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Konzertmitschnitt eines Livekonzerts in Verona

Wir haben an anderer Stelle bereits die 2006 erschienene CD I Can't Go Wrong besprochen. Im gleichen Jahr ist auch die Aufzeichnung eines Konzertes in Verona unter dem Titel Road Tracks, Morblus Live als DVD erschienen. Road Tracks deswegen, weil die Band viel tourt, eigentlich immer, wie Roberto in einem der Gespräche verrät. CD und DVD demonstrieren eindrücklich den Unterschied zwischen Studioproduktion und Livekonzert. Die Band zeichnet sich durch Spielfreude und Vielseitigkeit aus. Wer Morblus gehört hat und sie nicht live erleben konnte, sollte sich diese DVD ansehen. Umgekehrt macht die DVD Lust, Morblus mal live zu erleben. Die DVD ist im Grunde genommen nichts weiter als ein Konzertmitschnitt, abgesehen von kurzen Gesprächen zwischen den Tracks. Deswegen hat man auch das Gefühl, ein konzert zu erleben. Natürlich wird die DVD mit den üblichen Bonus Features erweitert: ein Interview mit Roberto Morbioli und Daniele Scala, Backstage Einblicke und zwei Bonus Tracks.
Blues ist wie Medizin, zitiert Roberto Morbioli zwischen zwei Titeln Jesse Yawn, er heilt dich aber er kann dich töten. Der Blues auf dieser DVD heilt eindeutig.

CD und DVD enthalten weitgehend die gleichen Songs. Nicht auf der DVD sind die Songs Guitars Talking und Walking Through The Dark. Dafür sind zusatzlich die Leo Goodens C.O.D, Jerry Beachs I'll Play The Blues For You, das Sie für Albert King spielen, der ja diesen Song berühmt gemacht hat. Bonny Rices Mustang Sally und Princes Purple Rain auf der Scheibe. Die Band besteht aus Roberto Morbioli  (Gitarre, Gesang), Daniele Scala  (Hammond & Keyboards), Paolo Legramandi (Bass und Begleitgesang), Marco Sacchitella (Schlagzeug) und dem Hintergrundchotr Hilly Billy Soul, der aus drei Frauen besteht. Ausser in Lump Sugar und I'll Play The Blues For You wird die Band verstärkt durch Luca Boscagin (Gitarre), Giancarlo Zucchi (Piano) und Sbibu (Perkussion).

Zu den Titeln gibt es nicht viel mehr zu sagen, was nicht schon in der Rezension der CD geschrieben worden ist, ausser, dass die Liveaufnahmen ganz eindeutig mehr Biss haben, intensiver klingen. Morblus scheint also eine der Bands zu sein, die auf der Bühne ihre Qualitäten besser entfaltet, als im Studio, kein Wunder, lebt doch der Blues ein schönes Stück weit von der Interaktion mit dem Publikum. Besoders erwähnenswert:

C.O.D. mit toller Hammondarbeit von Daniele Scala und einem schönen Dialog mit Luca Boscagin. They Ain't Got What I Got ist anders, frischer, funkiger, kräftiger, rockiger als die Studioaufnahme der CD. Pappy's Words, ein sehr persönlicher Titel für seinen Vater, das ihm sein Vater gesagt habe: Du bist wie eine Kerze. lass sie leuchten bis ans Himmelstor. Er spielt sie akustisch, wie auch Better Half Of Me, hier zeigt er seine Slidefähigkeiten. Better half of me ist eine gelungene Mischung von Roots Blues und Pop.
In Mustang Sally, sehr funky und ausgedehnt, stellt Roberto die Band vor. Zucchi schöpft das ganze Spektrum der Hammond aus. Wow! so habe ich diesen Track noch nie gehört. Langes Solo das dann Luca Boscagin übernimmt während Roberto den Rhythmus spielt - hübsch. und auch Paolo Legramandi liefert kein dumdidum, sondern ein verhaltenes,  melodisches Bassolo, unterstützt durch filigrane Percussion. Schliesslich Soli von Schlagzeug und Percussion, naja jeder kriegt hier sein Solo, wie das ist, wenn man die Band vorstellt. Zwischendurch hat man fast vergessen, welchen Song die Band spielt.

Schliesslich wagt die Band sich an Purple Rain. Natürlich ist die Bühne nun purpurn beleuchtet. Sehr gefühlvoll und intensiv gespielt wirklich gut, aber niemand hat es nach meinem Gefühl bisher geschafft, Prince so zu covern, dass ich aufmerksam geworden bin.

Road Tracks - Morblus Live, 2007

1. I Play My Blues
2. What’s It to You
3. I’ve Been a Fool
4. I Can’t Go Wrong
5. Jungle Night
6. C.O.D.
7. They Ain’t What I Got
8. Pappy’s Words
9. Man Of Snow
10. Lump Sugar
11. I’ll Play the Blues For You
12. Better Half Of Me
13. Sufferin’
14. Funky Party
15. Mustang Sally
16. Purple Rain

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