig oder übersüss zu sein. J.B. Lenoir schrieb The Whale Swallowed Jonah und solche eher obskuren, aber wunderschönen Titel gibt es viele. John Hiatt ist der Autor von The River Knows Your Name und angesichts dieser Aufnahme muss wohl auch der Dichter anerkennen, dass diese Version definitiv ist.

Nicht ein schwacher Titel auf der gesamten CD, ist dies das Weihnachtsgeschenk, das man noch suchte oder das musikalische Gegenprogramm zu den Heilsarmisten, aber wieso auch immer, diese CD oder ihre Download-Version zu besitzen und die Ohren damit zu verwöhnen, ist immer eine gute Idee.

Arnold McCullerSoon As I Get Paid (2011)
Arnold McCuller Gesang
Jimmy Johnson Bass
Gary Novak Schlagzeug
David Hildalgo Gitarre
David Kalish Gitarre
Mike Landau Gitarre
Paul Cerra Saxophone
Jeff Young Keyboard, Orgel
Larry Goldings Klavier, Orgel
Thelma Jones, Lynne Fiddmont Background 
1. Soon As I Get Paid 4:45
2. Gods And Monsters 4:24
3. Do Right Woman 4:32
4. Gasoline And Matches 2:57
5. Lonely Teardrops 4:58
6. All Good 4:43
7. There Is Something On Your Mind 4:31
8. The River Knows Your Name 4:23
9. The Whale Swallowed Jonah 5:00
10. Don't Go Nowhere 6:28

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