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Kurzer Abschied

BiscuitJack2000MadisonAveCDCoverMadison Avenue ist eine der Strassen, die Manhattan in Längsrichtung durchzieht, und die bekannt ist für die Werbe-Industrie. Allerdings bezieht sich der Albumtitel der neuen CD von Biscuit Jack nicht auf die die Hausnummer 2000 in Harlem, sondern auf die identische Adresse im Memphis, Tennessee. Dort befindet sich das 1966 gegründete Ardent Studio, wo die Luzerner Band Anfang 2019 ihr neues Album aufgenommen hat, und das deshalb nach dieser Adresse heisst. Das Titelbild zu 2000 Madison Avenue gestaltete Diego Balli und es scheint wohl als Anspielung auf Abbey Road von den Beatles verstanden werden kann. Das Album enthält lediglich noch knapp 26 Minuten Musik und 7 Titel, und wie inzwischen auf der Website der Band zu erfahren ist, stellt das Album auch eine Dernière dar: Biscuit Jack löst sich nach 14 Jahren und über 120 Konzertauftritten auf. 2000 Madison Avenue ist also die vorletzte Gelegenheit, diese Band, die für vielseitigen Blues steht, zu hören. Eine letzte Möglichkeit ist das Abschlusskonzert der Band am 6. Juli. Dafür haben sich Biscuit Jack etwas besonderes einfallen lassen: die «Biscuit Jack Blues Cruise», an der man für einen bescheidenen Unkostenbeitrag von Fr. 50.- teilnehmen kann.

 

Doch zurück zum eigentlichen Gegenstand des Interesses: 2000 Madison Avenue ist der Titel des Albums, das mit 7 Titeln einen Teil die Bandbreite des Blues nachzubilden versucht: Der erste Titel ein an ZZ Top erinnernder Power-Boogie, der zweite Titel ein eher Rock’n’Roll als Blues zu nennender Tanztitel, der dritte eine Blues-Ballade, etwas schneller als ein Slow Blues, mit einfühlsamem Songtext.

Nach Little Things kommt mit Refugee ein die politische Aktualität aufnehmender Titel. Die Flüchtlingsproblematik in Blues-Format ist ein ambitionierter Versuch, etwas zur Debatte beizutragen. Ich bin persönlich nicht der Meinung, dass man das Weltgeschehen grundsätzlich in 12 Takte und drei Stufen quetschen kann, aber Biscuit Jack unternimmt hier den Versuch, ohne eindeutig Stellung zu beziehen.

Take Me Home With You ist ein Bluestitel mit einer Funkgitarre, die gut klingt, und Bumpy Road ein Jazz-Blues mit Orgelpart, während No. 9 Train Blues und Country zusammenbringt, indem das Schlagzeug keinen Shuffle spielt, sondern einen treibenden County-Rhythmus.

Es ist insgesamt ein abwechslungsreiches Album, mit dem sich Biscuit Jack hier von ihren Fans verabschieden, und die Band hört sich an, als wolle sie in erster Linie Spass haben mit ihrer Musik. Weshalb der Titel Refugee nicht so richtig reinpasst, aber das fällt sowieso erst beim Anhören des Textes auf, musikalisch fügt sich der Titel gut in den Rest ein.

Die Schweizer Bluesszene wird um eine Band ärmer, was schade ist, aber immerhin bietet das Quartett am 6. Juli die Möglichkeit, sie noch ein letztes Mal auf der Bühne zu sehen.

1.

It Is What It Is

4:12

2.

Too Many Mountains

3:19

3.

Little Things

4:11

4.

Refugee

4:18

5.

Take Me Home With You

3:13

6.

Bumpy Road

3:24

7.

No. 9 Train

3:23

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Kürzlich angehört

JimmyReiterWhatYouNeedCover
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