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10. Vully Blues Festival
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Auf diesen Seiten wurde zuvor schon das Studioalbum Memphis Blues von Cyndi Lauper besprochen. Der Redaktion liegt nun die CD/DVD-Veröffentlichung To Memphis with Love von 2011 vor. Denn nach dem Studio war ich gespannt, wie sich Cyndi Lauper auf der Bühne macht. Die als To Memphis with Love veröffentlichte Aufnahme wurde am 2. Dezember 2010 live im «Warehouse» im Memphis gemacht, und sie zeigt eine phantastische Cyndi Lauper mit einer beeindruckend variantenreichen Stimme, getragen von einer Band von Memphis-Veteranen und Gastauftritten von New Orleans-Pianist Allen Toussaint und dem nicht mehr ganz Wunderkind Jonny Lang. Als Harmonika-Spieler ist still und dem Gesamtsound auf clevere Art dienlich Charlie Musselwhite zu sehen. Dies ist ein guter, streckenweise grossartiger Live-Auftritt und für den Preis einer CD kriegt man auch den Film dazu.

Die Aufnahme zeigt Lauper mit einer grossen Band: drei Hörner, Bass, eine bis zwei Gitarren, Schlagzeug, Piano und/oder Keyboard. Die Titel entsprechen jenen des Studioalbums Memphis Blues, einzig auf Rollin‘ and Tumblin‘ wurde im Live-Set verzichtet. Die neue Aufnahme bietet nun zusätzliche eine Aufnahme von She Bop, Change of Heart und als letzte Zugabe Girl Just Wanna Have Fun. She Bop und der letzte Titel waren die grossen Hits Cyndi Laupers und sie zelebriert sie hier mit grosser Spielfreude. Auf der DVD ist es schön, die jungen Frauen im Publikum zu Girls Just Wanna Have Fun tanzen zu sehen, die den Titel alle kennen, aber halb so alt sind wie die Dame auf der Bühne.

Die Stücke sind praktisch identisch mit den Studioaufnahmen, aber die zusätzliche Stimmung des Live-Auftritts macht die Songs auf To Memphis With Love noch ein bisschen lebendiger. Die Gastauftritte sind zudem nett anzusehen, insbesondere eindrücklich ist der Auftritt von Folk-Sängerin Tracy Nelson in Down So Low, die mit einer Donnerstimme Lauper ihreLimiten deutlich macht. Aber es ist kein Wettkampf, die Atmosphäre ist konstruktiv und man zelebriert das grosse Erbe dieser Musik. Im Vergleich zur Studio-CD ist hier deutlich mehr Druck hinter der Stimme. Aber auch Cyndi muss sich nicht verstecken. Ihre wundervolle Stimme ist kraftvoll, dabei variantenreich, mit einem feinen Vibrato und diesen glasklaren Höhen.

Johnny Lang auf Crossroads und How Blue Can You Get sowie Allen Toussaint auf Shattered Dreams und Mother Earth sind tolle Bereicherungen für eine ansonsten makellose Band. Insbesondere Toussaint brilliert mit seiner Tastenarbeit. Musselwhite scheint die Arrangements gemacht zu haben, denn viele Stücke wurden deutlich als Chicago-Style ausgespielt. Down Don’t Bother Me wäre ein schönes Beispiel hierfür. Unlängst auch von Derek Trucks  auf Already Free interpretiert, wird dieser Titel von Albert King hier vollends zur Harp-Hymne. Sehr gut gelungen.

Die DVD enthält neben zwei Bonustracks mit Studioauftritten exakt dasselbe Programm wie die CD, nur sieht man die Band und der Eindruck ist dadurch natürlich vielfach intensiviert. Der Auftritt war in einer geräumigen Halle und die Bühne ist eingerichtet wie eine Wagenburg: Die Instrumente und Verstärker bilden einen grossen Kreis und in dem Freiraum tanzt und singt Lauper. Gäste treten auch dort hinzu.

Cyndi Lauper gibt sich auf diesen Aufnahmen nicht als das Mädchen oder Pin-Up-Girl, vielmehr ist sie ein in schwarzes Leder gekleider Vamp, mit Schlafzimmerblick und blondierten Mähne. Sie ist sexy auf der Bühne, und hiermit  bietet sie auf der Bühne einen Kontrast zu den im Film zwischen die Songs geschnittenen Aufnahmen der Proben, die wie immer dazu dienen, die prima Stimmung zu dokumentieren. Hier schlurft sie betont lässig durch das Studio und zeigt ihre Arbeitspersönlichkeit. Wie immer sind diese Clips zumeist nur störend und wenig informativ, weil sie die Stimmung des Konzerts zerstören, aber im Gegensatz zu beklagenswerten Beispielen wie Budy Guys The Real Deal oder Willie Dixons Wang Dang Doodle werden hier die Songs nicht verstümmelt. Diese manchmal belanglosen, manchmal nervigen, selten interessanten Einspielfimchen sind aber auch das einzige, was man an diesem Kombi-Paket mit 78 Minuten Musikspielzeit auf der CD aussetzen kann.

  
 
Cyndi Lauper To Memphis With Love, 2011 Mega Force Records
1.   Shattered dreams
2.     Just your fool
3.     Early in the mornin'
4.     Romance in the dark
5.     How blue can you get?
6.     Down don't bother me
7.      Down so low
8.     Crossroads
9.     Lead me on
10.  Don't cry no more
11.  She bop
12.  Who let in the rain
13.  Mother earth
14.  Change of heart
15.  Girls just wanna have fun
16.  Bonus Features (nur DVD):Wild women don't have the blues (Studio Performance)
17.  Crossroads (Studio Performance)

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